Nach einem Unfall kehrte das restaurierte Hofkreuz von Cyriax an einen sichereren Ort zurück. Historiker und Bewohner feiern die Rückkehr.
Restaurierung abgeschlossenHistorisches Hofkreuz von Cyriax kehrt an sichereren Ort zurück

Das restaurierte Hofkreuz in Cyriax wurde im Anschluss an die Messe zum Cyriakusfest von den beiden scheidenden Overather Pfarrern Raimund Fischer und Gereon Bonnacker feierlich eingesegnet.
Copyright: Heider
159 Jahre hatte das steinerne Kreuz über Cyriax gewacht. Dann kam im vergangenen Jahr der Unfall: Das historische Hofkreuz stürzte um, zerbrach und wurde erheblich beschädigt. Nun steht es wieder – restauriert, an einem etwas versetzten und sichereren Platz. Und für Historiker und Overaths Bürgermeister a.D. Andreas Heider bedeutet das weit mehr als die Rückkehr eines alten Denkmals: „Der heilige Cyriakus als Hofpatron und Namensgeber bekommt wieder seinen angestammten Platz in Cyriax zurück.“

Zahlreiche Besucher waren zur Kreuzeinweihung in den Weiler Cyriax unweit des Overather Schulzentrums gekommen.
Copyright: Heider
Passender hätte der Zeitpunkt kaum sein können. Traditionell feiert die Hofgemeinschaft der ehemaligen Benediktinerpropstei St. Cyriakus am 8. August den Gedenktag ihres Namenspatrons. Seit vielen Jahrzehnten sei das Cyriakusfest eine „schöne und liebgewordene Tradition“, die die Bedeutung dieses besonderen Ortes in Overath wachhalte, erinnerte Heider bei der Messe im ehemaligen Propsteihof.
Der heilige Cyriakus als Hofpatron und Namensgeber bekommt wieder seinen angestammten Platz in Cyriax zurück.
Diesmal gab es einen besonderen Anlass: Im Anschluss an die Messe segneten die beiden scheidenden Overather Pfarrer Raimund Fischer und Gereon Bonnacker das restaurierte Hofkreuz feierlich wieder ein. Zahlreiche Besucher waren dazu nach Cyriax unweit des Overather Schulzentrums gekommen.

Das nach einem Unfall frisch sanierte Kreuz.
Copyright: Heider
Das Steinkreuz stammt aus dem Jahr 1866. Sein Relief zeigt den heiligen Cyriakus in Diakonentracht, mit dem Palmzweig des Märtyrers in der Hand und einem gefesselten Drachen zu seinen Füßen. Der Drache symbolisiert das Böse und geht auf die Legende zurück, Cyriakus habe eine Tochter des römischen Kaisers Diokletian von Besessenheit geheilt.
Wer das Kreuz einst in Auftrag gab und aus welchem konkreten Anlass, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei klären. Heider hält es für wahrscheinlich, dass Nachfahren der Familie Scharrenbroich damit an den Hofpatron erinnern wollten, nachdem die frühere Cyriakuskapelle ihre religiöse Funktion verloren hatte. Möglicherweise gab eine katholische Volksmission, die 1866 in Overath stattfand, den entscheidenden Anstoß. Heider betont allerdings: Belegen lässt sich das nicht.
Das Kreuz ist dabei nur eines der sichtbaren Zeugnisse einer Geschichte, die weit ins Mittelalter zurückreicht. 1256 gründete die Benediktinerabtei auf dem Siegburger Michaelsberg in Cyriax ihre letzte von insgesamt acht Propsteien. Schon zuvor hatte es dort einen Klosterhof mit einer dem heiligen Cyriakus geweihten Kapelle gegeben – für das hochmittelalterliche Overath eine Besonderheit. Menschen kamen dorthin, um den Beistand des Heiligen zu erbitten.
Eine durchgehend glanzvolle Klostergeschichte war es allerdings nicht. Über lange Zeit lebte überhaupt kein Mönch in Cyriax, zeitweise war die Propstei finanziell und baulich in einem beklagenswerten Zustand. 1607 wurde sie in einer zeitgenössischen Quelle sogar als „ganz verwüstet und heruntergekommen“ beschrieben. Erst später wurden Gebäude wieder instand gesetzt. Das repräsentative ehemalige Propstwohnhaus erhielt Ende des 17. Jahrhunderts im Wesentlichen seine heutige Gestalt.

Die Messe gefeiert wurde beim Cyriakusfest.
Copyright: Heider
1803 war schließlich Schluss: Im Zuge der Säkularisation wurden die Abtei Siegburg und ihre Propsteien aufgehoben, Inventar versteigert sowie Gebäude und Ländereien verstaatlicht. Aus dem geistlichen Standort wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts eine kleine Hofsiedlung. Die frühere Kapelle verlor ihre Funktion und wurde sogar zum Kuhstall umgebaut.
Geblieben ist die besondere Verbindung der Bewohner mit Cyriax. Heider verweist darauf, dass trotz Hofteilungen, Besitzerwechseln und unterschiedlicher Familiengeschichten bis heute eine enge Nachbarschaft und funktionierende Hofgemeinschaft erhalten geblieben sei.
Nachdem es 159 Jahre überstanden hatte, war Kreuz 2025 bei einem Unfall umgestürzt
Und nun ist auch ihr historisches Kreuz zurück. Nachdem es 159 Jahre überstanden hatte, war es im vergangenen Jahr bei einem Unfall umgestürzt. Eigentümer Stefan Becher ließ es auf eigene Kosten von der Steinmetzfirma Strässer restaurieren. Nur wenige Meter vom bisherigen Standort entfernt steht es nun an einer sichereren Stelle.
Pfarrer Fischer würdigte bei der Feier die Traditionen in den Overather Pfarrbezirken, die es zu pflegen und zu bewahren gelte. Dass Cyriakus wieder seinen Platz erhalten hat, wurde anschließend ausgiebig gefeiert: Bei bestem Sommerwetter blieb die Hofgemeinschaft mit ihren Gästen bis tief in die Nacht zusammen.
