Der frühere Gladbacher Aaron Herzog spielt heute für den SC Fliesteden. Im Interview spricht er über das Bundesliga-Derby in Köln.
InterviewAaron Herzog (SC Fliesteden):„Ich will ein packendes Duell mit vielen Toren“

Aaron Herzog spielt heute für den SC Fliesteden.
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Am 27. Spieltag erwartet die Fans und Fußballer des 1. FC Köln am Samstag (21. März) ein ganz besonderes Bundesliga-Derby gegen die Borussia aus Mönchengladbach im heimischen Stadion (Anpfiff: 15.30 Uhr). Im „Einwurf“ blickt Matthias Breuer zusammen mit dem ehemaligen Gladbacher und jetzigen Fußballer des SC Fliesteden, Aaron Herzog (28) aus Kerpen, auf diese spezielle Begegnung. Zudem ordnet Herzog die möglichen Transfers von Rocco Reitz und Said El Mala ein, die er schon als „Jungfohlen“ beobachten und auf ihrem Weg begleiten durfte.
Herr Herzog, wie heiß sind Sie auf das anstehende 100. Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach?
Auch wenn ich Fan von Borussia Dortmund bin, schaue ich mir das Derby sehr gerne an, weil ich beide Vereine mag und es viele Emotionen bietet – darauf habe ich einfach Bock. Am Samstag werde ich das Spiel wahrscheinlich zuhause mit meiner Schwester, FC-Fan, und meinem Schwager, Gladbach-Fan, verfolgen und hoffe als neutraler Zuschauer unter anderem darauf, dass mein Freund Niko Elvedi ein Tor für seine Borussia machen wird.
Als Profi-Fußballer war Ihnen dieses Derby verwehrt geblieben, dafür trafen Sie im Nachwuchsbereich des Öfteren auf die Geißböcke. Haben Sie als Nachwuchsspieler dennoch ein Gefühl dafür erhalten, was dieses Duell auf höchster Ebene hervorrufen kann?
Ab der U23 habe ich auf jeden Fall gespürt, was dieses Derby mit dir als Spieler macht. Schon ein paar Wochen vor dem Duell war ich richtig heiß darauf, weil zu den Regionalligaspielen eben auch die Ultra-Szene aus beiden Lagern dazukam. Als Fußballer habe ich persönlich dann noch etwas mehr für die Fans gespielt.
Bekamen Sie als gebürtiger Kölner, der vor den Toren Kölns in Kerpen lebte und dennoch für den „schlimmstmöglichen“ Erzrivalen die Fußballschuhe schnürte, auch mal Ärger zuhause?
Auch wenn in der Familie fast alle für Köln die Daumen drücken, war zuhause nie einer sauer auf mich, dass ich für Mönchengladbach aktiv war – dabei lag sogar ein Angebot von den Geißböcken vor. Meine Eltern haben mich bei dieser Entscheidung aber nicht beeinflusst und mich einfach machen lassen.
Bei aller Rivalität eint die Fanlager der beiden Vereine derzeit nicht nur der Abstiegskampf, sondern zudem der mögliche Verlust von absoluten Publikumslieblingen im Sommer. Während Rocco Reitz zu RB Leipzig gehen soll, zieht es Said El Mala wohl nach England. Ergeben die Transfers für alle Seiten Sinn?
Für beide Jungs läuft es in ihren jeweiligen Vereinen wahrscheinlich nicht so gut, wie sie sich das aus sportlicher Sicht vorgestellt haben. Darum kann ich schon nachvollziehen, dass sie sich Gedanken über ihre nächsten Schritte machen. Letztendlich kann ich das aber nur von außen bewerten und kenne die genauen Hintergründe nicht. Schließlich ist es auch so, dass beide Vereine die Transfererlöse gut gebrauchen können und die Verhandlungen vielleicht selbst forcieren.
Die Fans der Fohlen fordern von ihrem Team im 100. Bundesliga-Duell gegen die Geißböcke, dass sie die Kölner am Samstag in die 2. Liga schießen. Was fordern Sie als neutraler Zuschauer von diesem Duell ein?
Ich will einfach ein packendes Duell mit vielen Toren sehen und wünsche mir ein Ergebnis, welches beiden Teams im Abstiegskampf hilft – denn Köln und Mönchengladbach bieten der Bundesliga einfach einen Mehrwert. Darum tippe ich auf ein 2:2.

