Abo

GefahrenabwehrzentrumMillionenprojekt in Sankt Augustin nimmt die nächste Hürde

2 min
Das alte Kreisfeuerwehrhaus am Neuenhof soll durch ein modernes Gefahrenabwehrzentrum in Sankt Augustin ersetzt werden.

Das alte Kreisfeuerwehrhaus am Neuenhof soll durch ein modernes Gefahrenabwehrzentrum in Sankt Augustin ersetzt werden.

Ein sogenannter Totalunternehmer soll nach dem Willen des Kreistags das neue Gefahrenabwehrzentrum des Rhein-Sieg-Kreises in Buisdorf bauen.

Der Neubau eines Gefahrenabwehrzentrums (GAZ) für den Rhein-Sieg-Kreis ist näher gerückt. Der Kreistag hat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den Weg für ein europaweites Vergabeverfahren für das Millionenprojekt freigemacht, das auf dem Gelände „Im Mittelfeld“ in Sankt Augustin-Buisdorf entstehen soll. Geplant ist dabei die Auftragsvergabe an einen sogenannten Totalunternehmer, also ein Bauunternehmen, das bei dem Vorhaben sowohl die Planungsleistungen als auch die schlüsselfertige Bauausführung übernimmt.

Gutachter hatten im Auftrag des Kreises ermittelt, dass die Vergabe an einen Totalunternehmer die wirtschaftlichste Variante ist. Bei der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung betrachtet wurden auch eine Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) sowie eine Kombination von Generalplaner und Generalunternehmer. Nach Angaben der   Kreisverwaltung soll das Vergabeverfahren voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2028 starten.

Auch die Kreisleitstelle soll nach Sankt Augustin umziehen

Damit der Kreis dieses Verfahren durchführen kann, hat der Kreistag zudem beschlossen, im Doppelhaushalt 2027/2028 eine Verpflichtungsermächtigung über 125 Millionen Euro bereitzustellen. Eine Verpflichtungsermächtigung ist ein Instrument im öffentlichen Haushaltsrecht. Sie ermächtigt die Verwaltung, Verträge abzuschließen oder finanzielle Verpflichtungen einzugehen, die erst in künftigen Haushaltsjahren zu Auszahlungen oder Ausgaben führen.

Beim Rhein-Sieg-Kreis rechnet man damit, dass sich die Baukosten auf rund 64 Millionen Euro belaufen werden. Grundlage ist die Raum- und Flächenplanung aus dem Jahr 2023. Dabei rechnet man im Siegburger Kreishaus bis zum Jahr 2029 mit jährlichen Baukostensteigerungen von 8,5 Prozent. Hinzu kommt ein Risikozuschlag in Höhe von 15 Prozent. Der Totalunternehmer soll nach Angaben des Kreises für seine Leistungen mit 15 Prozent der Baukosten entlohnt werden.

Das neue GAZ soll unter anderem Platz für moderne Schulungsräume für den Rettungsdienst und die Feuerwehr bieten. Geplant sind unter anderem ein Feuerwehrübungshaus, eine Atemschutzübungsanlage und ein Wärmegewöhnungsbereich, um alle denkbaren Einsatzarten trainieren zu können. Auch die Kreisleitstelle, von der aus die Rettungseinsätze im Kreisgebiet koordiniert werden, soll auf dem Areal in Sankt Augustin ein neues Domizil finden.

Die Pläne der Kreisverwaltung sehen darüber hinaus vor, den Krisenstab des Kreises, der zuletzt während der Corona-Pandemie und bei der Flutkatastrophe vom Juli 2021 zum Einsatz kam, im GAZ unterzubringen, ebenso ein neu zu schaffendes Tierseuchen-Logistikzentrum des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes. Auch das Amt für Bevölkerungsschutz soll künftig am GAZ-Standort angesiedelt werden.