Die Einrichtung des Trägers GFO in der ehemaligen Evangelischen Grundschule feiert Jubiläum im September und November.
JubiläumNach zehn Jahren ist St. Klara in Troisdorf „unser Hospiz“

Einrichtungsleiter Martin Keßler und Jessica Holdefehr, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, im Garten der Einrichtung.
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Hospizarbeit, so hat es Martin Keßler einmal gesagt, „ist etwas, das im Verborgenen bleibt“. Schließlich wolle sich niemand gern mit den letzten Tagen oder Wochen des Lebens befassen. Inzwischen aber habe sich das gewandelt, sagt der Leiter des Troisdorfer Hospiz' St. Klara. Nun meldeten die Menschen in Troisdorf zurück: „Das ist unser Hospiz.“
Der Träger GFO baute in Troisdorf die Versorgung unheilbar Kranker aus
Und das seit zehn Jahren. Das ist für die Beschäftigten rund um Martin Keßler ein Anlass, sich noch mehr zu zeigen als bisher. „Wir wollen hier und da ein paar Akzente setzen“, kündigt Keßler bei einem Gespräch im Hospiz an. Dazu gehört neben der Teilnahme am Vereinsfest die Geburtstagsfeier im Hospiz am Samstag, 12. September, außerdem ein Benefizkonzert am 29. November in der Stadthalle.
Eine logische Fortentwicklung war in Keßlers Augen die Gründung des Hospizes 2016: Im Jahr 1996 hatte der Träger, die Gemeinnützigen Franziskanerinnen zu Olpe (GFO), zunächst eine Palliativstation im Altbau von St. Josef eröffnet und in den Folgejahren die Versorgung unheilbar kranker Menschen nach und nach ausgebaut. Heute gibt es eine stationäre palliative Versorgung in Sieglar, aber auch die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV).
Die ehrenamtlich engagierten Mitglieder des Hospizdienstes St. Klara begleiten zudem Erkrankte und Angehörige im häuslichen Umfeld, in Altenheimen oder auf Stationen in den Kliniken, aber auch im Hospiz selbst. Pflegende Aufgaben übernehmen sie nicht. „Wir führen Gespräche, hören zu“, heißt es dazu in der Selbstbeschreibung, „oder schweigen gemeinsam.“ In Kursen werden die Ehrenamtlichen für diese „Letzte Hilfe“ ausgebildet.

Kein unvereinbarer Gegensatz: Eine Karnevalsfeier im Hospiz St. Klara.
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In diesem Versorgungsnetz der unterschiedlichen Angebote sieht sich Keßler, im GFO-Verbund Fachbereichsleiter für Hospize und Ambulante Palliativversorgung, als „Netzwerker“. Es gehe um Antworten auf die Frage: „Was ist für die aktuelle Lebenslage die beste Versorgung?“ Und dank kurzer Wege könnten die Fachleute auch auf Veränderungen reagieren, dann würden Kranke und Angehörige „aufgefangen, wenn etwas kippt“.
In Troisdorf wird am Lebensende Lebenszeit gestaltet
Bei der Eröffnung am 12. Dezember 2016 war das Hospiz in der ehemaligen Evangelischen Grundschule an der Viktoriastraße das zweite im Rhein-Sieg-Kreis nach dem Elisabeth-Hospiz in Lohmar-Deesem. Inzwischen hat in Hennef-Bödingen noch das Sibilla-Hospiz eröffnet. Damit, so Keßler, sei der Bedarf im Kreisgebiet wohl auch gedeckt.
„Im Moment wartet man nicht lange“, betont er. Waren früher sechs bis acht Wochen Wartezeit auf einen Platz im Hospiz üblich, so dauert es inzwischen ein bis zwei Wochen, bis man im Rhein-Sieg-Kreis einen Platz in einem Hospiz bekommt. Was sich noch geändert hat in den zurückliegenden Jahren? „Die Menschen, die kommen, sind in einem schlechteren Zustand“, antwortet Keßler: Die ambulante Versorgung erlaube ein längeres Leben zu Hause, was ja nun oft auch dem Wunsch der Patienten entspreche.
Dadurch ändere sich aber auch die Betreuung, berichteten Keßler und Jessica Holdefehr, zuständig für Presse und Fundraising im Hospiz. „Lebenszeit zu gestalten“ sei Auftrag und Anspruch zugleich, dessen Erfüllung aber oft nur schwer planbar sei. Wenn der gesundheitliche Zustand der Gäste es erlaubt, sind dennoch auch Auflüge zum Beispiel nach Köln möglich: um noch einmal den Dom zu sehen oder ein Kölsch in der Lieblingskneipe zu trinken.
Spender und Förderverein finanzieren auch besondere Wünsche
Der Aufenthalt im Hospiz ist für die Gäste, wie sie hier heißen, mit keinen Kosten verbunden; Krankenkassen und Pflegeversicherung kommen dafür auf. Das Hospiz selbst muss allerdings fünf Prozent des jährlichen Aufwands über Spenden generieren. „Das entspricht etwa 150.000 Euro“, rechnet Keßler vor, hinzu kommen Kosten für den aufwendigen Unterhalt und Instandhaltung des großen Hauses.
Dazu gibt es einen rührigen Förderverein und großzügige Spender. Denn Wünsche wie ein Rollstuhlfahrrad oder die Aromatherapie können nur erfüllt werden, weil Menschen dem Hospiz Geld dafür zur Verfügung stellen.
