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„Sicherheit nicht verhandelbar“Bonner Nordbrücke ab heute für den Autoverkehr voll gesperrt

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Die Nordbrücke wird ab sofort für den Autoverkehr gesperrt. (Archivbild)

Die Nordbrücke wird ab sofort für den Autoverkehr gesperrt. (Archivbild)

Die Sperrung gilt ab 15 Uhr. Wie lange sie dauert, ist noch nicht klar.

Die Bonner Nordbrücke (eigentlich Friedrich-Ebert-Brücke) wird ab sofort für den gesamten Autoverkehr gesperrt. Das teilte die Autobahn GmbH kurzfristig mit.

Ab Mittwoch, 3. Juni, 15 Uhr, wird die Nordbrücke sowie die zugehörigen Abschnitte im Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost vorsorglich gesperrt, für jeglichen Kfz-Verkehr.

Betroffen von der Sperrung sind laut Autobahn GmbH auch in Fahrtrichtung Koblenz die Überfahrten von der A59 aus Köln und Königswinter auf die A565. Es sind keine Überfahrten mehr möglich, auch die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Auerberg sind gesperrt.

Auch Zufahrten von Sperrung betroffen

In Fahrtrichtung Siegburg zwischen Kreuz Bonn-Nord und der Anschlusstelle Bonn-Beuel, also im Kreuz Bonn-Nord, sind sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt. Auch die Anschlussstelle Auerberg ist gesperrt. In der Anschlussstelle Bonn-Beuel sind Auffahrten auf die A565 nach Siegburg weiterhin möglich.

Grund für die Sperrung sind aktuelle Brückenprüfungen: Sie hätten „strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erfordern“, so die Autobahn GmbH. Die zuvor bereits umgesetzten Maßnahmen, wie das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, reichten nicht mehr aus, um weitere Schäden zu verhindern.

Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar.
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH

„Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar. Wir handeln auf der Basis unserer aktuellen gutachterlichen Prüfergebnisse“, sagt Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH. „Der Autobahn GmbH ist bewusst, dass diese Sperrung erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr in der Region hat. Wir haben in enger Abstimmung mit den Behörden Ausweichrouten vorbereitet.“

Es würden nun weitere Detailuntesuchungen vorgenommen, um technische Möglichkeiten zu untersuchen, mit denen die Brücke für den Verkehr wieder freigegeben werden könnte. Erst nach dieser Untersuchung könne eine abschließende Bewertung erfolgen. „Bis dahin bleibt die Brücke gesperrt.“

Autobahn rechnet in 14 Tagen mit ersten Untersuchungsergebnissen

„In 14 Tagen rechnen wir mit ersten konkreten Ergebnissen der Detailuntersuchungen“, so Sabrina Kieback, Pressesprecherin der Autobahn GmbH, auf Nachfrage der Redaktion. „Dann wir sich zeigen, was möglich ist.“ Unter Umständen könnte die Brücke dann einspurig nur für den Pkw-Verkehr wieder eingeschränkt freigegeben werden. Fest stehe jedoch schon jetzt, dass Lastwagen sie erst einmal nicht mehr befahren dürften.

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg bezeichnet die Sperrung der Nordbrücke als „Katastrophenmeldung“. „Wenn sich bestätigt, dass die Brücke auf Dauer nicht befahren werden kann, müssen Bund und Autobahn GmbH alle Hebel in Bewegung setzen, um die neue Rheinquerung so schnell wie möglich zu bauen“, so Jörn Wenge, Pressesprecher der IHK. „Eine Fertigstellung des Neubaus erst in den 2030er Jahren wäre angesichts der massiven Auswirkungen einer solchen Kappung völlig unzureichend. Die Rheinbrücken sind die Lebensadern unserer Region.“ Die Nordbrücke müsse spätestens jetzt zur Chefsache des Verkehrsministers werden, so der IHK-Sprecher.

Sara Zorlu, Kreistagsfraktionsvorsitzende der SPD im Rhein-Sieg-Kreis, sieht das ähnlich: „Die Vollsperrung ist verkehrspolitisch für den Kreis und die Umgebung der Super-GAU“, so die Sozialdemokratin auf Anfrage der Redaktion. „Wir erwarten jetzt ganz klar, dass der Landrat als Anwalt für die Region den Druck auf Bund und Land deutlich erhöhen muss. Alle rechtlichen und planerischen Möglichkeiten müssen genutzt werden, um zu prüfen, ob wenigstens Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen wieder dort fahren dürfen“, so Zorlu. Gerade vor dem Hintergrund der im Sommer anstehenden Sperrung der rechtsrheinischen Bahntrasse sei dies ein Katastrophenszenario.