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„erhebliche Mängel“Rheinisch-Bergischer Kreis fördert Familienzentrum Odenthal mit rund 50.000 Euro

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Kinder und Erzieherinnen sitzen auf dem Boden und klatschen.

Neben der Heizungsanlage des Familienzentrums, in dem es Platz für 55 Kinder gibt, sind auch Teile der Küche sanierungsbedürftig. (Archivbild)

Die Caritas-Einrichtung ist sanierungsbedürftig. Probleme gibt es unter anderem mit der Heizung und dem Abwasserkanal.

Ein Abwasserkanal, in den Wurzeln einwachsen, eine störanfällige Heizung, eine Küche mit Feuchtigkeitsschaden: Das Caritas Familienzentrum Odenthal, eine Kindertagesstätte, befindet sich in keinem guten Zustand, hat dringenden Sanierungsbedarf. Doch es fehlt an Geld. Der Caritasverband hat nach eigenen Angaben bereits 150.000 Euro an Eigenmitteln an anderen Stellen eingebracht, Rücklagen gebe es keine.

Deshalb beteiligt sich nun der Kreis an den Kosten für die Sanierung – mit bis zu 48.000 Euro. Das hat der Jugendhilfeausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen und damit auf einen Investitionsantrag des Trägers reagiert. „Es sind erhebliche Mängel, baulicher und technischer Art festgestellt worden, die mit hoher Dringlichkeit Instandhaltungsmaßnahmen erfordern“, zitiert die Verwaltung den Träger.

Die Kücheneinrichtung wurde deutlich über die übliche „Lebenszeit“ hinaus genutzt
Aus dem Antrag des Caritasverbandes

Besonders betroffen seien drei Bereiche. Dazu zählt der Abwasserkanal auf dem Grundstück des Familienzentrums, in den Wurzeln einwachsen. Auch die Heizung, die seit etwa 30 Jahren in Betrieb sei, mache Probleme. Wiederholt sei sie ausgefallen. Gerade im Winter kann das zu großen Problemen für die dreigruppige Kindertagesstätte und ihre Schützlinge – maximal 55 Kinder ab vier Monaten bis zum Schuleintritt – werden.

Zuletzt geht es auch um die Wände in der Küche. Das Mauerwerk weise einen Feuchtigkeitsschaden auf. „Die Kücheneinrichtung wurde deutlich über die übliche „Lebenszeit“ hinaus genutzt“, teilt der Träger laut Verwaltung mit.

Weitere Fördermittel muss der Träger beim Land NRW beantragen

Eine Zusage für fast 50.000 Euro sind eine erste gute Nachricht. Damit finanziert der Kreis 30 Prozent der notwendigen rund 159.000 Euro. Für die fehlenden 70 Prozent muss der Caritasverband laut Kreisverwaltung investive Fördermittel beim Land beantragen. Diese belaufen sich auf rund 111.000 Euro.

Für die Fördergelder gibt es eine eigene Richtlinie aus einem Runderlass des Landesministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Migration. „Gefördert werden Maßnahmen, die der Wiederherstellung oder Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Zustandes für den dauerhaften Betrieb einer Kindertageseinrichtung dienen und die wirtschaftlichste Lösung darstellen,“ heißt es darin. Als Beispiel werden die Beseitigung von Schäden, Dachsanierungen oder energetische Sanierungen genannt. Was das Familienzentrum in Odenthal angeht, scheinen die Chancen auf die Landesförderung demnach nicht schlecht zu stehen.

Baumaßnahmen könnten in der Sommerschließung erfolgen

Doch dann wartet schon die nächste Baustelle: das Timing der Sanierungsmaßnahmen. Denn laut Verwaltung ist es nicht möglich, den Abwasserkanal während des laufenden Betriebs der Kita zu sanieren. Und: „Die Baumaßnahme der Heizungsanlage sollte sinnvoller Weise vor dem nächsten Winter abgeschlossen sein.“

Die „Gesamtmaßnahmen“, wie die Verwaltung die Sanierung der zu behebenden Mängel beschreibt, seien in der Zeit der Sommerschließung der Einrichtung „angezeigt“. Das sind drei Wochen in den Sommerferien. Ob der Plan aufgeht, werden die kommenden Monate zeigen.