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„Jetzt zählt nur der VfB“ Alex Wehrle über das brisante Wiedersehen mit Köln

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Alexander Wehrle ist nach über neunjähriger Tätigkeit für den 1. FC Köln zum VfB Stuttgart zurückgekehrt.

  • Über neun Jahre war Alexander Wehrle für den 1. FC Köln tätig.
  • So einfach abschütteln lässt sich das auch als neuer Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart nicht.
  • Der 47-Jährige hat mit uns über das schnelle, und durchaus brisante Wiedersehen mit dem FC gesprochen.

Köln/Stuttgart – Der Sonntag war für Alexander Wehrle wieder intensiv und zeitlich straff durchgetaktet, aber der neue Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart mag durchaus solche Arbeitstage. Er fing nicht so gut an: Am Morgen verfolgte er im Parkstadion in Gelsenkirchen das deutsche B-Junioren-Finale, das der VfB im Elfmeterschießen beim FC Schalke 04 verlor, der nach der Bundesliga-Rückkehr also noch einmal jubeln durfte. Nach den Zeremonien fuhr er nach Düsseldorf und nahm um 14.10 Uhr den Flieger in Richtung München. In der bayerischen Landeshauptstadt sollte der langjährige Geschäftsführer des 1. FC Köln allerdings noch Grund zur Freude bekommen.

Der VfB, zu dem Wehrle vor rund sieben Wochen zurückgekehrt war, holte ein überraschendes, aber verdientes 2:2 beim FC Bayern, das erheblichen Einfluss auf den Abstiegskampf hat. „Das gibt natürlich noch mal neuen Mut und Schwung für den letzten Spieltag und möglicherweise auch für kommende Aufgaben. Die Konstellation hätte für uns nach dem diesem Spieltag auch eine andere sein können, jetzt ist sogar noch Platz 15 möglich. Die Mannschaft hat einen verdienten Punkt in München geholt und ein Ausrufezeichen gesetzt. Alle sind in den letzten Wochen noch einmal enger zusammengerückt, die Fans werden auch am Samstag wie eine Eins hinter der Mannschaft stehen. Die Atmosphäre wird großartig, ich freue mich auf das Spiel und das Wiedersehen“, sagt Wehrle im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Alles zum Thema Steffen Baumgart

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Es ist ein schnelles Wiedersehen mit dem 1. FC Köln. Der gebürtige Schwabe war über die Jahre zu einem Gesicht des Klubs geworden. Noch am 10. März war er emotional und mit einigen Tränen am Geißbockheim verabschiedet worden, jetzt steht man sich am Samstag (15.30 Uhr) beim Duell in Stuttgart als Gegner gegenüber. Für die Klubs steht weiter viel auf dem Spiel, doch die Fallhöhe für beide ist nicht mehr ganz so groß, wie noch vor wenigen Tagen angenommen.

Dafür sorgten die Ergebnisse des 33. Spieltags: Der VfB kann nach dem Punktgewinn und der überraschenden Niederlage der Bielefelder bei zuvor schon geretteten Bochumern eigentlich nicht mehr direkt absteigen. Drei Punkte Rückstand und ein um sieben Treffer schlechteres Torverhältnis auf den VfB kann die auf Platz 17 stehende Arminia wohl nur noch in der Theorie aufholen, in der Praxis kommt zudem der schwere Gegner RB Leipzig auf die Alm, der noch einen Zähler für die sichere Teilnahme an der Champions League benötigt.

Chance auf Platz 15

Und plötzlich ist für Stuttgart sogar wieder Hertha BSC in Reichweite, das den sicheren Klassenerhalt durch eine 1:2-Heimpleite gegen Mainz erst einmal aus der Hand gab. Hertha muss bei Vizemeister Dortmund antreten, da könnte für den VfB, der drei Zähler weniger auf dem Konto, aber das deutlich bessere Torverhältnis hat, also noch was gehen. Für die Schwaben ist es urplötzlich noch möglich, auf Kosten der Berliner die Relegation zu vermeiden.

Doch dafür ist ein Heimsieg gegen den FC die Voraussetzung. Wehrles Ex-Klub sicherte sich zwar am vergangenen Samstag die Teilnahme am internationalen Geschäft, die Fans feierten das auch enthusiastisch, doch nach der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg deutet einiges eher auf einen Start in den Playoffs zur Conference League hin. Um sich direkt für die Europa League zu qualifizieren, müsste das Baumgart-Team in Stuttgart gewinnen und zudem auf einen Ausrutscher von Union Berlin im Heimspiel gegen Bochum hoffen, die Eisernen dürfen jedenfalls nicht gewinnen.

Kompliment an FC

„Erst einmal möchte ich meinem langjährigen Klub zur Qualifikation für Europa gratulieren. Das ist wahrlich keine Selbstverständigkeit nach fast zwei Abstiegen. Steffen Baumgarts Mannschaft spielt eine außergewöhnliche Saison, ich freue mich ganz besonders für Steffen, die Spieler, den Stab und die Mitarbeiter“, sagt Wehrle. Bis vor kurzem sei er ja selbst noch ein Teil des FC gewesen, von Juni 2021 bis Januar 2022 war er nach der Demission von Sportchef Horst Heldt sogar alleiniger Geschäftsführer. „Es gab im letzten Sommer sicherlich ein paar Personalien, bei denen Horst Heldt und ich also nicht ganz falsch lagen“, sagt Wehrle rückblickend und spielt damit auch auf die Verpflichtung von Trainer Baumgart an.

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10. März: Mannschaft, Mitarbeiter und der Vorstand um Eckhard Sauren (l.) und Carsten Wettich (r.) verabschiedeten Alex Wehrle am Geißbockheim.

Über neun Jahre war der 47-Jährige für den 1. FC Köln tätig. Lässt sich das in wenigen Wochen alles einfach so abschütteln? Wehrle verneint: „Das geht natürlich nicht. Der Verein und die tollen Menschen beim FC und in Köln lagen mir immer sehr am Herzen. Deshalb war es auch die richtige Entscheidung, dass ich mir vor meinem Einstieg beim VfB eine kleine Auszeit genommen habe, um Abstand zu gewinnen. Natürlich ist das am Samstag ein besonderes emotionales Spiel für mich, doch jetzt zählt nur der VfB“, sagt der neue starke Mann des Traditionsklubs, der nach seiner Rückkehr nach Schwaben nur noch 20 Minuten Fahrzeit benötigt, um Familie und Freunde zu besuchen.

Bei den Cannstattern, für die seit über einem Jahr auch der langjährige Kölner Medienchef Tobias Kaufmann arbeitet, hat Wehrle ebenfalls schon turbulente, aufregende Wochen hinter sich. „Es waren bisher zwei sehr intensive Monate. In denen ging es nicht nur um unsere sportliche Situation, sondern auch um strategische Fragestellungen und Zukunftsthemen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende.

Am Samstag zählen aber nur die 90 Minuten auf dem Platz. Ab 15.30 Uhr gilt es für den VfB, aber auch für den FC. Ein Treffen mit den Kölner Verantwortlichen wird es vor der Partie nicht mehr geben, aber sicherlich danach. „Wir brauchen am Samstag die drei Punkte und wollen sie auch unbedingt holen. Ich bin optimistisch“, sagt Wehrle. Dieser Wesenszug hat Alexander Wehrle auch über die vielen Jahre beim 1. FC Köln ausgezeichnet.