Sie war Mitbegründerin der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“, die sich für den Schutz von Umwelt und Kultur im rheinischen Revier einsetzt.
Chronische ErkrankungKerpener Grüne verabschiedet sich aus der Landespolitik

Antje Grothus zieht sich 2027 aus der Landespolitik zurück.
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Antje Grothus (Grüne) zieht sich 2027 aus der Politik zurück. Die 62-Jährige kündigte im Gespräch mit dieser Redaktion an, sie werde für die Landtagswahl im April 2027 nicht kandidieren. Die Kerpenerin lebt mit einer chronischen Erkrankung, die sich fortschreitend verschlechtert und zunehmend Auswirkungen auf ihre Belastbarkeit hat.
Im Gespräch mit dieser Redaktion gewährte Grothus einen Einblick in ihre Gemütslage: „Unter diesen Bedingungen kann ich meinen eigenen Ansprüchen an ein Mandat nicht noch eine weitere Legislaturperiode gerecht werden und es so ausfüllen, wie es auch für unsere Ziele und die Menschen in NRW notwendig wäre.“
Erneut ein Mandat anzustreben, sei den Wählerinnen und Wählern sowie ihrer Partei gegenüber nicht fair. Entweder mache sie etwas zu 150 Prozent oder gar nicht. Ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Landtag plane sie gleichwohl nicht.
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In ihrem Heimatdorf Kerpen-Buir Zustimmungswerte über 24 Prozent
Die Grünen im Rhein-Erft-Kreis hatten Antje Grothus für die Landtagswahl 2022 als Direktkandidatin im Wahlkreis Rhein-Erft-Kreis II aufgestellt. Bei der Wahl im Mai verpasste sie mit 18,4 Prozent der Stimmen das Direktmandat, konnte jedoch über Platz 13 der Grünen-Reserveliste in den Landtag einziehen und erreichte in ihrem Heimatdorf Kerpen-Buir Zustimmungswerte bis zu über 24 Prozent.
Dies war für jemanden, der erst im Jahr zuvor in die Partei eingetreten war, einerseits ungewöhnlich; andererseits hatte sich die gebürtige Bochumerin bereits viele Jahre mit grünen Themen einen Namen gemacht. Sie setzte sich aktiv gegen die Rodung des Hambacher Waldes ein und war 2018 als Vertreterin der Betroffenen aus der rheinischen Braunkohleregion in die Kohlekommission der Bundesregierung berufen worden. Zudem war sie Mitbegründerin der Bürgerinitiative „Buirer für Buir“, die sich für den Schutz von Umwelt und Kultur im rheinischen Braunkohlegebiet einsetzt.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Antje Grothus setzt sich für die Betroffenen des Braunkohleabbaus ein. Hier ist sie 2023 im Gespräch mit Landwirt Heinrich Portz in Manheim zu sehen.
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Die Entscheidung, auf eine mögliche zweite Wahlperiode im Landtag zu verzichten, sei ihr sehr schwergefallen, sagt die 62-Jährige. Sie bedaure es insbesondere für die vielen Menschen, denen sie in den vergangenen Jahren begegnet sei und mit denen sie zusammenarbeite. Zudem sei sie traurig, dass sie ihre Herzensthemen wie Naturschutz, Strukturwandel, Bürgerbeteiligung und Energiepolitik nicht mehr auf der parlamentarischen Ebene fortführen könne.
Gerade der Strukturwandelprozess, der ihr besonders am Herzen liege, sei bei weitem noch nicht abgeschlossen. Gerne hätte sie die weiteren Schritte als Landespolitikerin begleitet, sagt Antje Grothus. Ob und in welchem Rahmen und Umfang sie sich in Zukunft engagieren könne, hänge allein von ihrem Gesundheitszustand und der zur Verfügung stehenden Kraft ab.
Die Kreisvorsitzenden der Grünen, Janina Zensus und Christian Schubert, danken Antje Grothus für ihr großes und leidenschaftliches Engagement im Landtag: „Für ihre Entscheidung, nicht erneut anzutreten, verdient sie unseren höchsten Respekt. Die Erfolge ihres Einsatzes für einen ganzheitlichen Strukturwandel und die Beteiligung für Bürgerinnen und Bürger sind sichtbar und werden bleiben.“


