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Schutz vor HitzeSo will die Stadt Bad Honnef auf den Klimawandel reagieren

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Mehrere Gebäude mit Einsatzfahrzeugen davor.

Auf der Rettungsmeile (Quellenstraße) haben das Deutsche Rote Kreuz (r.) das Technische Hilfswerk (M.) und der Malteser Hilfsdienst (l.) ihre Gerätehäuser. Bei einem extremen Starkregen wären sie selbst betroffen

34 Punkte umfasst das Klimaanpassungskonzept der Stadt Bad Honnef. Breiten Raum nimmt der Hitzeschutz ein.

Bei Starkregen oder Hochwasser – beides wird sich nach Einschätzung seriöser Wissenschaftler wegen des Klimawandels künftig häufiger ereignen – sind nicht nur die Rettungs- und Hilfsorganisationen gefordert. Auch die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger untereinander ist dann von großer Bedeutung.

„Mit dem Ausbau einer nachbarschaftlichen Katastrophenhilfe, sogenannten ,Nachbarschaftlichen Vorsorgegemeinschaften’ sollen daher die Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung gestärkt, die gegenseitige Fürsorge und Solidarität im Quartier gefördert und die Einsatzkräfte entlastet werden.“

Einstimmiges Votum im heißen Ratssaal der Stadt Bad Honnef

Der Aufbau solcher Netzwerke in einzelnen Quartieren, die unter anderem Sandsäcke, Pumpen oder Notstromaggregate gemeinsam vorhalten und teilen könnten, ist einer von 34 Punkten, die sich im Klimaanpassungskonzept der Stadt Bad Honnef finden. Der Umweltausschuss hat es am heißen Donnerstag (18. Juni) im Ratssaal einstimmig beschlossen, in dem passend zur Tagesordnung ein Klima wie in der Sauna herrschte.

Über einen Zeitraum von 2027 bis 2037 sollen die verschiedenen Maßnahmen umgesetzt werden. Eine erste grobe Schätzung der Kosten – die können sich über einen so langen Zeitraum natürlich deutlich ändern – geht von 9,7 Millionen Euro an Investitionen aus. Je nach Maßnahme könne es aber Zuschüsse von bis zu 80 Prozent geben, so der städtische Klimaanpassungsmanager Ilja Illert.

Viel Raum nimmt der Hitzeschutz ein. So sollten ein städtisches Hitzewarnsystem aufgebaut, Kühlräume oder kühle Orte geschaffen, ein Hitzetelefon eingeführt, der Hitzeschutz im öffentlichen Raum verbessert und vor allem Gesundheits- und Sozialeinrichtungen – Schulen, Kitas, Altenheime – hitzesicher umgestaltet werden. Die Stadt solle hier, etwa mit ihren Schulen, eine Vorbildfunktion übernehmen, aber auch Betreiber von Senioreneinrichtungen oder Kitas aktiv ansprechen. „Diese sind rechtlich verpflichtet, eine angemessene Innenraumtemperatur zu gewährleisten.“

Aber auch auf steigende Anforderungen an den Katastrophenschutz sollen die Stadt und ihre Hilfsorganisationen reagieren. Dazu gehört neben Mitgliederwerbung für die Freiwillige Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) sowie für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und den Malteser Hilfsdienst (MHD) die ständige Überprüfung der Ausrüstungen und regelmäßige Übungen.

Ein teilweise trockenes Flussbett.

Wertvoller Lebensraum in Gefahr: der bei Niedrigwasser trockene alte Rheinarm.

Bemerkenswert in dem Zusammenhang: Die sogenannte Rettungsmeile in der Quellenstraße, in der die Gerätehäuser von DRK, MHD und THW nebeneinander stehen, könnte bei einem extremen Starkregen so weit unter Wasser stehen, dass die Zufahrt nicht mehr möglich wäre und Schäden an den Gerätehäusern entstehen könnten. Im Anpassungskonzept ist von Maßnahmen zum Starkregenschutz auf dem derzeit brachliegenden Quellgebiet an der Straße die Rede, es heißt aber auch: „Langfristig ist eine Verlegung der sogenannten Rettungsmeile aus dem überschwemmungsgefährdeten Gebiet anzustreben.“

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Apropos Überschwemmung: Die Renaturierung von Bachläufen – vor allem am Möschbach in Rommersdorf-Bondorf und am Ohbach in Selhof – soll sowohl den natürlichen Hochwasserschutz verbessern als auch die ökologische Qualität der Bäche erhöhen. An „ausgewählten Stellen“ solle das Wasser zugänglich gemacht werden, auch um kühle Rückzugsorte für heiße Tage zu schaffen.

Das gegenteilige Problem gibt es unterdessen am alten Rheinarm an der Insel Grafenwerth. Das sei ein ökologisch wertvoller Lebensraum, bei sinkenden Rheinpegeln fällt er aber teilweise trocken, weil ein Damm („technische Wasserbauanlagen“) den Altarm vom Rhein trennen. „Mit dem Klimawandel steigt das Risiko einer fortschreitenden Verlandung der Insel Grafenwerth und eines dauerhaften Verlusts des geschützten Lebensraums.“