Die Kommunen unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung, die beiden Feuerwehren Vorteile bringen soll.
Hilfe für HelferOdenthals Freiwillige Wehr nutzt Werkstattservice der Galdbacher Nachbarn

In der Feuerwehrwerkstatt: (v.links) Gladbachs Feuerwehrschef Jörg Köhler, die Odenthaler Bürgermeisterin Laura Lundberg, Bergisch Gladbachs Bürgermeister Marcel Kreutz und Odenthals Wehrleiter Axel Staehler.
Copyright: Stephanie Peine
Wenn es brennt, dann muss alles ganz schnell gehen. Jeder Handgriff muss dann sitzen, die Abläufe müssen reibungslos ineinandergreifen, die Rettungskräfte als eingespieltes Team agieren. Doch die Mannschaft ist immer nur so gut, wie das Material, das ihr für ihre Rettungseinsätze zur Verfügung steht.
Am Ende entscheidet auch die korrekt gewartete Schutzmaske, der intakte Schlauch über den Erfolg des Einsatzes und die Sicherheit der Feuerwehrleute. Um diese Bedingungen weiter zu verbessern, intensivieren die Stadt Bergisch Gladbach und die Gemeinde Odenthal ihre Zusammenarbeit. Die Vereinbarung der interkommunalen Kooperation ist unbefristet angelegt.
Gladbacher Feuerwehr übernimmt Werkstattleistungen für Odenthal
Künftig übernimmt die Feuerwehr der Kreisstadt, die mit hauptamtlichen Kräften arbeitet, zentrale Werkstattleistungen für die Freiwillige Feuerwehr Odenthal. Dazu gehören insbesondere die Prüfung, Reinigung und Lagerung von Atemschutzgeräten, die Pflege der Schläuche und die Reinigung der Einsatzkleidung.
Diese Arbeiten erforderten wegen der umfangreichen Sicherheitsvorschriften speziell ausgebildetes Personal, geeignete Räume sowie technisch aufwendige, teils computergesteuerte Prüfanlagen, erklärt der Leiter der Feuerwehr Bergisch Gladbach, Branddirektor Jörg Köhler. All dies stehe in Bergisch Gladbach zur Verfügung.
Gemeinsamer Gerätepool soll Einsätze erleichtern
Zu diesem Zweck sei ein gemeinsamer Gerätepool eingerichtet worden: In ihn brachte die Freiwillige Feuerwehr Odenthal rund 200 Löschschläuche ein und trennte sich von ihren eigenen Atemschutzmasken, die mit dem Gladbacher System nicht kompatibel waren. Gegen Zahlung einer jährlichen Pauschale, die nach Angaben der Odenthaler Verwaltung für den Atemschutz bei knapp 61.000 Euro und für die Schlauchpflege bei rund 8000 Euro liegt (Wäsche wird nach tatsächlichem Aufwand, beziehungsweise Stückkosten abgerechnet), können sich die Odenthaler Wehrleute nun im Gladbacher Magazin ausrüsten und das Material nach einem Einsatz auch wieder in der dortigen Werkstatt zur Wartung abliefern.

Bei der Anzugwäsche: Werkstattleiter David Tietz.
Copyright: Stephanie Peine
Dieser Service entlaste die ehrenamtlich arbeitenden Feuerwehrkräfte in Odenthal enorm, meint der dortige Wehrleiter Axel Staehler. „Der Zeitaufwand ist nur noch schwer zu leisten“, erklärt er mit Blick auf die Odenthaler Löschkräfte, die Beruf, Familie, Freizeit und Ehrenamt unter einen Hut und dabei viele Opfer bringen müssten. Nun könne man sich wieder stärker auf die eigentliche Aufgabe der Feuerwehr konzentrieren, „den Schutz der Menschen in Odenthal“.
Beide Vertragspartner sehen Vorteile
Das sahen Politik und Verwaltung im Vorfeld auch: „Für die (…) ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen gestalten sich Art und Umfang immer mehr zur Herausforderung mit dem Ergebnis, dass die ehrenamtlichen Strukturen im Bereich der Gerätemeisterei und hier im Besonderen der Atemschutzwerkstatt zu zerbrechen drohten“, schrieb die Odenthaler Verwaltung in ihrer Vorlage für den Rat, der die interkommunale Zusammenarbeit dann auch einstimmig beschloss.
Auch die Bergisch Gladbacher segneten das Leistungspaket ab, in dem die beiden Vertragspartner eine Win-win-Situation sehen. Odenthal werde zeitlich und finanziell entlastet und habe durch die Pauschale gleichbleibende Kosten, Bergisch Gladbach könne seine Werkstattkapazitäten besser auslasten und die Beschaffungskosten für Material reduzieren, weil größere Mengen bestellt werden können. Zudem werde durch einheitliche Technik auch die Zusammenarbeit an Einsatzstellen verbessert.
Erfahrung und Infrastruktur für die Nachbarkommune
„Wir nutzen vorhandene Strukturen effizienter und stärken gleichzeitig die Sicherheit in der Region“, bewertet Bergisch Gladbachs Bürgermeister Marcel Kreutz die Kooperation. Für die größte Feuerwehr im Rheinisch-Bergischen Kreis sei es selbstverständlich, Erfahrung und Infrastruktur auch für die Nachbarkommunen einzubringen.
„Die Anforderungen an Technik, Qualitätssicherung und Dokumentation in Feuerwehrwerkstätten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagt Laura Lundberg, Bürgermeisterin von Odenthal. Durch die Zusammenarbeit stelle man sicher, „dass unsere Feuerwehr dauerhaft auf professionelle und leistungsfähige Werkstattstrukturen zurückgreifen kann.“

