Ein Jahr nach dem folgenschweren Unfall auf der Frechener Straße in Hürth trafen sich Menschen am Unglücksort, um an die Opfer zu erinnern
UnfallopferStilles Gedenken für Avin und Luis Paulo in Hürth

Um 12.15 Uhr reichten sich alle die Hände – in Gedenken an Luis Paulo und Avin.
Copyright: Margret Klose
Es gab keine Reden, keine Ansprachen – es war ein ganz stilles Gedenken am Donnerstagmittag (4. Juni) an der Unfallstelle an der Frechener Straße an der Einmündung Theresienhöhe. Dort wurden vor genau einem Jahr der Schulbegleiter Luis Paulo Jochim und die zehnjährige Avin Vala bei einem Unfall so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später im Krankenhaus verstarben. Rund 50 Menschen waren an den Unglücksort gekommen.
Und auch Menschen, die von dem Unfall gehört haben, fühlen und trauern mit den Familien – so wie Zeynep Fuchs und Ingo Benz. Beide hatten zu diesem Jahrestag eingeladen. Beide sind Eltern, wohnen in Hürth und haben schon kurz nach dem Unfall eine Petition gestartet für Tempo 30 auf der Frechener Straße von Stotzheim bis Alt-Hürth. Doch dazu sagte Ingo Benz am Donnerstagmittag nicht viel, ließ die Anwesenden lediglich wissen, dass man sich weiterhin gemeinsam für noch mehr Sicherheit für die Kinder auf den Straßen in Hürth und auf der Frechener Straße einsetze.
Hürth: Teilnehmer reichten sich die Hände und hielten sich fest
„Unsere Gedanken sind jetzt bei Luis Paulo und Avin“, sagte er. Schlag 12.15 Uhr, als vor genau einem Jahr der damals 20-jährige Unfallfahrer mit seinem BMW in die Gruppe der Grundschüler fuhr und dabei so viel Leid und Schmerz verursachte, reichten alle Anwesenden einander die Hände und hielten sich ganz fest. Keiner sagte ein Wort. Es wurde sehr still auf dieser auch am Mittag des Fronleichnamstags viel befahrenen Straße.

Saudade steht auf der Girlande, die Zeynep Fuchs an der Gedenkstätte an der Frechener Straße aufhängt – das ist Portugiesisch und heißt frei übersetzt etwa „Ttefe Sehnsucht“ oder „wir vermissen dich“.
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Mittendrin standen auch die Familien von Luis Paulo und Avin, viele ihrer Freunde und Wegbegleiter und Menschen aus Hürth und Umgebung, die mit ihrer Teilnahme den Angehörigen beistehen und ihre Anteilnahme zum Ausdruck bringen wollten. Die meisten hatten Blumen mitgebracht – weiße Rosen und auch Kerzen und Grableuchten. „Es tut gut, nicht alleine hier zu sein, auch wenn dadurch das Geschehene nicht weniger schrecklich wird“, sagte Avins Vater Amir Vala. Und auch Leonardo Jochim, der Bruder von Luis Paulo, fand es tröstlich, dass so viele Menschen gekommen waren.
Auch nach dem gemeinsamen Gedenken gingen die Menschen noch nicht nach Hause. Viele hielten sich in den Armen, einige weinten. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen und Beamten vor Ort. Sie sperrten die Frechener Straße zwar nicht ab und blieben während der Gedenkfeier auf Distanz, doch sie achteten sehr genau auf den Verkehr und die vorbeifahrenden Autos.
