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„Klara Klartext“Hürther „Omas gegen Rechts“ klären mit Chatbot über rechte Parolen auf

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Das Foto zeigt die Erfinder von „Klara Klartext“ vor Gästen im Gemeindesaal in Efferen.

Den Chatbot „Klara Klartext“ stellten Ingrid Ahlers und ihre Bernadette Smail, die über das Internet aus Toronto zugeschaltet war, in Hürth vor.

Die KI-Assistentin soll helfen, Hass, Hetze und Falschmeldungen zu entlarven und Argumentationshilfe gegen rechte Parolen bieten.

Vor gut einem Jahr gründete Ingrid Ahlers gemeinsam mit einigen Mitstreiterinnen die Gruppe „Omas gegen Rechts“ in Hürth. Inzwischen engagieren sich dort rund 25 Omas und Opas gegen Rechtsextremismus und für demokratische Werte. Mit ihrem jüngsten Projekt gehen die Hürther nun auch digitale Wege. Gemeinsam mit Unterstützerinnen und Fachleuten entwickelten sie die KI-Assistentin „Klara Klartext“.

Der Chatbot soll Fragen rund um Demokratie, Menschenrechte und das rechte Spektrum beantworten, dabei helfen, politische Aussagen einzuordnen, und Argumentationshilfe bieten, um rechte Parolen zu kontern. Dabei sei Wert auf Niederschwelligkeit und Verständlichkeit gelegt worden. Außerdem sollte „Klara Klartext“ ohne Registrierung auf allen Geräten nutzbar sein. Und sie versteht mehrere Sprachen.

Hürth: Technische Entwicklung der Plattform dauerte sechs Monate

Die Idee dazu entstand im Austausch zwischen Ingrid Ahlers und ihrer Tochter Bernadette Smail, die vor 20 Jahren nach Kanada ausgewandert ist. Sie lebt mit ihrem Mann in Toronto und arbeitet dort als selbstständige KI-Managerin. Als sie von den Aktivitäten ihrer Mutter bei den „Omas gegen Rechts“ hörte, sei ihr die Idee für eine Plattform gekommen, die „Klartext“ spricht und Informationen rund um das rechte Spektrum auf der Basis von Fakten einordnet. Rund sechs Monate hat die technische Entwicklung gedauert.

Vorgestellt wurde „Klara Klartext“ bei einer Informationsveranstaltung im Saal der evangelischen Friedenskirche in Hürth-Efferen. Rund 100 Gäste aus dem Rhein-Erft-Kreis, darunter interessierte Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker sowie Mitglieder anderer regionaler Gruppen, waren der Einladung der Hürther „Omas gegen Rechts“ gefolgt. Über das Internet war auch Bernadette Smail live aus Toronto zugeschaltet.

Hürther Chatbot orientiert sich an klar definierten Leitlinien

Unterstützt wurde das Projekt unter anderem von Sandra Schöning von den „Omas gegen Rechts“ Nord, die überregional für die „Omas gegen Rechts“ tätig ist. Die Informatikerin sorgte dafür, dass auf der Plattform europäische Standards wie Datenschutz und Impressumspflicht eingehalten werden. Sie erläuterte die Arbeitsweise des Chatbots: Anders als viele herkömmliche KI-Systeme orientiere sich „Klara Klartext“ an klar definierten Leitlinien. Ihre Antworten basierten auf der Grundlage des Grundgesetzes und der Menschenrechte und hätten die Würde des Menschen im Blick.

Schöning mahnte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. „Es ist immer der Mensch, der vor dem Computer sitzt“, sagte sie. Denn auch KI-Systeme bezögen ihre Informationen letztlich aus dem Internet und müssten deshalb kritisch genutzt werden.

Auf die Frage, wie zuverlässig ihre Antworten seien, erklärte „Klara Klartext“ selbst: „Ich strebe danach, möglichst genaue und verlässliche Informationen zu liefern, indem ich mich auf vertrauenswürdige Quellen stütze.“ Auf die Frage, ob sie die „Omas gegen Rechts“ kenne, antwortete der Chatbot bemerkenswert treffend: „Omas gegen Rechts ist eine politische Aktivistengruppe, die sich hauptsächlich aus älteren Frauen zusammensetzt. Durch ihr Engagement zeigen sie allerdings, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus und für Demokratie Menschen aller Altersgruppen einschließt und dass jeder einen wichtigen Beitrag leisten kann.“