In den kommenden Jahren baut der Klinikträger am Standort Sieglar einen Erweiterungsbau.
GFO KlinikenNRW-Minister bringt Förderbescheid über 200 Millionen Euro nach Troisdorf

So soll der Standort St. Johannes in Sieglar eines Tages aussehen: der helle Erweiterungsbau entsteht auf der heutigen Grünfläche.
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In dem Pappkarton hätte auch eine Pizza stecken können. Tatsächlich war die vermeintliche „Pizza“ mehr als 208 Millionen Euro wert: In der äußerlich unscheinbaren Schachtel kam der Förderbescheid über die genannte Summe nach Troisdorf. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kam persönlich zur Übergabe nach Sieglar. 164 Millionen Euro aus dem Krankenhausstrukturfonds II werden allein in den GFO-Kliniken Troisdorf mit den Standorten St. Johannes und St. Josef investiert. Weitere 44 Millionen gehen an das Beueler Krankenhaus St. St. Josef. 101 Millionen Euro kommen vom Land, 107 Millionen von den Krankenkassen.
Seit 2017 liefen die Überlegungen zur Krankenhausreform, sagte der Minister im 2025 eröffneten Neubau der Psychiatrie. Weg vom starren Blick auf die Bettenzahl und die daran ausgerichtete Förderung sollte der Weg führen, hin zu einer Bewertung nach neuen Parametern. Die NRW Krankenhausplanung forciert eine Bildung von Leistungsschwerpunkten, die sich in der Expertise des Personals wie der Ausstattung ausdrückt.
In Troisdorf werden beide Krankenhausstandorte zu einem zusammengeführt
Das Ziel, so Minister Laumann vor den geladenen Gästen: Die Krankenhauslandschaft so aufzustellen, „dass wir die Planung nicht über Insolvenzen machen“. Gerieten Krankenhäuser nämlich in die Insolvenz, dann sei das gerade nicht planbar. Außerdem gehe es um den Respekt vor der Leistung der Menschen, die derartige Kliniken aufgebaut hätten. Dennoch, so der Minister, „werden wir nicht jeden Standort halten können.“
„Wir wurden beschimpft“, erinnerte sich Ingo Morell, Geschäftsführer der Maria Theresia Bonzel-Stiftung, Hauptanteilseigner der GFO Kliniken, an das Jahr 2019: In mehr als einem politischen Gremium habe er die Pläne des Klinikträgers erklären müssen, die beiden Standorte zusammenzuführen. „Zwei Häuser in einer Stadt mit 80.000 Einwohnern – das passt nicht“, wiederholte Morell am Mittwoch noch einmal die Begründung: Nur in der Konzentration an einem Standort könnten die Kliniken künftig bestehen.

Eine gewaltige Summe: Den Förderbescheid übergab Minister Karl-Josef Laumann (Mitte) an Schwester Scholastika Kaiser, Schwester Veronika Fricke und Ingo Morell (von links).
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Die Investitionen in Sieglar sehe er als Teil einer Verbundstrategie, sagte Morell: „Es macht nicht jeder alles“, die GFO-Krankenhäuser im Rheinisch-Bergischen, in Troisdorf oder Bonn seien in der Gesamtheit zu sehen. Aber auch im Rheinisch-Bergischen gehe wie in Troisdorf ein Standort „vom Netz“, insgesamt schrumpfe die Zahl der GFO-Standorte von derzeit 18 auf künftig zwölf. Der Klinikträger mache, „was richtig und wichtig ist“, so Morell. Und „wir machen es jetzt, solange wir noch können.“
In Troisdorf-Sieglar plant die GFO einen Erweiterungsbau
„Wir sind in NRW mit der Krankenhausplanung durch“, sagte Minister Karl-Josef Laumann, der sich zur Trägervielfalt bekannte. Mehr als 90 Prozent der Menschen erreichten ein Krankenhaus in weniger als 20 Minuten. Nur in wenigen Gebieten sei das noch nicht der Fall. Dennoch werde das Land in den kommenden zehn Jahren jährlich 500 Millionen Euro aus eigenen Mitteln und ebenso viel aus dem Transformationsfonds des Bundes in die Krankenhäuser stecken.
Wie berichtet, plant der Klinikträger auf dem Areal in Sieglar unter anderem einen zwischen drei und sieben Etagen hohen Erweiterungsbau. Fünf Jahre Bauzeit sind geplant. Eine Frist, angesichts derer sich Ingo Morell schon jetzt bei den GFO-Beschäftigten bedankte: „Für Engagement und Toleranz“ während Bauzeit und Umzug, wie er sagte. „Irgendwann wird alles gut“, versprach er.
