In wenigen Tagen beginnt die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden. Für ein halbes Jahr ruht der Verkehr.
MammutprojektBahn trifft letzte Vorbereitungen zwischen Troisdorf und Unkel für Generalsanierung

Betonteile wie Bahnsteigkanten werden am Bahnhof Königswinter gelagert, anderswo hat die Bahn Schotter und Sand anliefern lassen.
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Fahrgäste der Deutschen Bahn auf der rechtsrheinischen Rheinstrecke rollen in diesen Tagen immer wieder an mächtigen Halden von Schotter und Sand vorbei. Schwellen und Schienen warten auf ihren Einbau. Hier werfen große Ereignisse ihre Schatten voraus: Am 10. Juli beginnt die Korridorsanierung zwischen Troisdorf und Wiesbaden.
Bis zum 12. Dezember wird dann der Bahnverkehr ruhen, in fünf Bauabschnitten erfolgt die Sanierung der insgesamt 160 Kilometer langen Strecke. Am Bahnhof Oberkassel informierte Jens Sülwold am Montag, 29. Juni, über letzte Vorbereitungen der Bahn-Tochter DB InfraGo für das Vorhaben, für das er als Projektleiter im nordrhein-westfälischen Abschnitt und bis Unkel ebenso Verantwortung trägt wie für den Ausbau der S-Bahn-Linie 13 zwischen Troisdorf und Bonn.
Zwischen Troisdorf und Bonn-Beuel wurde schon die Oberleitung erneuert
Zwei Großprojekte, die einander in den zurückliegenden Jahren eher positiv beeinflusst haben, wie Sülwold am Montag erläuterte: Einige Arbeiten an der Strecke seien gleich für beide Projekte erledigt worden. So wurden zwischen Troisdorf und Beuel acht Kilometer neue Gleise verlegt, neue Masten und Fahrdraht für die Oberleitung installiert.

Eines der Teilprojekte ist die Sanierung des Bahnhofs in Königswinter.
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„Zwischen Menden und Vilich fahren wir auf dem neuen S-Bahn-Gleis“, erklärte Jens Sülwold zudem. In Vilich müssten die Gleise der Bestandsstrecke um zwei Meter tiefer gelegt werden. In Troisdorf-Friedrich-Wilhelms-Hütte stehe noch ein Bodenaustausch an, zugleich werde aber auch an der Verkabelung und Ausrüstungstechnik gearbeitet. Wenn im Dezember die Strecke wieder freigegeben wird, soll auch die neue S-13-Linie zumindest bis Beuel in Betrieb gehen. Zwei Jahre früher als einst geplant – aber eben noch nicht bis Oberkassel.
In Bad Honnef und Königswinter saniert die Bahn und baut neuen Bahnhof
Bis zu 2350 Beschäftige unterschiedlicher Gewerke und mehr als 340 Baumaschinen werden nach Auskunft der Deutschen Bahn in dieser Zeit auf der Megabaustelle im Einsatz sein. Auf der Hälfte der Gesamtstrecke werden die Gleise erneuert, 160 Weichen und 100 Kilometer Oberleitung. Davon entfallen allein 14 Kilometer Fahrdraht und 37 Kilometer Gleis sowie 54 Weichen auf die Trasse in NRW.
Drei Stationen – Niederdollendorf, Königswinter und Rhöndorf – werden saniert, in Bad Honnef wird die Station komplett neu gebaut und um einige Hundert Meter versetzt. In Königswinter sind die Bagger schon dabei, die marode Brücke der L193 (Hauptstraße) über die Bahntrasse abzureißen; der Neubau wird während der Sperrpause entstehen.

An der Hauptstraße (L193) in Königswinter hat der Abriss der Brücke über die Bahntrasse begonnen.
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Rund um die Uhr sollten zeitweilig die Arbeiten laufen, kündigte der Projektleiter an. Die Gleise müssten relativ schnell gebaut werden, denn schon im August müsse das Baugleis fertig sein, um die Belieferung großer Unternehmen entlang der Strecke zu sichern.
Betonfertigteile wie Schachtelemente für Entwässerungsanlagen oder Bahnsteigkanten werden in diesen Tagen auf Bereitstellungsflächen in der Nähe der Baustellen gebracht. Material und Baustellen blieben nicht unbeaufsichtigt, stellte Jens Sülwold am Montag klar. Die beauftragten Firmen sicherten ihr Eigentum, so der Projektleiter, auch die Bahn werde mit Personal und Technik dafür sorgen, dass sich nicht Diebe die relative Ruhe während der Sperrpause zunutzen machten. Zuletzt hatte der massive Diebstahl von Kabeln entlang der Stadtbahnlinie 66 zwischen Siegburg und Bonn die Inbetriebnahme nach den Bauarbeiten um Wochen verzögert.
Während sich die Bereitsstellungsflächen für Maschinen und Material nach und nach füllen, sollen scheue Bewohner dieser Areale umgesiedelt werden: Zauneidechsen, die zum eigenen Schutz gefangen und im Arboretum Park Härle untergebracht werden. Das müsse mehrfach geschehen, erklärte Sülwold – und dann die Flächen zügig unattraktiv gemacht werden für die Reptilien, damit sie sich erst einmal nicht wieder hier ansiedeln.
Die S-Bahn-Linie zum Flughafen Köln/Bonn wird erst 2031 weitergebaut
Wenn ab Mitte Dezember die Räder rechtsrheinisch wieder rollen, herrscht hier erst einmal für einige Jahre Ruhe: Die Fortsetzung der Arbeiten an der S13 werde erst in Angriff genommen, wenn die Korridorsanierung der linksrheinischen Strecke abgeschlossen sei, sagte Jens Sülwold. Die beginne im ersten Halbjahr 2028 und werde 17 Monate dauern. Im Anschluss müssten bis Anfang 2030 vier Kölner Bahnbrücken saniert werden.
Erst dann werde auch südlich von Beuel wieder an der S13 gebaut, vermutlich ab 2031. Für das Vorhaben rechnet die Bahn aktuell mit einer Bauzeit von drei Jahren.
Das Infomobil der Bahn zur bevorstehenden Sanierung macht am Dienstag, 30. Juni, 14 bis 19 Uhr, noch einmal Station in Bad Honnef am Bahnhof, August-Lepper-Straße 6. Weitere Informationen unter anderem zum Schienenersatzverkehr sind auch online verfügbar.
