An 18 Stationen sollen neben Fahrrädern auch Pedelecs und Lastenräder zur Verfügung stehen. Geplant ist auch ein Austauschsystem mit der KVB.
MobilitätHürther Stadtwerke starten im April 2027 mit eigenen Mieträdern

In acht von zehn Kommunen im Rhein-Erft-Kreis – wie hier in Wesseling – gibt es bereits Mieträder der REVG. Die Stadtwerke in Hürth bauen ein eigenes Leihsystem auf.
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Die Stadtwerke Hürth wollen im April 2027 ein eigenes Leihfahrradsystem an den Start bringen. Unter dem Namen „Hürth Bike“ sollen dann im gesamten Stadtgebiet Mieträder zur Verfügung stehen – darunter auch Pedelecs und E-Lastenräder.
Geplant sind 14 feste Leihstationen mit jeweils acht bis zehn Rädern, davon jeweils mindestens drei Pedelecs, außerdem vier virtuelle Stationen ohne feste Abstellanlage, an denen ausschließlich Standardräder ausgeliehen werden können. Insgesamt soll die Leihräderflotte 70 Fahrräder, 42 Pedelecs und zehn E-Lastenräder umfassen.
Hürther Stadtwerke verfolgen schon seit 2021 ein eigenes Konzept
Während sich acht von zehn Kommunen im Rhein-Erft-Kreis dem Mietradangebot „mobic“ der REVG angeschlossen haben, verfolgen die Stadtwerke seit Jahren ein eigenes Konzept. Der Verwaltungsrat hatte bereits 2021 den Aufbau eines separaten Systems beschlossen. Die Stadtwerke wollten dadurch flexibler bleiben, von Anfang an auch E-Bikes und Lastenräder anbieten können und sich außerdem Fördermittel sichern.
Allerdings verzögerte sich das Projekt mehrfach, weil die Hürther bei mehreren Förderrunden von Bund und Land zunächst leer ausgegangen waren. Nach Angaben der Stadtwerke waren die entsprechenden Fördertöpfe teils überzeichnet – es stand also nicht genug Geld für alle beantragten Projekte bereit. Im Dezember 2025 erhielten die Stadtwerke schließlich die Förderzusage.
Stadtwerke Hürth rechnen mit Anschubkosten von 830.000 Euro
Für Aufbau und Anschubfinanzierung des Systems über zwei Jahre werden Gesamtkosten von rund 830.000 Euro veranschlagt. Rund 590.000 Euro sollen aus Fördermitteln stammen, 240.000 Euro zahlen die Stadtwerke selbst. Mit der Umsetzung wurde die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) beauftragt, die bereits Partner der Stadtwerke beim Betrieb des Stadtbusses ist. Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren für das Fahrradverleihsystem. Im Sommer soll der Auftrag an einen privaten Betreiber vergeben werden. Bis Ende März 2027 soll das System dann aufgebaut sein.
Die Leihstationen sollen über das gesamte Stadtgebiet verteilt werden – mindestens eine pro Stadtteil. Vorgesehen sind Standorte in der Nähe geplanter Mobilstationen sowie an Stadtbus- und Bahnhaltestellen. Damit soll der Umstieg vom öffentlichen Nahverkehr aufs Fahrrad erleichtert werden. „Das ‚Hürth Bike‘ rundet das Mobilitätsangebot der Stadtwerke ab“, sagt Jürgen Wiethüchter, Centerleiter Mobilität. Das Angebot decke vor allem die „letzte Meile“ ab.
Service-Center im Hürth-Park verleiht künftig Kindersitze
Die Räder können künftig stundenweise oder ganztags ausgeliehen werden. Auch ein Übernachttarif ist geplant, damit das Fahrrad zu Hause stehen bleiben kann. Die konkreten Preise stehen noch nicht fest, sie sollen sich aber an den Angeboten in den Nachbarstädten orientieren. Abokunden des Stadtbusses sollen für die erste halbe Stunde keine Leihgebühr zahlen. Im Service-Center der Stadtwerke im Hürth-Park können künftig Kindersitze ausgeliehen werden.
Über die Stadtgrenze hinaus reicht das Hürther Leihsystem allerdings nicht. Geplant ist aber eine Verknüpfung mit Köln: Die Stadtwerke verhandeln mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) über die Einrichtung von Übergabestationen in der Nähe des Studentendorfes in Efferen. Dort können dann Leihfahrräder aus Köln abgestellt werden und die Nutzer auf ein Hürther Leihfahrrad umsteigen. Eine Rückgabe von Hürther Rädern in Köln wird dagegen nicht möglich sein. Die Stadtwerke begründen das mit den unterschiedlichen Systemen: So gebe es in Köln keine festen Stationen.
