Das evangelische Johanneshaus ist eine wichtige Adresse in der Troisdorfer Innenstadt.
Mit der KirchengemeindeIm Troisdorfer Stadtteilzentrum wachsen Projekte fürs Quartier

Antje Gensichen leitet das Stadtteilzentrum im evangelischen Gemeindehaus.
Copyright: Dieter Krantz
Quartiersarbeit für und mit den Menschen in der Stadtmitte leistet die Evangelische Kirchengemeinde Troisdorf seit vielen Jahren. Sichtbar und weniger sichtbar. Besonders augenfällig im Kirchencafé in der Johanneskirche an der Viktoriastraße, dessen 25-jähriges Bestehen unlängst gefeiert wurde. Seit wenigen Monaten manifestiert sich diese Arbeit auch im neuen Projekt „Stadtteilzentrum Troisdorf-Mitte“ im sanierten Johanneshaus.
„Es ist ein Ort für jedermann, unabhängig von Glaube, Religion oder Herkunft“, macht Antje Gensichen klar – auch wenn die Kirchengemeinde die Räume des gemeindeeigenen Johanneshauses stellt. Das Projekt „Stadtteilzentrum“ wird von der Stadt Troisdorf finanziert, die Umsetzung geschieht in kirchlicher Trägerschaft. Antje Gensichen, Sozialarbeiterin mit großer Leidenschaft und „immer schon mit einem Blick fürs Ganze“, leitet das Stadtteilzentrum. Sie ist kirchliche Mitarbeiterin mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von zehn Stunden.

Das Herz des Zentrums ist die Teeküche mit Kicker und gemütlichen Tischen
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Für die Arbeit des Zentrums hat die Stadt Fokuspunkte vorgegeben. Soziales Miteinander im Quartier soll die Arbeit hier fördern, kulturelles Angebot und Integration. Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen sind zu unterstützen. Hilfe im Alter und bei Armut sowie Bildung sind weitere Themen, Beratungs- und Informationsangebote. An einigen der Ziele arbeite die Gemeinde schon lang, sagt Pfarrer Sebastian Schmidt: Ein Gemeinschaftsort sei sie längst, arbeite gegen Einsamkeit. „Wenn wir wollen, können wir was auf die Beine stellen. Und wir wollen.“
Viele Angebote sind denkbar im Troisdorfer Stadtteilzentrum
Neu sei insbesondere die stärkere Vernetzung mit anderen Gruppen und engagierten Menschen, sagt Schmidt. Teil der Aktivität im Stadtteilzentrum ist zum Beispiel die Gruppe „together behindert“, die ihre Treffen hier abhält, oder auch die Selbsthilfegruppe „Augenblick mal“, die das Leben mit Sehbehinderung thematisiert. „Cool“ findet es Sozialarbeiterin Antje Gensichen, wenn Menschen mit einer Idee auf sie zukommen. „Plant es bei uns, wenn es für die Allgemeinheit ist“, lautet dann im Zweifelsfall ihre Antwort.
„Das Herz“ des Stadtteilzentrums schlägt für Anjte Gensichen im Erdgeschoss des Johanneshauses, wo Teeküche, Cafétische und -stühle sowie ein Tischkicker die Kommunikation erleichtern. Zwei unterschiedlich große Räume können von Vereinen und Initiativen genutzt werden. Im großen Saal in der ersten Etage probt der Chor „Alte Stimmen“, ein Herzensprojekt der ehemaligen Troisdorfer Kantorin Brigitte Rauscher und inzwischen ein Angebot der städtischen Musikschule. Für Sprachkurse, Supervisionen und Gremientreffen eignet sich ein weiterer Raum in der mit Aufzug erreichbaren ersten Etage.

Der große Saal mit Flügel wird unter anderem vom Projektchor Alte Stimmen fpr die Chorproben genutzt.
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„Troisdorf braucht solche Räume“, sagt Sebastian Schmidt und verweist insbesondere darauf, dass das Johanneshaus barrierefrei ist. Gemeinnützige offene Gruppen können die Flächen im Rahmen des Stadtteilzentrums unentgeltlich nutzen oder bei der Kirchengemeinde zu geringen Kosten mieten; geschlossene Gruppen bezahlen in jedem Fall eine Miete. „Wir versuchen, ein gemeinsames Haus zu sein“, schildert der Pfarrer. Es gebe den städtischen Auftrag der Quartiersarbeit, „den wir schon erfüllen“. Darum herum entwickle sich aber weiteres Leben, „wo Menschen ihre Anliegen teilen“.
Sozialarbeitern begleitet die Menschen dabei, „ihr Ding zu machen“
Dafür sei die Lage unweit des Bahnhofs ideal, hat Antje Gensichen festgestellt, die selbst aus Köln nach Troisdorf pendelt. Die Teilnehmer der unterschiedlichen Gruppen kommen denn auch nicht ausschließlich aus der Nachbarschaft.

Das sanierte Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf mit der markanten Fassade beherbergt auch das Statteilzentrum Mitte.
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Wer sich mit Antje Gensichen unterhält, den beschleichen Zweifel, dass sie all das innerhalb von nur zehn wöchentlichen Dienststunden bewältigt. „Doch“, betont sie. Man sei nicht mit zehn Stunden dafür verantwortlich, dass das Haus läuft. Vielmehr gehe es um „Aktivierung“, sie „begleite die Menschen dabei, ihr Ding zu machen“. Unterstützung bekommt sie von einer BFD-Stelle bei der Gemeinde; ehrenamtlich begleitet zudem eine Steuerungsgruppe die Arbeit.
„Ich bin überzeugt, dass sich viel mehr Menschen engagieren möchten, als es schon jetzt tun“, sagt die Sozialarbeiterin Gensichen. Wer das vielleicht im Stadtteilzentrum tun möchte – oder ein Anliegen hat, erreicht die Sozialarbeiterin unter 0163/98 31 598 oder per E-Mail an stadtteilzentrum-mitte@evangelisch-troisdorf.de.
