Die insolvente Klinik hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen. Das Interesse der Bürgerschaft, aber auch aus der Politik, war groß.
Tag der offenen TürMarien-Hospital Erftstadt setzt Zeichen der Zuversicht

Das Marien-Hospital Erftstadt hatte zum Tag der offenen Tür geladen. Der Krankenhausbetrieb lief natürlich weiter.
Copyright: Eva-Maria Zumbé
„Wenn dieses Krankenhaus eins kann, dann ist es Krise“, sagte Insolvenzverwalter André Dobiey beim Tag der offenen Tür des Marien-Hospitals Erftstadt am Samstag (11. Juli). „Wir sind guten Mutes, dass es hier auch weiterhin ein Krankenhaus geben wird und dass wir die Insolvenz gut meistern werden.“

Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt André Dobiey begrüßte die Gäste.
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Es liefen Gespräche, die noch lange nicht abgeschlossen seien, so der Rechtsanwalt der Kölner Kanzlei Niering Stock Tömp. Er hofft weiter auf eine Lösung bis zum Ende des Jahres 2026. Dobiey sprach nach der Wiedereröffnung des Hauses von einem wirtschaftlichen Fehlstart: „Die Medizin war dauerhaft prima, aber drumherum wurden viele Fehler gemacht.“
Erftstadt: Insolvente Klinik lud zum Tag der offenen Tür ein
„Die vergangenen Monate waren für unser Haus keine einfachen“, sprach der ärztliche Leiter Lampros Iskos zu den Gästen. Er betonte: „Die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten steht für uns an erster Stelle, jeden Tag und rund um die Uhr.“
Iskos lud die Gäste ein, sich selbst ein Bild des Hauses zu machen. Er sei sehr überzeugt, die Stärke des Hauses liege nicht nur an seiner medizinischen Fachkompetenz, sondern auch an der Verbundenheit mit den Menschen in Erftstadt und der Region.

Bürgermeisterin Carolin Weitzel sprach ein Grußwort.
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Das Motto des Tags lautete „Zusammenhalt schafft Zukunft“. Bürgermeisterin Carolin Weitzel betonte in ihrem Grußwort den Zusammenhalt der Belegschaft – bei der Flutkatastrophe und in der Insolvenz. Es sei auch dem Team des Marien-Hospitals zu verdanken, dass Erftstadt in dieser Nacht keine Menschenleben zu beklagen gehabt habe. „Das war Heldenmut im Stillen.“ Mit der Insolvenz sei wieder dieser unbeugsame Kampfgeist im Team gefragt gewesen und der Zusammenhalt, der dieses Haus so besonders mache.
Der Tag der offenen Tür sei ein „lebendiges, kraftvolles Zeichen“. Auch wenn das Krankenhaus kein städtischer Betrieb sei, werde sie sich weiterhin mit aller Kraft für dessen Erhalt einsetzen.
Frauenthal: Großes Interesse am Tag der offenen Tür des Marien-Hospitals
Das Interesse schien groß zu sein. Bereits zu Beginn der Veranstaltung fanden sich viele Besucherinnen und Besucher im Krankenhaus und auf dem Gelände ein. Unter den Gästen waren auch der Bundestagsabgeordnete Detlef Seif, der Landtagsabgeordnete Gregor Golland, die stellvertretende Landrätin Gudrun Baer (alle CDU) sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Erftstädter Politik.

Das Interesse war groß, Besucherinnen und Besucher suchten Platz im Schatten.
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Interessierte konnten einen Blick hinter die Kulissen der modernen Klinik werfen. Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger führten etwa Herz- und Bauchultraschall vor. Am Laparoskopie-Turm (für minimalinvasive Operationen) konnte man selbst in die Rolle einer Chirurgin oder eines Chirurgen schlüpfen. Anstatt an einem Menschen wurde an einer Puppe operiert, aus der Gummibärchen gefischt wurden.

Einen Blick hinter die Kulissen des modernen Krankenhauses konnten die Besucherinnen und Besucher werfen.
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Auf dem Außengelände lockten Speisen, Getränke und verschiedene Aussteller. Für Kinder wurde etwa eine Teddyambulanz angeboten. Insgesamt rechnete das Marien-Hospital mit 1500 Besuchern.
Viele Besucher zogen eine positive Bilanz. Es sei das richtige Signal, zu so einer Veranstaltung einzuladen, so Gäste aus Lechenich. Ein Ehepaar nutzte den Besuch gleich für einen Ultraschall. „Wir haben beide mit der Schilddrüse zu tun, da ist das ja nicht verkehrt“, so die Besucherin.
Das Krankenhaus war infolge der schweren Flutkatastrophe, die sich nun zum fünften Mal jährt, im November 2023 nach umfassendem Wiederaufbau wiedereröffnet worden. Die Kosten beliefen sich auf mehr als 80 Millionen Euro. Kurz vor Weihnachten 2025 war öffentlich bekanntgegeben worden, dass die Klinik insolvent ist. Rund 400 Menschen waren zu dem Zeitpunkt dort beschäftigt.
