Die Nachwuchsfußballerin Viktoria Borowczyk (14) aus Bedburg schließt sich den Geißböcken an.
Ein Traum wird wahrFC Köln holt 14-jähriges Talent vom SV Kaster

Im Kreise ihrer Familie beim SV Kaster (v.l.): Mutter Natalia, Viktoria Borowczyk, Vater Waldemar und der jüngere Bruder Oliver.
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„Beim Fußballspielen macht es mir einfach Spaß, den Ball zu kicken und zu gewinnen – ich will einfach immer gewinnen“, sagt die 14-jährige Fußballerin Viktoria Borowczyk im Interview auf dem Vereinsgelände des SV Kaster. Die Schülerin vom Silverberg-Gymnasium Bedburg wechselte am 1. Juli ganz offiziell vom SV Kaster zum 1.FC Köln, um ihrem Traum vom Profidasein ein Stück näher zu sein. Der Weg zur bezahlten Fußballerin ist sicherlich noch ein weiter und beschwerlicher, doch in Kaster sind sich die Vereinsverantwortlichen gewiss, dass das nun ehemalige Vereinsmitglied mit seiner kompromisslosen Einstellung noch weit kommen wird.
Bedburg: Ein langer Weg, um die richtige Sportart zu finden
„Viktoria war schon als kleines Kind sehr sportlich“, erzählt Vater Waldemar. „Wir haben mit ihr viele verschiedene Sportarten ausprobiert – sogar Ballett. Doch das war ein kompletter Reinfall.“ Neben dem Fußball spielte die Tochter eine Zeit lang auch sehr erfolgreich Basketball beim Pulheimer SC. Irgendwann überschnitten sich jedoch die Spiele und Trainingseinheiten der jeweiligen Sportarten, so dass Viktoria sich für eine entscheiden musste.
„Für Viktoria gab es da keine Sekunde zu überlegen: Sie wusste sofort, dass sie Fußball spielen und mit den Jungen beim Pulheimer SC weitermachen wollte. Sie war damals das einzige Mädchen in der Mannschaft und oft auch das einzige Mädchen bei den Turnieren. Trotzdem hat sie sich hervorragend behauptet und ihren Platz im Team gefunden.“
Ich wollte schon immer für diesen Verein spielen und bin ein großer Fan von der Spielweise von Said El Mala
Anfangs spielte die 14-Jährige noch in der PSC-Abwehr. Nun ist sie am liebsten im Sturm unterwegs und möchte ihr Team im besten Fall mit Toren zum Sieg führen. Doch eigentlich gibt es für Viktoria Borowczyk auch noch heute keine Position auf dem Feld, die sie für den Erfolg ihrer Mannschaft nicht bekleiden würde.
„Wenn ich mit meinem Team am Verlieren bin und merke, dass keine Mitspielerin nach vorne geht, hole ich mir den Ball auch gerne mal selbst von hinten, damit wir noch Tore machen können, um das Spiel zu gewinnen“, so die Schülerin, die sich für einen harten Zweikampf in der Abwehr nicht zu schade ist. Schon bevor die eigene Tochter beim PSC den Fußball im Vereinswesen kennenlernte, war für Vater Waldemar abzusehen, dass der Fußball eigentlich Viktorias Ding sein müsste.

Ganz viel Fußball im Kopf haben Viktoria und ihr Bruder Oliver.
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„Wann immer ich von der Arbeit zurückgekommen bin, stand Viktoria mit dem Ball bereits vor der Garage und wollte mit mir spielen. Wenn ich gerade keine Zeit hatte, mussten meine Mitarbeiter ran“, scherzt der Papa, der in seiner Jugendzeit selbst ein ambitionierter Fußballer war.
Aufgrund eines Umzuges der Familie von Pulheim nach Kaster schloss sich Viktoria 2021 erstmalig einem reinem Mädchenteam beim SV an. Neben zahlreichen Erfolgen – mit ihrem Team gewann sie in den zurückliegenden Jahren unter anderem eine Hallenkreismeisterschaft und war maßgeblich als Bezirksligameisterin am Aufstieg der SV-Mädels in die Mittelrheinliga beteiligt – fand Viktoria auf dem Fußballplatz in Kaster zudem ein zweites Wohnzimmer vor. „Der SV Kaster ist wie eine Familie für mich. Ich habe hier meine Freundinnen und verstehe mich mit den Trainern. Darum wollte ich auch so lange wie möglich hierbleiben.“
Vereine aus dem Rheinland bekunden großes Interesse
Der 1. FC Köln und auch andere Bundesligavereine aus dem Rheinland sind tatsächlich seit Längerem an der begabten Fußballerin interessiert. Doch in Absprache mit Ralf Mattheis, dem 2. Vorsitzenden des Vereins aus Kaster, sollte stets der passende Moment für den nächsten Schritt abgewartet werden. „Wir raten unseren Mädchen immer, dass sie bis zu einem gewissen Alter warten und die Zeit mit ihren Schulfreundinnen im Verein so lange wie möglich genießen sollten. Jetzt ist für Viktoria der richtige Zeitpunkt für den Wechsel nach Köln gekommen, weil sie für ihre Weiterentwicklung einfach Mittel braucht, die wir nicht mehr bieten können – aber der FC“, erklärt Mattheis.
Und Mutter Natalia fügt an: „Zu einem früheren Zeitpunkt wären die regelmäßigen Fahrten nach Köln für uns einfach zu aufwendig gewesen. Trotzdem hatte Viktoria schon immer ein klares Ziel vor Augen: den 1.FC Köln. Der Weg dorthin war alles andere als einfach. Gerade deshalb sind wir heute besonders stolz auf sie.“
Ein Kindheitstraum von Viktoria geht in Erfüllung
„Der Zeitpunkt ist auch für mich perfekt“, befindet die frische Jungböckin, die „richtig Bock“ auf die neuen Trainingsreize hat: „Ich kann mir schon vorstellen, dass ich mit dem neuen Training und dem neuen Team noch besser werde.“ Ganz weit im Hinterkopf ist zwar auch der sorgenvolle Gedanke, dass sie es nicht direkt in die Startelf schafft. Doch die Vorfreude auf den 1. FC Köln, der im Übrigen neben dem FC Barcelona ihr Lieblingsverein ist, überwiegt. „Ich wollte schon immer für diesen Verein spielen und bin ein großer Fan von der Spielweise von Said El Mala.“
Ihr Bruder Oliver ist jedenfalls der festen Überzeugung, dass sich die große Schwester mit ihrem kraftvollen Distanzschuss schon bald beim FC durchsetzen wird. Ebenso die Eltern: „Wir sind überzeugt, dass sie sich mit ihrer Einstellung und ihrem Ehrgeiz auch beim 1. FC Köln einen Platz in der Startelf erkämpfen wird.“
