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PhotovoltaikSolartechnik wirft in Waldbröl ihren großen Schatten voraus

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Wie ein großzügiger Carport wirkt die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage, die in Waldbröl ab Oktober oder spätestens ab November auf einem Parkplatz gebaut wird.

Wie ein großzügiger Carport wirkt die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage, die in Waldbröl ab Oktober oder spätestens ab November auf einem Parkplatz gebaut wird.

Noch in diesem Jahr soll der Parkplatz am Raabeweg in der Mitte der Marktstadt in weiten Teilen mit einer solchen Anlage überbaut werden.

Ende Oktober, spätestens Anfang November soll’s losgehen und schon etwa vier Wochen später soll sich eine großflächige Photovoltaik-Anlage über den Parkplatz am Raabeweg spannen, Schatten spenden, vor allem aber Sonnenstrahlen sammeln und Strom liefern. Betreiber der Anlage sind die Waldbröler Stadtwerke, die im Juni vergangenen Jahres mit einstimmigem Beschluss aus dem Stadtrat grünes Licht dafür erhalten haben.

Noch in diesem Monat soll der Bauantrag auf den Weg ins Rathaus und in die Kreisverwaltung gebracht werden. „Darauf dürfen wir schon sehr stolz sein“, findet Mirco Kujbida, Geschäftsführer der Stadtwerke. „Denn wir sind ja ein eher kleines Unternehmen.“ Rund 610.000 Euro soll die Photovoltaik-Technik kosten – etwas mehr als zuvor geplant, wobei die nun 2300 Quadratmeter große Anlage um etwa 700 Quadratmeter kleiner ausfällt als zuvor entworfen. Kleiner, weil ein Strommast am Raabeweg für dieses Vorhaben ungünstig steht. Und teurer, weil die Stadtwerke das gewählte Modell aufgemöbelt haben.

Der Raabeweg in Waldbröl soll in großen Teil mit einer Photovoltaik-Anlage überbaut werden. Betreiber sind die Stadtwerke. Die Anlage in der Art eines Carports schützt die Kundschaft zudem vor Sonne und Regen.

Der Raabeweg in Waldbröl soll in großen Teil mit einer Photovoltaik-Anlage überbaut werden. Betreiber sind die Stadtwerke. Die Anlage in der Art eines Carports schützt die Kundschaft zudem vor Sonne und Regen.

Kujbida zählt auf: „Die Anlage erhält eine Beleuchtung, damit die Parkplätze nicht im Dunkeln liegen, sie ist regendicht, damit die Kundschaft der Märkte bei schlechtem Wetter trockenen Fußes einkaufen kann, und zusätzlich gibt es zwei Stromspeicher.“ In diesen Batterien sammeln sich dem Geschäftsführer zufolge 250 Kilowattstunden. In der Woche ab 31. August 2026 werden an fünf Stellen auf dem mehr als 8220 Quadratmeter großen Platz Bohrungen ausgeführt, die zeigen sollen, wie stabil oder nachgiebig der Boden dort ist und welche Verankerungen gewählt werden müssen, damit die Technik sicher steht.

Generalunternehmer in Waldbröl ist die Firma Solar Oberberg aus Reichshof

Generalunternehmer ist Solar Oberberg, gegründet worden ist dieser Spezialist 2019 in der Reichshofer Ortschaft Wildbergerhütte. „Wir freuen uns extrem auf dieses Projekt, zumal dieser Auftrag in der Region umgesetzt wird“, erklärt Marco Hebel, einer der Geschäftsführer. „Denn in Sachen Solartechnik ist Oberberg noch nicht am Puls der Zeit.“ Hebel und sein Mitstreiter Sebastian Schuh haben damals aus dieser Zeitung erfahren, dass sie den Zuschlag bekommen hatten.

Die Waldbröler Anlage aus anderer Perspektive: Rechts ist der Eingang zum Petz-Rewe-Markt.

Die Waldbröler Anlage aus anderer Perspektive: Rechts ist der Eingang zum Petz-Rewe-Markt.

Für Solar Oberberg ist es zurzeit das größte Projekt im öffentlichen Raum, der Parkplatz ist Eigentum der Marktstadt. „Inzwischen liegt uns aber ein noch größerer Auftrag vor“, verrät Hebel. Für seine Firma indes ist das Waldbröler Vorhaben zwar besonders, aber eher klein: „Es gibt Betriebe, die so große Freiflächen oder Dächer haben, dass wir im Megawatt-Bereich unterwegs sind.“

In Waldbröl kann ein bestehender Trafo auch weiterhin genutzt werden

Am Raabeweg produzieren 864 Module jeweils 510 Watt Strom, die Maximalleistung beziffert Stadtwerke-Mann Mirco Kujbida auf 440 Kilowatt in der Spitze. Gefertigt werden die Stützen in Italien, die Module erhält Solar Oberberg aus China.

Trafos müssen übrigens keine gebaut werden: „Wir können die vorhandene Station an der Vennstraße nutzen“, erklärt Kujbida. Das spare zwischen 80.000 und 100.000 Euro. Von der Vennstraße soll mehr als die Hälfte des am Raabeweg produzierten Stroms in die nahe Nachbarschaft fließen, und zwar in das Hallenbad Balneo.

Seit 1. Januar 2019 leitet Mirco Kujbida die Stadtwerke in Waldbröl.

Seit 1. Januar 2019 leitet Mirco Kujbida die Stadtwerke in Waldbröl.

Ob die Stadtwerke das Bad irgendwann komplett übernehmen, lässt Kujbida offen – möglich wäre es laut Ausrichtung der Stadtwerke seinen Angaben zufolge aber durchaus, „jedoch nicht so bald“. Dem Vernehmen nach laufen die Nutzungsverträge mit der gemeinnützigen Trägergesellschaft „Schwimmen in Waldbröl“ ohnehin noch bis ins Jahr 2040.

Die Idee, das Gelände am Raabeweg mit einer Photovoltaik-Anlage zu überbauen, stammt aus der SPD-Fraktion im Waldbröler Stadtrat – von Wastl Roth-Seefrid, um genau zu sein. Der hatte sie im April 2024 der Politik vorgestellt – und mit dem Wendeplatz für Busse an der Vennstraße unterhalb des Schulzentrums und mit dem Parkplatz an der Nutscheidhalle dann gleich auch zwei weitere Standorte im Stadtzentrum für diese Technik ausgemacht.

Während der Bauzeit, so kündigt Mirco Kujbida an, werde der Parkplatz stets nur in Teilen gesperrt, das Weihnachtsgeschäft etwa soll ungestört bleiben. „Wir stehen mit den Geschäftsleuten in engem Austausch und haben ihre Bedürfnisse bei der Planung berücksichtigt“, versichert er und nennt den freien Blick auf die Geschäftsfassaden als Beispiel. Zu dem Strommast am Rand des Platzes muss zudem ein Sicherheitsabstand von 16 Metern eingehalten werden. „Und sollte mal etwas passieren, so ist unser Solar-Carport schnell abgebaut.“