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Rheinisches RevierBau der Rheinwassertransportleitung startet in Elsdorf

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Die Rohre für die Rheinwassertransportleitung sind am Kraftwerk Neurath und auf einer Fläche des ehemaligen Tagebaus Fortuna zwischengelagert.

Die Rohre für die Rheinwassertransportleitung sind am Kraftwerk Neurath und auf einer Fläche des ehemaligen Tagebaus Fortuna zwischengelagert.

Der Energiekonzern RWE will in den kommenden Tagen mit den Vorbereitungen in Elsdorf starten. Baustart soll Anfang März sein. 

Der Bau der Rheinwassertransportleitung kann beginnen. Wie der Energiekonzern RWE in einer Pressemitteilung mitteilt, habe die Bezirksregierung Arnsberg den Rahmenbetriebsplan für den Bau und Betrieb der Leitung zugelassen.

Damit kann RWE ein Mammutprojekt in Angriff nehmen. Am Ende sollen 45 Kilometer lange Leitungen stehen, mit denen das Unternehmen Rheinwasser von Dormagen entnehmen und bis in die Tagebaue Hambach und Garzweiler pumpen kann. Das Wasser soll die Tagebaulöcher über Jahrzehnte mit so viel Wasser füllen, dass die daraus entstehenden Seen zu den größten in Deutschland gehören würden.

Die Bezirksregierung erklärte in einer Mitteilung, dass das Projekt dazu dient, die Seenbildung nach dem Ende der Braunkohlenförderung zu beschleunigen. „Das entnommene Rheinwasser dient auch der Stabilisierung der Feuchtgebiete im Norden des Tagebaus Garzweiler sowie der Schaffung dauerhaft stabiler Grundwasserverhältnisse.“ So könne das Gelände, das vom Bergbau beansprucht ist, frühzeitig genutzt werden.

Rheinwassertransportleitung: Immer wieder kritische Stimmen zum Projekt

Laut RWE sollen bereits in den kommenden Tagen vorbereitende Maßnahmen starten, um Baustraßen zu errichten und die Baustellen im Bereich der ehemaligen Fernbandtrasse am Tagebau Hambach bei Elsdorf vorzubereiten. Der Bau der Leitung soll dann Anfang März starten. Bis zum Sommer sollen auch die Arbeiten für einen Leitungsabschnitt bei Dormagen und für das Verteilbauwerk bei Grevenbroich-Allrath beginnen. Mehrere Tausend Rohre für die Leitung lagerten bereits seit Monaten am Kraftwerk Neurath und auf einer Fläche des ehemaligen Tagebaus Fortuna bei Bergheim.

Die Bezirksregierung Arnsberg, die NRW-weit für Bergbau zuständig ist, hatte auf Anfrage erklärt, dass im nun zugelassenen Rahmenbetriebsplan eine ganze Liste an Genehmigungen zusammengeführt werden. Ebenso verwies die Behörde darauf, dass noch weitere Verfahren für die einzelnen Seen nötig sein werden. „Für den Tagebausee Hambach wurde ein Planfeststellungsverfahren zur Erstellung eines Sees zum Ende des Jahres 2026 angekündigt“, so die Bezirksregierung im November 2025.

Es gab auch immer wieder kritische Stimmen zum Projekt. Auf eine Anfrage im November hatte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bund NRW, kritisiert, dass RWE und Politik bestehende Unsicherheiten nicht ausreichend kommunizierten, „sondern lieber bunte Animationen von touristischen Traumlandschaften zeigen“. Auf die Frage, ob der Rhein trotz des Klimawandels genug Wasser führen wird, hatte RWE mit einem gestaffelten Wasserkonzept geantwortet. Das Unternehmen will maximal 18 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Rohre abpumpen. Fällt der Pegel des Rheins, wird die Leitung gedrosselt.

Dirk Jansen vom Bund NRW hatte allerdings auf Anfrage im November darauf hingewiesen, dass damit nur sichergestellt sei, dass in Dürrezeiten weniger Wasser entnommen wird. Könne weniger Wasser entnommen werden, habe der Erhalt der Feuchtgebiete Priorität. „Letztlich würde das im Zweifel bedeuten, dass die Löcher nicht – wie optimistisch prognostiziert – in 40 Jahren gefüllt sind, sondern dass es länger dauert.“

Der Bund NRW hatte auch mit Verweis auf verschiedene Belastungen gefordert, das Rheinwasser zu reinigen, bevor es in die Tagebaue fließt. RWE dagegen hatte stets die Qualität des Rheinwassers hervorgehoben.