Wegen des Baus des neuen Bahnhofs für Bad Honnef fallen fast 200 Parkplätze an der Endhaltestelle der Linie 66 für rund ein Jahr weg. Mindestens.
Neuer BahnhofIn Bad Honnef fallen voraussichtlich für ein Jahr fast 200 Parkplätze weg

In Höhe des Parkplatzes nahe der Linie baut die Bahn einen neuen Bahnhof, die Stadt errichtet daran anschließend eine Fußgängerbrücke über die B42.
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Mit dem Bau des neuen Bahnhofs in Höhe der Endhaltestelle der Linie 66 kommen auf Bad Honnef park- und verkehrstechnisch spannende Zeiten zu. Voraussichtlich für mindestens ein Jahr fallen fast alle oder zumindest ein Großteil der knapp 200 Parkplätze weg, die nicht nur von vielen Pendlern, sondern auch von Ausflüglern und Besuchern der Insel Grafenwerth und des dortigen Freibades genutzt werden.
„Das hat massive Auswirkungen“, warnte Pascal Geier (FDP) in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses, als Details bekannt wurden. Während der Sperrpause auf der rechtsrheinischen Trasse im zweiten Halbjahr 2026 soll unter anderem in Bad Honnef ein neuer, barrierefreier Haltepunkt gebaut werden.
Am 11. Juli dieses Jahres soll es mit dem Bau des Bahnhaltepunktes losgehen
Als Starttermin hat nach Angaben der Stadt die Strabag Rail GmbH den 11. Juli 2026 genannt, der Abschlusstermin soll der 28. Dezember sein. Dabei wird der nördliche Bereich des heutigen Parkplatzes für die Einrichtung der Baustelle gebraucht, der südliche Teil muss für die Linienbusse zur Verfügung stehen.
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Die Parkplätze entfallen aber womöglich schon früher: Für den Zeitraum 1. April 2026 bis 31. März 2027 sei eine entsprechende verkehrsrechtliche Genehmigung beantragt worden, so die Verwaltung. Pascal Geier sagte, er erwarte ein Konzept der Stadt für diese Zeit, wo alternativ geparkt werden könne. Das wird die Verwaltung nun erarbeiten. Er regte zudem an, darüber nachzudenken, dann auf die Erhebung von Parkgebühren in der City zu verzichten.
Hans-Heribert Krahe (Bürgerblock) erinnerte daran, dass auch der Bahnhof in Rhöndorf modernisiert und umgebaut werde (ein 16-Millionen-Euro-Projekt). Parkplätze für Bahnpendler würden dann zwar nicht gebraucht, aber es gebe dort auch die Haltestelle der Linie 66. Und es kämen Ausflügler in den Ort. In Rhöndorf entfallen laut Jutta Schmidt, Leiterin des Tiefbauamtes, jedoch „nur“ die P&R-Plätze auf der Schotterfläche.
Über den neuen Bahnhof hinaus, den die Deutsche Bahn baut, arbeitet die Stadt Bad Honnef weiter an den Plänen für eine Mobilitätsstation auf dem heutigen Parkplatz. Dazu gehört unter anderem der Bau eines Parkhauses, die Einrichtung von Car-Sharing-Angeboten sowie die Installation von E-Ladestationen.

Eine erste Visuailsierung des künftigen Mobilitätsknotens mit neuem Parkhaus (Mitte) und neuem Bahnhof (r.)
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Für diesen sogenannten Mobilitätsknoten West hat die Stadt einen „freiraumplanerischen und hochbauplanerischen Wettbewerb“ initiiert und acht Planungs- und Architekturbüros zugelassen, die alle auch Beiträge eingereicht haben. Für die Fertigstellung dieses Bereiches werden die P&R-Parkplätze nach Angaben der Stadtverwaltung „für mehrere Jahre nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung stehen“.
Neue Fußgängerbrücke über die B 42 kostet 5,4 Millionen Euro
Zum sogenannten Mobilitätsknoten Ost gehört auch die von der Stadt selbst geplante Brücke für Fußgänger über die Bundesstraße 42 hinweg, die auf der Stadtseite in Höhe der Giradetallee „ankommt“ und auf der Rheinseite an der Überführung andockt, die die Bahn mit dem neuen Bahnhof schafft, um ihn über Aufzüge barrierefrei zu machen. Für den städtischen Treppen- und Aufzugsturm an der Giradetallee will die Stadt die gleiche Technik einbauen, die auch die Deusche Bahn nutzt.
Die Gesamtkosten für die Fußgängerbrücke sollen jetzt bei 5,4 Millionen Euro liegen. Vier Millionen Euro übernimmt Go.Rheinland, 1,4 Millionen Euro muss die Stadt zahlen. Nach Angaben von Jutta Schmidt werde die Fußgängerbrücke vermutlich in einem Stück angeliefert und während einer Vollsperrung der B42 an einem Wochenende eingebaut. Sie solle Ende dieses Jahres stehen, wobei der Ostturm dann wohl noch nicht komplett fertig sei, weil dort gerade das Abwasserwerk ein Großprojekt (Abschlagsbauwerk) umsetzt.

