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„Müssen uns wappnen“Deutliche Reaktionen nach Anschlag in Bergheim

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Auf das Umspannwerk in Bergheim wurde ein mutmaßlicher Anschlag ausgeübt.

Auf das Umspannwerk in Bergheim wurde ein mutmaßlicher Anschlag ausgeübt.

Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall an dem Umspannwerk von Amprion in Bergheim unter Hochdruck.

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf das Umspannwerk von Amprion in Bergheim fordern Politiker aus dem Rhein-Erft-Kreis Konsequenzen. Bergheims Bürgermeister steht seit Dienstagabend (1. September) in engem Austausch mit der Einsatzleitung der Polizei. Maßnahmen zur Sicherung der kritischen Infrastruktur seien sofort ergriffen worden. CDU-Politiker Gregor Golland sowie der SPD‑Vorsitzende in Bergheim äußerten sich kritisch.

Nach dem Vorfall in Bergheim hat die Polizei Essen übernommen, die bei Verdacht auf einen Terroranschlag immer die Ermittlungen leitet. Der mutmaßliche Anschlag auf das Umspannwerk von Amprion in Bergheim hatte Angaben von RWE zufolge auch Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen. Wie ein Pressesprecher des Unternehmens mitteilte, seien in der Folge insgesamt fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE im Rheinischen Revier mit einer Kapazität von insgesamt 4200 Megawatt vom Netz gegangen.

Bürgermeister Mießeler zum Anschlag auf Umspannwerk: Sofort Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet

Bergheims Bürgermeister Volker Mießeler erfuhr noch am Dienstagabend von dem Vorfall am Umspannwerk. Er sei gegen 21 Uhr von der Einsatzleitung der Feuerwehr informiert worden. Zunächst sei völlig unklar gewesen, was genau passiert war, berichtet er auf Nachfrage dieser Zeitung. „Natürlich war ich zuallererst beruhigt, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind.“

Einsatzkräfte der Polizei am Umspannwerk in Bergheim.

Einsatzkräfte der Polizei am Umspannwerk in Bergheim.

Nachdem die Ermittlungen auf einen Anschlag deuteten, nahm Mießeler auch Kontakt mit Landrat Frank Rock auf. Am Mittwochmorgen sei er dann von der Einsatzleitung der Polizei über mögliche Ursachen und die weitere Vorgehensweise informiert worden.

„Nach allem, was ich bislang durch die Ermittlungsbehörde erfahren habe, halte ich einen Sabotageakt oder auch Anschlag für sehr wahrscheinlich“, so Bergheims Bürgermeister Mießeler weiter.

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Wie besorgt sind Sie angesichts der Vorfälle an deutschen Kraftwerken?

Sehr besorgt – Kritische Infrastruktur muss besser geschützt werden.
Etwas besorgt – Solche Vorfälle beunruhigen mich, aber die Versorgung war gesichert.
Erst einmal abwarten – Die Ermittlungen sollten abgeschlossen werden, bevor man Konsequenzen fordert.

Sicherungsmaßnahmen in Bereichen der kritischen Infrastruktur der Energieversorgung seien sofort verstärkt worden, betont Mießeler. „Im Laufe des Tages wird es eine Abstimmung mit RWE und Amprion über deren mögliche interne Sicherheitsmaßnahmen geben. In Abhängigkeit dessen werden wir intern unsere städtischen Möglichkeiten ausloten.“

CDU-Politiker Golland: „Bedrohungen und Attacken kommen näher“

Gregor Golland, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion und Abgeordneter aus Brühl, zeigte sich erschüttert von dem Vorfall in Bergheim. „Der mutmaßliche Anschlag auf das Stromnetz in Bergheim zeigt auf dramatische Weise, dass die Bedrohungen und Attacken auf unser Land näher kommen und konkreter werden“, sagte er dieser Redaktion.

Das Gelände um das Umspannwerk in Bergheim wurde abgeriegelt.

Das Gelände um das Umspannwerk in Bergheim wurde abgeriegelt.

Golland forderte in dem Zusammenhang mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden und eine konsequente Strafverfolgung. „Linksextremisten oder russische Saboteure könnten dafür infrage kommen. Unsere Antwort muss entschlossen, wirksam und klar sein: mehr Befugnisse für die Sicherheitsbehörden, technische Maßnahmen wie Drohnenabwehr und konsequente Strafverfolgung“, so Golland weiter.

SPD-Vorsitzender in Bergheim: „Dagegen müssen wir uns wappnen“

Torsten Rekewitz, Vorsitzender der SPD in Bergheim, zeigte sich von dem Vorfall in höchstem Maße alarmiert. „Allmählich sollte auch der Letzte realisiert haben, dass die ‚hybride Bedrohung‘ gar nicht so abstrakt, sondern sehr real ist. Dagegen müssen wir uns wappnen“, sagte Rekewitz dieser Redaktion.

Über die Bekämpfung von Drohnen werde beispielsweise seit Monaten, wenn nicht Jahren, in Berlin diskutiert, so Rekewitz. „Das Zuständigkeitswirrwarr ist jedoch geblieben. Bundeswehr, Polizei – wer holt die Dinger im Zweifelsfall runter? Das muss endlich geklärt werden.“ Die kritische Infrastruktur, wie konkret Kraftwerke und Umspanneinrichtungen, müsse besser geschützt werden, forderte der SPD‑Politiker. Er fragt sich, wie überhaupt jemand auf das Gelände in Bergheim gelangen konnte. „Das darf nicht mehr möglich sein.“