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AltenbergWas bei der 35. Spielenacht geboten war

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Zwei Männer sitzen an einem Brettspiel und überlegen.

In Altenberg hat die 35. Spielenacht des Vereins Spielbaustelle stattgefunden. Etwa 150 Personen haben teilgenommen.

Der Verein Spielbaustelle hat wieder zur Spielenacht nach Altenberg geladen.

Der Markt ist überhitzt. Jahr für Jahr fluten weit über 1.000 Neuerscheinungen die Spielemessen. Die Branche boomt, doch die Gier der Sammler ist schneller als die Druckerpresse. Wer Pech hat, steht vor leeren Regalen: Die Erstauflage eines Hits ist vergriffen, bevor der erste Würfel fällt. „Wir wollten 2024 eigentlich das Spiel des Jahres 2025 vorstellen. Doch die Erstauflage war weg, und die Zweitauflage kam nicht rechtzeitig“, erklärt Inge Mettmann. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Die Spielbaustelle“. In Altenberg umgeht man den Frust der Knappheit. Die Spielebaustelle lud zum 35. Mal zur legendären Spielenacht. Auf den Tischen im Martin-Luther-Haus fanden die knapp 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gigantische Sammlung von Spielen.

Nach kurzer Organisation geht es los. Minuten später sind Familien, Gruppen und Einzelspieler absorbiert. Das Prinzip ist simpel und bewährt: Der Vorstand stellt die Logistik, die Gäste den nötigen Treibstoff. Würstchen und Kaltgetränke stehen bereit. Beim Zockerbuffet vertraut man auf die Disziplin der Teilnehmer. Die Hoffnung: Daheim werden Weihnachtsteller geplündert – Dominosteine und Spekulatius gegen Siegpunkte. Salzstangen und Chips ergänzen das Angebot.

Spaß am Spiel im Vordergrund

Im Zentrum des Abends steht der Spaß am Spiel. Das Turnierspiel in diesem Jahr bittet auf die Rennbahn: Ascot vom ASS-Verlag. Unter der Regie von Dennis Kues jagen Holzpferde mit Namen wie Django oder Marc Aurel über das Parkett.

Wer strategische Tiefe sucht, bleibt lokal. Der Bergisch Gladbacher Verlag Koalla präsentiert sein Werk Kauri. Das Besondere: Niemand muss sich durch das Regelheft quälen. Verleger Christoph Kraft und Sebastian Ott leiten höchstpersönlich durch die komplexen Verästelungen des Spiels. Übernommen haben sie es von einem französischen Verlag. Aus mehreren hundert Bewertungen schaffte man es in die kurze Liste der „Kennerspiele“.

Ein Spiel für Erwachsene

Die sind nichts für kleinere Kinder, machen dafür Erwachsenen umso mehr Spaß. Unsere Zeitung stellte Kauri bereits ausführlich vor. „Die erste Auflage war schnell verkauft, und jetzt sind schon zwei Drittel der zweiten weg“, freut sich Kraft. Zwei Vierergruppen sitzen zusammen und spielen das etwa eine Stunde dauernde Spiel.

An einem weiteren Tisch liegt das zweite Spiel des Verlags vom gleichen Autor: La Bête. Es geht um die Bestie des Gévaudan, ein Raubtier, das im 18. Jahrhundert eine südfranzösische Region heimsuchte. Eine Person übernimmt die Bestie und agiert aus dem Versteck heraus. Die Gruppe der Mitspieler versucht, dem Schrecken ein Ende zu setzen.

Preise zu gewinnen

Die Spielenacht ist kein Ort für leere Hände. Wer beim eigens aufgesetzten Preisrätsel oder im Turnier kein Glück hat, findet es vielleicht bei der Tombola. Die Vorräte sind gewaltig: 200 Spiele aus der hauseigenen Sammlung suchen neue Besitzer. Eine Chance, genau jene Schätze zu ergattern, die der Handel längst als „vergriffen“ führt.

Anna und Jan sind an diesem Abend mit ihrem Dackel vorbeigekommen. Sie sind begeisterte Spieler. „Hier kann man abschalten und in eine andere Welt eintauchen“, schwärmt Anna. Sie waren auch auf der Spielmesse in Essen. Dort sei es voll und laut. Außerdem müsse man für das Ausprobieren eines Spiels immer einen Slot buchen. „Hier ist das Angebot kostenfrei, verpflichtet zu nichts, und man kann nach Herzenslust ausprobieren“, freut sich Jan über das Angebot. Dann beginnen sie zu zweit ein kleines Spiel – und versinken schnell in eine andere Welt.

In der Zwischenzeit fragt Dennis Kues in die Runde: „Wir haben für Ascot jetzt zwölf Mitspieler. Ideal wären vierzehn. Hat noch einer Lust mitzumachen?“ „Wir haben unsere Sammlung aufgeräumt und Ascot gefunden. Das habe ich vor vielen Jahren mitgespielt, ich fand es großartig“, erinnert sich Mettmann. Viele spielen bis Mitternacht, einige bleiben bis vier Uhr morgens. Dann ist Schluss. Wer mehr Bedarf hat: Die Spielebaustelle trifft sich einmal im Monat im Hermann-Löns-Viertel in Gronau. Am Freitag, 16. Januar, ist der erste Termin 2026. Oder man wartet auf die nächste Spielenacht am 29. Dezember in Altenberg.