Das Kulturerbe-Siegel ist die höchste kulturelle Auszeichnung der Europäischen Union und muss durch stetige Weiterentwicklung gesichert werden.
Europäische KulturerbestätteAltenberg will den Weg der Zisterzienser weitergehen

Die Idylle rund um den Dom bot die Kulisse für den ersten Klostermarkt in Altenberg.
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Als ehemalige Zisterziensergründung ist Altenberg Teil der europäischen Klosterlandschaft „Cisterscapes“. Für die vielfältigen Bemühungen, das mittelalterliche Erbe der Zisterzienser mit der Moderne zu verknüpfen, wurde der Ort 2024 gemeinsam mit insgesamt 17 anderen Zisterzienserstätten aus fünf Ländern mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.
Die höchste kulturelle Ehrung, die die EU zu vergeben hat, soll aber ausdrücklich keine Eintagsfliege sein, sondern durch Projekte kontinuierlich weiterentwickelt werden. So stehe es in den Statuten und nur so bleibe das Kulturerbe-Siegel Altenberg dauerhaft erhalten. Das machte Xandra Wildung, Leiterin der Europäischen Kulturerbestätte Altenberg, im vergangenen Kulturausschuss deutlich.
Das Konzept muss weiterentwickelt werden
Man müsse das Konzept für den Weg weiterentwickeln, den man als Klosterlandschaft einschlagen wolle, so Wildung. Dazu dienten in erster Linie auch Treffen zisterziensischer Netzwerke in Europa. So wurde Wildung zur Sprecherin der Europäischen Charte Cistercienne gewählt, einem seit 1993 bestehenden Verein öffentlich zugänglicher Zisterzienserabteien und Klosterstätten.
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2025 habe Altenberg mit dem Historisch-Geographischen Institut der Universität Bonn zusammengearbeitet. „Sie haben eine Lehrveranstaltung in Altenberg abgehalten, in der sich Studierende mit dem Erbe der Zisterzienser befasst und auch eine Studienarbeit darüber geschrieben haben“, berichtet Wildung. Weitere Lehrveranstaltungen seien geplant.
Neu erschienen ist ein Buch über die Kulinarik der Zisterzienser
Engagiert sei man besonders bei der europäischen Vernetzung und Entwicklung gemeinsamer Projekte, bei Bildungsangeboten und der Vermittlung des kulturellen Erbes. So entwickele man gerade digitale Angebote auch für Kinder, sagte Wildung. Ein weiterer Schwerpunkt sind Tourismus und Landschaftsentwicklung, etwa die weitere Ausweisung von Wanderrouten auf den Spuren der Mönche.
Neu herausgegeben habe man ein Buch über die Kulinarik der Zisterzienser, berichtete Wildung. Was bauten die Zisterzienser früher an? Wie steigerten sie ihren Ertrag und vor allem: Was kam am Ende auf den Tisch? Das ist im Buch nachzulesen, die abgedruckten Rezepte können auch nachgekocht werden: „Wir haben ein Probemenü gekocht“, verriet Wildung.
Erstmals wurde in Altenberg ein Klostermarkt angeboten
Auch der im vergangenen Mai erstmals organisierte Klostermarkt in Altenberg betrachtete das Zisterziensererbe eher von seiner genussvollen Seite. „Das war sehr erfolgreich, mehrere tausend Besucher kamen, nahmen an den Führungen und dem Programm im Dom teil und es gab tolle Stände und Musik“, erinnert sich die Leiterin der Kulturerbestätte.
Ob es eine Wiederholung gibt, müsse noch geklärt werden und sei hauptsächlich eine Frage der Kosten. „Wir haben lange für die Mittel gekämpft“, sagte sie. Gespräche mit dem neuen Landrat darüber stünden noch aus. „Wir brauchen aber auch politischen Rückhalt dafür“, warb Wildung.

