Das Element Wasser hat es ihr angetan - ganz besonders dann, wenn die Temperaturen die niedrigen zweistelligen oder gar einstelligen Bereiche erreicht haben. „Ich erinnere mich noch an meine Anfänge des Eisbadens. Das Wasser hatte 13 Grad und es tat am Anfang echt weh. Nur um das schon mal vorweg zu nehmen“, lachte die 44-jährige Anita Horn.
Mehr als 70 Mutige zu Halloween an der Talsperre
Sie und die DLRG-Ortsgruppen Gummersbach, Wiehl und Nümbrecht hatten zu Halloween zu einer ganz besonderen Aktion eingeladen: Zum gemeinsamen Eisbaden und jeder, der sich traute, durfte sich mit in das kalte Element begeben. Sehr zur Freude von Thorsten Manusch, Leiter Einsatz der Ortsgruppe Gummersbach, waren es mehr als 70 Männer und Frauen, die sich dieser Herausforderung stellen wollten. Daher wurde es recht voll am Ufer unterhalb des DLRG-Hauses, wo die Teilnehmer bereits von einer kleinen Feuertonne mit lodernden Flammen und im Wasser drapierten kleinen Laternen begrüßt wurden. Im Fackellicht des Feuers war es dann auch Anita Horn, Eisbade-Enthusiastin aus Engelskirchen-Remerscheid, die gemeinsam mit Thorsten Manusch die Begrüßung übernahm und natürlich auch den einen oder anderen wichtigen Tipp für die Teilnehmer parat hielt, weil längst nicht alle, die sich in der Dunkelheit an der Brucher Talsperre eingefunden hatten, schon Erfahrungen mit Eisbaden hatten sammeln können.
Sicherheitshinweise und Blaualgen
„Das Element Wasser ist unser Element und es ist uns eine Herzensangelegenheit, über dieses Element und seine Gefahren und Tücken zu informieren. Das Wasser hat jetzt eine Temperatur von rund elf Grad. Bei der Kälte können unter anderem Kreislaufprobleme auftreten, daher sind unsere Kollegen heute aus Wiehl für eure Sicherheit zuständig. Sie werden euch genau beobachten und alles im Blick haben. Dennoch ein wichtiger Tipp von meiner Seite. Überschätzt euch nicht und übertreibt es nicht. Und das wichtigste: geht nie alleine ins Wasser sondern immer mindestens zu zweit und habt ein Auge aufeinander“, sagte Manusch zu den Anwesenden und ergänzte: „Ein weiterer Punkt zum Thema Sicherheit. Wir müssen darauf hinweisen, dass wir hier noch vor wenigen Tagen Blaualgen im Wasser hatten. Deshalb muss jetzt jeder für sich selbst entscheiden, ob er uns ins Wasser begleiten möchte oder nicht. Ich persönlich werde ins Wasser gehen, aber ich kann auch jeden verstehen, der das nicht möchte. Wir haben aber Wasserschläuche parat gelegt, sodass sich jeder nach dem Eisbaden einmal abspritzen kann. Das Wasser ist allerdings ebenfalls kalt, hat aber die gleiche Temperatur wie das Talsperrenwasser“, lachte Manusch.
Baden statt schwimmen: Horns Tipps
Anita Horn betonte, dass es wichtig ist, niemals alleine ins Wasser zu gehen, sondern immer jemanden an seiner Seite zu haben, damit im Notfall sofort eingegriffen werden kann. „Und ganz wichtig. Wir gehen heute Baden und nicht schwimmen. Wir wollen das kalte Element um uns herum genießen, den Körper spüren und innerlich zur Ruhe kommen“, weiß sie um die positiven Auswirkungen des Eisbadens aus den menschlichen Körper und die Seele.

Feuerschalen standen am Ufer.
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Die Eisbademeisters Oberberg
Sie selbst geht seit sechs Jahren Eisbaden - in Ründeroth am Aggerstrand oder an der Bruchertalsperre. Weitere Männer und Frauen haben sich ihr mittlerweile angeschlossen und zwei Gruppen waren daraus entstanden. „Nun sind wir zu einer Gruppe fusioniert sozusagen und nennen uns die Eisbademeisters Oberberg. Das ist eine Gruppe, die es deutschlandweit gibt, nun erstmals auch in NRW vertreten ist und für den guten Zweck ins kalte Wasser geht“, berichtete Horn.
Premiere des Kurzfilms „Nullpunkt“
Ein weiteres Highlight vor dem eigentlichen Eisbaden wartete aber auch noch auf die Eisbaden-Enthusiastin und die anderen Teilnehmer: die Premiere eines Kurzfilms über Anita Horn und ihre Leidenschaft des Eisbadens. Dafür war der Produzent des Kurzfilms, Jonathan Gnida persönlich an die Brucher Talsperre gekommen um der Premiere persönlich beizuwohnen. Der Kurzfilm mit dem Titel „Nullpunkt“ entstand im Rahmen seines Studiums zum Mediengestalter für Bild und Ton und stellte seine Abschlussarbeit dar. Gedreht im April dieses Jahres an der Brucher Talsperre zeigt es Anita Horn im Wasser. „Ich bin sehr froh, dass du mich zu diesem Projekt überredet hast. Der Film ist toll geworden, danke“, so Horn.
Mit Fackeln ins kalte Nass
Danach ging es dann aber für alle ins kalte Nass. Mit Fackeln in den Händen ging die Gruppe langsam ins Wasser, ließen sich nieder und lauschten für einen kurzen Moment der Stille und ließen die Kälte auf Körper und Seele wirken.

