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Kiesgrube Nowotnik in ErftstadtBetriebsgelände in Blessem wird um zwölf Hektar erweitert

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Erftstadt-Blessem – Die Betreiber von Kiesgruben, von denen einige große Anlagen im Kreis gibt, stehen vor einer neuen Herausforderung. „Die gesamte Branche erlebt einen Wandel“, berichtet Hans Georg Nowotnik, der unter anderem die Kiesgrube in Erftstadt-Blessem betreibt.

Denn 95 Prozent der Kundschaft seien Betonhersteller. „Die Baukörper, die zunehmend gefragt sind, werden in ihrer Ausführung immer schlanker. Aus optischen, finanziellen, räumlichen und ästhetischen Gründen.“ Somit könne die Industrie mit grobkörnigem Kies als einem der Grundstoffe für die Herstellung von Beton nichts anfangen. Gefragt seien Körnungsgrößen von maximal 16 Millimetern.“ Alle Gruben mit grober Körnung blieben regelrecht auf ihrer Ware sitzen.

Nowotnik zählt zu den Unternehmern, die frühzeitig reagierten und in Brecheranlagen investierten, die groben Kies zermahlen. Dieser wird auch für den Wegebau benötigt. Die Blessemer Anlage steht nun vor einer beträchtlichen Erweiterung. Die Betriebsfläche von 27 Hektar vergrößert sich auf knapp 40 Hektar. Zuvor war auf der geplanten Erweiterungsfläche der Boden nach Zeugnissen aus der frühen Siedlungsgeschichte der Menschen abgesucht worden. In Kürze wird mit einem Abschluss der archäologischen Untersuchungen gerechnet. Dann wird das 1,8 Millionen Quadratmeter große Areal zwischen Grube und Autobahn 1 in das Betriebsgelände eingegliedert. Hier sollen in den nächsten 25 bis 30 Jahren bis zu 17 Millionen Tonnen Kies gefördert werden.

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Bevor das Areal abgebaggert wird, wird ein 1,2 Kilometer langer Schutzwall gebaut. Zusätzlich wird zwischen Grube und Wall ein Stabgitterzaun errichtet, um das Betriebsgelände vor wildem Müll und illegalem Zutritt zu bewahren. Für den Wall liegt laut Nowotnik bereits eine Erlaubnis des Bergamtes der Bezirksregierung Arnsberg vor. Der Wall sei nötig, damit im Fall von Hochwasser der Erft die Grube nicht volllaufe. Im Jahre 2016 soll die Auskiesung auf der Erweiterungsfläche beginnen. „Dies ist auch eine langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen im Werk und bei den vielen Zulieferern“, betont Nowotnik. Je nach Absatzlage könne 25 bis 30 Jahre Kies aus der Grube gefördert werden.

In Blessem werden derzeit jährlich etwa 400.000 Tonnen Material verkauft. Mit Blessemer Kies als Bestandteil für Werkstoffe seien schon viele Wege und Straßen gebaut worden. Aus gebrochenem Kiessplitt als bituminöse Tragschicht wurde auch die neue Trasse der Autobahn 4 bei Kerpen-Buir gebaut. „Und stolz sind wir, dass sogar Start- und Landebahn der Nato-Basis in Geilenkirchen mit unserem Baustoff hergestellt wurden“, betont Nowotnik. „Awacs-Aufklärungsflüge heben dank Blessemer Splits zum Schutz Europas in die Lüfte ab.“

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