Der Wasserversorger Bad Honnef AG sieht zwar „aktuell keine Engpässe“ beim Trinkwasser, aber in Aegidienberg reicht das reine Grundwasser zurzeit nicht mehr aus.
TrockenheitBerggebiet von Bad Honnef braucht Trinkwasser aus dem Tal

Ein Trinkwasserspender auf der Insel Grafenwerth.
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Die städtische Bad Honnef AG (BHAG), die rund 40.000 Menschen in Bad Honnef und in der Verbandsgemeinde Unkel mit Trinkwasser versorgt, verzeichnet trotz der inzwischen lange anhaltenden Trockenheit „aktuell keine Engpässe“ bei dem wichtigsten Lebensmittel. Das erklärte die Gesellschaft, die zu rund 96 Prozent direkt und indirekt der Stadt Bad Honnef gehört und die in der Region auch Gas- und Stromversorger ist, auf Anfrage dieser Zeitung.
Allerdings: Im Berggebiet ist das reine Grundwasser „bei der aktuellen Wetterlage nicht mehr auskömmlich, wir versorgen das Gebiet derzeit von unserem Wasserwerk Lohfeld mit Uferfiltrat“, heißt es in einer der Antworten des Unternehmens auf Fragen der Redaktion. Der Versorger betreibt zwei Wasserwerke, eines im Tal im Lohfeld und eines auf dem Berg in Rottbitze.
Bad Honnef AG förder Trinkwasser in Rottbitze aus 90 Meter Tiefe
Im Tal gewinne man aus zwei Brunnen in 20 Metern Tiefe reines Rohwasser, heißt es auf der Homepage der BHAG. Dabei handele es sich um eine Mischung aus Grundwasser und Uferfiltrat. In Rottbitze werde dagegen reines Grundwasser aus Brunnen mit 90 Metern Tiefe gefördert. Doch das reicht offenbar nicht mehr aus.
Auf den Berg gelange das zusätzlich dort nötige Trinkwasser aus dem Tal über eine Wasserleitung, die in den siebziger Jahren gebaut und um eine weitere Leitung mit einer anderen Trasse im Jahr 2008 erweitert worden sei, so die BHAG. Ab 2027 werde die Leitung aus den 1970er Jahren über drei Jahre hinweg ausgetauscht und etwas vergrößert, „um für die Zukunft die Versorgung auf dem Berg zu verbessern“.
Versorger will eventuell stillgelegten Brunnen sanieren
Mit Blick auf die Dürreperiode erklärte der Versorger, dass die BHAG die Wetterlagen für den Netz- und Anlagenbau verfolge. Daher seien in der Vergangenheit das Netz und die Wasseranlagen für solche Wasserabgaben ausgelegt worden. Konkret wurden demnach das Netz „hydraulisch optimiert“ und es seien Druckerhöhungsanlagen und Trinkwasserspeicher saniert und optimiert worden.
„Wir werden im Bergbereich eventuell einen stillgelegten Brunnen sanieren, hier sind wir aber noch am Anfang der Planung“. Auf die Frage, wann es bei anhaltender Trockenheit in Bad Honnef eng werden könne mit dem Trinkwasser, erklärte das Unternehmen: „Aktuell können wir nicht sagen, wann und ob wir einen Engpass bekommen.“
Dass das Unternehmen trotzdem auf seiner Website Hinweise zum Wassersparen gibt, begründet die BHAG damit, dass sie es wichtig finde, „dass unsere Kunden sorgsam mit dem wichtigen Lebensmittel Trinkwasser umgehen“. Auf der Homepage heißt es: „Die aktuellen, extrem hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit belasten die Wasserversorgung der Region zunehmend. Trotz der stabilen Lage, ist es sinnvoll, bewusst und sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen.“
Rasenflächen sollten nicht gesprengt werden, auf das Befüllen oder Nachfüllen privater Pools und Planschbecken „sollte vorerst komplett verzichtet werden“. Zudem seien Autowäschen auf privaten Grundstücken „vorübergehend einzustellen“, und Wasch- und Spülmaschinen sollten nur voll beladen benutzt werden.
Im Jahr 2025 rund 2,2 Millionen Liter Trinkwasser verkauft
Die BHAG versorgt Bad Honnef seit mehr als 135 Jahren mit Trinkwasser. Seit einigen Jahren wird auch die Verbandsgemeinde Unkel mit Trinkwasser beliefert. Das Unternehmen verfügt über ein 280 Kilometer langes Leitungsnetz mit mehr als 11.000 Hausanschlüssen. Laut dem Geschäftsbericht 2025 sind 2,2 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft worden.
Kersten Kerl, Vorstand der Bad Honnef AG, schreibt im Jahresbericht 2025: „Langfristig wird die Wasserversorgung eine stabile und wichtige Ertragssäule bilden. Zudem hat Trinkwasser in Deutschland einen hohen Stellenwert und sorgt für ein positives Image der BHAG.“
Im gerade vom Rat beschlossenen Klimafolgenanpassungskonzept steht: „Die Beeinträchtigung der Trinkwasserversorgung stellt ein sehr relevantes, im Vergleich jedoch geringeres Risiko für Bad Honnef dar.“ Die Stadt habe ein Wasserversorgungskonzept, das aber „zeigt bezüglich der Anpassung an den Klimawandel aktuell keinen dringenden Handlungsbedarf.“ Aber im Maßnahmenkatalog steht auch: „Gegebenenfalls müssen zukünftig Maßnahmen zur Steigerung der Trinkwasserförderung und Speicherung eingeleitet werden, um die Versorgungskontinuität auch in langen Trocken- und Hitzeperioden zu sichern.“
