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Was Eltern wissen müssenAnmeldung der Viertklässler für weiterführende Schulen startet im Februar

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Schülerinnen und Schüler einer Grundschule sitzen in ihrem Klassenraum.

Mit den Halbjahreszeugnissen bekommen die Viertklässler kommende Woche auch ihren Anmeldeschein für die weiterführende Schule (Symbolbild).

Das Rennen um den Platz an der Wunschschule in Köln beginnt in wenigen Tagen: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Anmeldeverfahren.

Kommende Woche verteilen die Lehrerinnen und Lehrer die Halbjahreszeugnisse. Die 9800 Kölner Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen erhalten mit ihren Noten auch den Anmeldeschein für die weiterführenden Schulen: Ab kommenden Freitag startet das Bewerbeverfahren um die Schulplätze für die fünften Klassen des Schuljahrs 2026/2027.

Wann kann ich mein Kind anmelden?

Als Erstes startet das Anmeldeverfahren für die Gesamtschulen, wie berichtet zieht die Stadt erneut diesen Teil der Schulplatzvergabe vor. Eltern können die Anmeldungen vom 6. bis zum 11. Februar einreichen, die Frist geht bis 12 Uhr. Das Anmeldeverfahren für Gymnasien, Haupt-, Real- und Förderschulen folgt in der Zeit vom 23. bis 27. Februar, auch bis 12 Uhr. Gesamtschulen, die noch freie Plätze haben, nehmen in diesem Zeitraum ebenfalls noch Anmeldungen entgegen.

Was brauche ich für die Anmeldung?

Für das Anmeldeverfahren wird mit dem Halbjahreszeugnis der Anmeldeschein ausgegeben, beides wird für die Anmeldung benötigt. Eltern von Kindern, die vor dem Wechsel an eine weiterführende Schule keine städtische Grundschule besucht haben, sondern eine in anderer Trägerschaft, müssen zusätzlich eine Geburtsurkunde vorlegen.

Gibt es wieder einen Zweitwunsch?

Nein. Seit dem vergangenen Jahr können Kölner Eltern nur eine Wunschschule angeben. Die Plätze werden in der zweiten Anmelderunde nach denselben Auswahlkriterien vergeben wie in der ersten. Damit wurde den Eltern der Druck genommen, ihre Anmeldung als Erste an einer Schule mit freien Kapazitäten abzugeben.

Nach welchen Kriterien werden die Plätze vergeben?

Die Schulen müssen die Kriterien offenlegen. Diese können etwa sein: Geschwisterkind, ausgewogenes Verhältnis von Mädchen und Jungen, Schulweglänge, ausgewogenes Verhältnis von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunftssprache, der Besuch einer in der Nähe zuletzt besuchten Grundschule und das Losverfahren. Angewandt werden die Kriterien bei einem Anmeldeüberhang. Bis vor einigen Jahren hat noch der Großteil der Schulen gelost, da dies der rechtssicherste Weg ist. Inzwischen gibt es eine wachsende Zahl Schulen, die – meist neben Geschwisterkind und Geschlechterparität – die Schulweglänge als Kriterium anlegt.

Wann erfahre ich, ob mein Kind den Wunschplatz erhalten hat?

Die Stadt verschickt die Bescheide für das vorgezogene Verfahren der Gesamtschulen am Donnerstag, 19. Februar. Das ist die Woche nach Karneval. Die Bescheide der Gymnasien, Real-, Haupt- und Förderschulen werden am 5. März versendet.

Gibt es dann eine zweite Runde?

Ja, wer dann keine Schulplatz-Zusage erhalten haben, muss sich im jeweils folgenden Anmeldezeitraum erneut an einer anderen Schule anmelden. Es kann auch eine andere Schulform ausgesucht werden. Die Stadt schickt den Original-Anmeldeschein mit dem Ablehnungsbescheid und einer Übersicht über die Schulen mit freien Plätzen zurück. Die Bescheide dieser Anmelderunde sollen am 19. März verschickt werden.

Kann es sein, dass mein Kind dann immer noch keinen Platz hat und was passiert dann?

Das könnte für eine kleine Anzahl von Kindern Realität werden. Für sie gibt es noch eine letzte Anmeldemöglichkeit vom 23. bis 26. März mit anschließendem Bescheidversand. Bis zu den Osterferien sollten also alle wissen, wo sie im nächsten Schuljahr zur Schule gehen.

Wie stehen in diesem Jahr die Chancen, dass es mit dem gewünschten Platz klappt?

In diesem Frühjahr wird das Rennen um die Wunschschulplätze vermutlich noch einmal deutlich schwieriger zu gewinnen sein als in den Vorjahren, in denen bereits viele Familien enttäuscht wurden. Denn im Schuljahr 2026/2027 bleiben an den Gymnasien durch die Umstellung zurück zu G9 (13 Jahre bis zum Abitur) rund 3150 Schüler ein Jahr länger an ihren Schulen. So der Stand der Stadt aus dem Oktober. Diese Schulplätze muss sie bis zum Sommer neugeschaffen haben. Gleichzeitig ist der aktuelle Viertklässlerjahrgang ein geburtenstarker. Schuldezernent Robert Voigtsberger nannte die Umstellung im Schulausschuss vorige Woche „eine Jahrhundertaufgabe, für die wir kein Jahrhundert Zeit haben“. 

Wie verlief die Anmeldung voriges Jahr?

Im Sommer 2025 sind drei neue Schulen mit 336 Plätzen an den Start gegangen, deshalb war zunächst erwartet worden, dass sich die Lage etwas entspannen würde. Dem war aber nicht so, die Zahlen der Ablehnungen ähnelten denen der Vorjahre. 2025 erhielten zehn Prozent der Kölner Viertklässler keinen Platz an ihrer Wunschschule. In Summe waren es knapp 1000 von 9062 angemeldeten Mädchen und Jungen.

Wie sah es bei den einzelnen Schulformen aus?

An den Gesamtschulen wurden über 3100 Kinder angemeldet, davon erhielten 2470 in der ersten Runde einen Platz an der betreffenden Schule, 676 gingen an der Gesamtschule ihrer Wahl leer aus. Damit scheiterte im ersten Anlauf mehr als jede fünfte Gesamtschulbewerbung. Gerade bei den Gesamtschulen verteilten sich die Wunschschulen sehr unterschiedlich: Während der Großteil der Gesamtschulen gerade in den Stadtbezirken Mülheim, Kalk, Porz und Chorweiler teilweise große Anmeldeüberhänge hatte, blieben in Stadtteilen wie Lindenthal oder Zollstock sogar noch Plätze frei.

An ihren Wunschgymnasien erhielten 293 Kölner Kinder keinen Platz, 39 Kinder gingen auch in der zweiten Anmelderunde wieder leer aus. 26 der 37 städtischen Gymnasien meldeten Anmeldeüberhänge. Spitzenreiter bei den Ablehnungen war das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium in Sülz. Dort wurden 56 Kinder mehr angemeldet, als es Plätze gab, gefolgt vom Apostelgymnasium sowie ebenfalls in Sülz dem Schiller-Gymnasium und dem Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Porz-Wahn.

Auch bei den Realschulen gab es zahlenmäßig einen Anmeldeüberhang: Von den 1221 angemeldeten Kindern erhielten 1146 einen Platz an der gewünschten Schule. Im zweiten Anmeldedurchgang gingen noch 23 Kinder leer aus. Weiter rückläufig war die Zahl der Kinder, die ab dem kommenden Schuljahr an einer Hauptschule unterrichtet werden. Lediglich 237 Kinder besuchen derzeit eine fünfte Klasse dort, weniger als ein Drittel der Kölner Hauptschulplätze konnte in den Eingangsklassen überhaupt belegt werden, 627 Hauptschulplätze blieben frei.

Eltern können Fragen zum Verfahren an die Stadt unter der Mailadresse schulanmeldungen-sek@stadt-koeln.de richten.