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„Komplett absurdes Fifa-Urteil“
Jetzt spricht FC-Geschäftsführer Keller über die Transfersperre

Lesezeit 3 Minuten
FC-Geschäftsführer Christian Keller und Lizenzspielleiter Thomas Kessler im Stadion.

Stehen unter Druck: FC-Geschäftsführer Christian Keller und Lizenzspielleiter Thomas Kessler.

Die Fifa hat gegen den 1. FC Köln eine Transfersperre verhängt. FC-Geschäftsführer Christian Keller bezieht nun Stellung.

Am Donnerstagmorgen (30. März 2023), am Tag nach dem Urteil, stellte sich Christian Keller am Geißbockheim den Fragen der Medien. Der Geschäftsführer des 1. FC Köln nahm dabei kein Blatt vor den Mund: „Die Fifa hat aus unserer Sicht ein komplett absurdes Urteil ohne jede Grundlage getroffen.“

Hintergrund: Der FC soll rund um die Verpflichtung des slowenischen Stürmertalents Jaka Cuber Potocnik (17) gegen Transfer-Vorschriften verstoßen haben. Die Sanktionen: eine Geldstrafe in Höhe von 54.000 Euro, zu zahlen an Potocniks ehemaligen Klub Olimpija Ljubljana sowie eine viermonatige Sperre gegen den Spieler. Und: Dem 1. FC Köln soll es in den kommenden zwei Transferperioden verboten sein, Spieler zu verpflichten.

Der 1. FC Köln will das so nicht hinnehmen, fühlt sich völlig im Recht. „Wir legen schnellstmöglich Berufung ein und werden darauhin wirken, dass das Strafmaß ausgesetzt wird“, betont Keller. „Es ist aus unserer Sicht eine Farce.“ Er kritisiert vor allem auch die Rechtssprechung und die Bewertung der Beweislage durch die Fifa: „Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.“

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Es gab von unserer Seite ein Angebot, diese Sache finanziell zu regeln
Christian Keller

Im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte Ljubljanas Vizepäsident Christian Dollinger von einem Gespräch mit Keller im Juli 2022 berichtet. Dollinger: „Es gab von unserer Seite ein Angebot, diese Sache finanziell zu regeln. Und das war wahrlich kein unverschämtes Angebot. Doch das Gespräch mit Herrn Keller war nach 20, vielleicht 25 Minuten schon beendet, uns wurde deutlich gesagt, dass man nicht zusammenkomme.“

Keller entgegnete nun wütend: „Ob es dieses Treffen wirklich gab, oder manche einfach eine riesige Scheiße erzählen, sollte man auch mal hinterfragen.“ Er führt aus und schildert seine Sicht der Dinge: „Es gab ein Treffen am 30. August 2022 mit Olimpjia Ljubljana. Das war nicht im Juli. Zugegen waren Herr Dollinger und Herr Delius (Präsident und Eigentümer, Anm. d. Red). Das Gespräch ging anderthalb Stunden. Im Nachgang haben sich die beiden Gäste für ein tolles Gespräch bedankt. Sie haben vom FC ein Angebot erhalten, um die Sache gütig zu einigen. Das haben sie abgelehnt und Klage eingereicht. Das ist die Wahrheit. Der Rest ist kompletter Schwachsinn. Das ist glücklicherweise auch schriftlich belegt.“

Das Angebot sei auch deutlich besser gewesen, als das, was die Fifa dem Klub nun zugesprochen hat. Keller: „Sie sollen nun 54.000 Euro kriegen – die werden sie aber nicht kriegen. Das, was wir angeboten hatten, hat sich in einer ganz anderen Größenordnung bewegt. Nur: Ljubljana hat etwas gefordert, was komplett weg war von jeglicher Realität.“ Zahlen will der FC-Funktionär nicht nennen, nur so viel: „Der Spieler hatte eine Ausstiegsklausel im Vertrag mit Ljubljana. Ich habe dem Verein die Summe dieser Ausstiegsklausel angeboten, zuzüglich der internationalen Ausbildungsentschädigung. Damit wären sie massiv besser gefahren.“

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