Dem Ex-Politiker und einem Begleiter wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er war mit einem AfD-Ratsherrn aneinandergeraten.
Nach KneipenschlägereiStaatsanwalt klagt früheren Hürther SPD-Ratsfraktionschef an

Der Screenshot aus dem Video der Überwachungskamera zeigt, wie der Ex-Politiker in Richtung seines Kontrahenten tritt.
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Nach der Auseinandersetzung in der Gaststätte Adlerhof kurz vor Weihnachten 2024 hat die Staatsanwaltschaft Köln Anklage beim Amtsgericht Brühl gegen den früheren Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Hürther Stadtrat erhoben. Ihm und einem damaligen Begleiter wird gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Ein AfD-Stadtverordneter erlitt laut Anklageschrift Prellungen am Rücken und am Bein sowie eine Gehirnerschütterung.
Der Vorfall ereignete sich spät in der Nacht in der inzwischen geschlossenen Gaststätte in Alt-Hürth. Der frühere Kommunalpolitiker, dessen damalige Lebensgefährtin und eine Begleitperson kamen laut Anklageschrift von einer Weihnachtsfeier und gerieten später im Gastraum zunächst verbal mit dem Gastwirt und weiteren Gästen aneinander, darunter der AfD-Stadtverordnete.
Hürth: Rangelei an der Theke eskalierte laut Anklageschrift
Laut Anklageschrift soll der frühere SPD-Politiker den Wirt gefragt haben, warum dieser einen AfD-Politiker bewirte. Aus einem Wortgefecht entwickelte sich anschließend eine körperliche Auseinandersetzung. Demnach kam es zunächst zu einer Rangelei, die dann rasch eskalierte.
Die beiden Angeklagten sollen in Richtung ihrer Kontrahenten geschlagen und getreten haben, ihr Ziel jedoch verfehlt haben. Ein Video aus einer Überwachungskamera, das die AfD im Internet verbreitete, zeigt den früheren SPD-Politiker im Weihnachtspullover, wie er nach seinem Kontrahenten tritt. Schließlich soll der frühere Ratsherr seinem am Tresen stehenden Kontrahenten einen Schlag ins Gesicht versetzt haben. Nach der Anklageschrift stürzte der AfD-Politiker daraufhin rücklings auf einen umgekippten Barhocker und verletzte sich.
Hürth: SPD-Mann zog sich nach dem Vorfall aus der Politik zurück
Der frühere SPD-Politiker entschuldigte sich nach dem Vorfall öffentlich und zog sich aus der Kommunalpolitik zurück. Zugleich betonte er damals, der körperlichen Auseinandersetzung seien fremdenfeindliche Provokationen vorausgegangen. Zudem habe der Wirt seine Lebensgefährtin sexistisch beleidigt. Auch die Anklageschrift erwähnt, dass der Wirt beleidigende Äußerungen gemacht haben soll. Dem AfD-Stadtverordneten zahlte der jetzt angeklagte Ex-Politiker nach früheren Angaben seines Anwalts freiwillig ein Schmerzensgeld von 300 Euro.
Die Direktorin des Brühler Amtsgerichts, Susann Ulbert-Maur, bestätigte, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft Köln kürzlich eingegangen sei. Die Anklageschrift liege dem zuständigen Richter vor, der nun prüfe, ob das Hauptverfahren eröffnet wird. Auch der ehemalige SPD-Politiker hatte nach dem Vorfall Strafanzeige erstattet. Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, sind die Ermittlungen in diesem Verfahren noch nicht abgeschlossen.
