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440 Wohnungen und GewerbeBebauungsplan für Rangierbahnhof in Hürth geht in neue Runde

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Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Bahngeländes.

Auf der Bahnbrache am ehemaligen Rangierbahnhof in Hermülheim entsteht ein neues Wohn- und Gewerbequartier.

Auf der Bahnbrache sollen 440 Wohnungen und Bürogebäude entstehen. Der Planungsausschuss lehnte eine Quote für Sozialwohnungen erneut ab.

Das Bebauungsplanverfahren für das geplante Wohn- und Gewerbequartier auf dem ehemaligen Rangierbahnhof in Hermülheim geht in eine neue Runde. Ein überarbeiteter Entwurf enthält einige Anpassungen, vor allem bei den Gebäudehöhen – deshalb wird jetzt noch einmal die Öffentlichkeit beteiligt. Doch es bleibt dabei: Eine verbindliche Quote für die Schaffung von gefördertem Wohnraum wird nicht vorgeschrieben. Die SPD scheiterte im Planungsausschuss erneut mit einem entsprechenden Antrag.

Das 14 Hektar große Plangebiet auf der langgestreckten Eisenbahnbrache zwischen Hans-Böckler- und Bonnstraße gliedert sich in zwei Bereiche. Im größeren nördlichen Teil sollen 440 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit drei bis fünf Geschossen entstehen. Verschiedene Wohnungstypen, Grün- und Freizeitflächen sowie die Stadtbahnanbindung sollen das Quartier insbesondere für junge Familien attraktiv machen.

Hürth: Gebäudehöhen im neuen Quartier werden leicht reduziert

Im südlichen Teil sind Gewerbeflächen mit bis zu siebengeschossigen Bürogebäuden vorgesehen. Außerdem soll im Norden des Areals nahe dem alten Bahnhofsgebäude ein sechsgeschossiges Gebäude entstehen, etwa für ein Ärztehaus. Erschlossen wird das Quartier über eine Zufahrt von der Kölnstraße aus, hinzu kommen weitere Rad- und Fußwegverbindungen. Entwickelt wird das Quartier von der Kreissparkassentochter Real Estate Management (REM), die die erschlossenen Grundstücke anschließend an Bauträger verkaufen will.

In den neuen Entwurf sind Anregungen aus der Bürgerbeteiligung eingeflossen. So werden die zulässigen Bauhöhen in einigen Baufeldern etwas reduziert. Nach Angaben einer Planerin im Ausschuss sind zusätzliche Staffelgeschosse damit ausgeschlossen. Auch bei den Bürogebäuden wurde die Höhe weiter begrenzt. Darüber hinaus ist entlang der Trasse, die für die Stadtbahnlinie 19 nach Hürth-Mitte freigehalten wird, nun ein Fuß- und Radweg gebaut.

Projektentwickler verweist auf hohe Erschließungskosten

Der Planungsausschuss beschloss die erneute Offenlage des Bebauungsplans mit den Stimmen von CDU, Grünen und AfD. CDU-Sprecher Rüdiger Winkler bezeichnete die Planung als „sehr gelungen“. Thorsten Stecktor (Grüne) sprach von einer „Chance für mehr Wohnraum und Arbeitsplätze – mit hervorragender Stadtbahnanbindung mitten in der Stadt“.

Gegen den Bebauungsplan stimmten SPD und Linke. „Wir dürfen es nicht allein dem Markt überlassen, was da gebaut wird. Sonst wird es für viele unerschwinglich“, sagte SPD-Sprecher Michael Kleofasz. Die Sozialdemokraten forderten erneut eine Quote von 30 Prozent öffentlich gefördertem Wohnraum.

Christdemokrat Winkler verwies indes darauf, dass die Frage bereits im Oktober ausführlich diskutiert worden sei. Die Kreisverwaltung habe damals angesichts ausgeschöpfter Wohnbaufördermittel davor gewarnt, eine Verpflichtung zum Bau von Sozialwohnungen festzuschreiben. „Wenn wir das jetzt in den Bebauungsplan schreiben, gefährden wir das gesamte Projekt“, warnte Winkler.

Der Projektentwickler REM selbst hat in seiner Planung keine Sozialwohnungen vorgesehen und dies mit hohen Erschließungskosten begründet, die durch Altlasten auf dem Bahngelände verursacht würden. Projektleiter Stefan Krause erklärte im Ausschuss, dass die Entsorgung des kontaminierten Gleisschotters Kosten in ähnlicher Größenordnung verursache wie die Erschließung des Baugebiets.