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StrahlenverdachtLkw-Fahrer klagt über Übelkeit: Messungen am Autohof Bad Honnef

Messungen der Feuerwehr zeigten keine erhöhten Werte, der Fahrer kam ins Krankenhaus – nach dreieinhalb Stunden war der Einsatz auf dem Autohof beendet.

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Einsatz an der A3 in Bad Honnef.

Der Fahrer eines Sattelzugs ist am Dienstagabend (3. November) von Schwindel und Übelkeit übermannt worden. Die Symptome waren so gravierend, dass er seinen Lkw auf dem Autohof an der A3 in Bad Honnef abstellen und gegen 21. 44 Uhr die Rettungskräfte alarmieren musste. Sein Verdacht richtete sich auf die Ladung.

Schlacke als Ladung löst Alarm aus

Der Lkw transportierte Schlacke, einen Rückstand aus der Metallverarbeitung, der in Hochöfen oder Stahlwerken entsteht und schwach radioaktiv sein kann, teilte er der Rettungsleitstelle mit.

Die Leitstelle reagierte sofort. Ein Rettungswagen rückte aus, doch die Lage war unklar, deshalb wurde zusätzlich die Feuerwehr an die A3 beordert. „Wir hatten die diffuse Meldung, dass hier gefährliche Stoffe, Gefahrgut im Spiel sein könnte“, erklärt Lennard Gerlach von der Feuerwehr Bad Honnef auf Nachfrage dieser Zeitung. Auch eine Strahlenbelastung konnte wegen des Krankheitsbildes nicht ausgeschlossen werden.

Feuerwehr im ABC-Einsatz

Die Feuerwehr nahm zunächst mit eigener Technik Messungen am Lkw vor. Später wurde die Messgruppe aus Troisdorf nachalarmiert. Vor Ort waren darüber hinaus zwei ABC-Fachberater, einer aus Bad Honnef, einer aus Troisdorf.

Keine erhöhten Werte, Fahrer in der Uni-Klinik

Der Verdacht bestätigte sich glücklicherweise nicht. „In keiner der Messungen konnten wir erhöhte Werte feststellen, die Anlass zur Sorge bereitet hätten“, berichtet Gerlach weiter. Nach knapp dreieinhalb Stunden endete der Einsatz am Lkw. Der Fahrer wurde wegen seiner Beschwerden in die Bonner Uni-Klinik gebracht. Auch an ihm wurden zuvor Messungen vorgenommen, eine Kontamination stellten die Einsatzkräfte nicht fest.

Die Route erschwerte die Ursachensuche

Die Route des Lkw erschwerte die Suche nach der Ursache. Er kam aus Frankfurt und fuhr über Rheinland-Pfalz weiter nach Duisburg. Dort soll an der letzten Station ein Messwert erhöht gewesen sein. „Aber ihm ging es dann nicht gut, und das hat diese ganze Kette in Gang gesetzt“, ordnet Gerlach ein.

Lkw hatte keine Gefahrguttafel

Hinzu kam, dass an dem Lkw nur ein Abfallsymbol, aber keine Gefahrguttafel angebracht war. „Wenn Lkw eine Gefahrguttafel haben, ist die Sache schon viel klarer. Hier konnten wir gar nicht sagen, was genau die Ladung eigentlich ausmachte“, so Gerlach. Und bei Industrieabfall wie hier müsse man immer damit rechnen, dass alles Mögliche drin sein könne.

Knapp 40 Einsatzkräfte sperren den Autohof ab

Der Aufwand war enorm: Knapp 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz, rund zehn Fahrzeuge. Der Bereich um den Lkw wurde abgesperrt, der Autohof teilweise abgeriegelt. „Wenn sich die Radioaktivität bestätigt hätte, wäre die Evakuierung noch weiter“, erklärt Gerlach. Die Einsatztaktik würde dann sogar verlangen, noch deutlich weiter abzusperren. In diesem Fall konnte eine Teilsperrung der Autobahn jedoch vermieden werden.

Autohof nach Mitternacht wieder frei

Kurz nach 1 Uhr in der Nacht konnte die Feuerwehr den Autohof dann wieder freigeben. Was die Untersuchungen des Lkw-Fahrers in der Uni-Klinik ergeben hatten, war noch nicht bekannt. „Die Palette ist bei solch einer Symptomatik natürlich breit, von einem Stoff bis hin zu einem ganz normalen Infekt.“ (jv)