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1. FC Köln vor UnionWagner reist zum Themen-Bingo nach Köpenick

Zuletzt stand zweimal die Null – doch nach mehr als einem Jahr soll der erste Auswärtssieg her. Und ein Tor von Mikey Moore.

Joel Schmied zeigte gegen Union Berlin eine hervorragende Leistung im Abwehrzentrum.

Joel Schmied zeigte gegen Union Berlin eine hervorragende Leistung im Abwehrzentrum.

Zwei Pflichtspiele in Folge ohne Gegentor bedeuten für die bislang anfällige Defensive des 1. FC Köln eine spürbare Erleichterung, an der Innenverteidiger Joël Schmied einen enormen Anteil hat. Der Schweizer rückte für den zuletzt glücklosen Luka Lochoshvili in die Startaufstellung und stabilisierte die Hintermannschaft. Weil die Kölner mit dem robusten Abwehrspieler auf dem Feld in dieser Saison noch kein einziges Gegentor kassierten, schenkt Wagner ihm auch für das Ligaduell am Sonntag das Vertrauen.

Wir haben eine riesengroße Chance, so ein bisschen Themenbingo zu spielen auswärts und ein paar Sachen wegzumachen
FC-Trainer René Wagner

An der Alten Försterei peilen die Geißböcke den langersehnten ersten Auswärtssieg seit über einem Jahr an. René Wagner spricht in diesem Zusammenhang von einer mentalen „Bingo-Karte“, auf der noch einige wichtige Posten abgehakt werden müssen. Der Trainer warnt vor Überheblichkeit und fordert von seinen Profis die identische Leidenschaft wie im Pokal, um der Berliner Revanchelust standzuhalten: „Wir haben eine riesengroße Chance, so ein bisschen Themenbingo zu spielen auswärts und ein paar Sachen wegzumachen. Da fehlt uns natürlich der Auswärtssieg, den wir mit aller Leidenschaft versuchen werden zu holen“, beschrieb Wagner.

Seine Bingokarte ist längst nicht voll. „Ich werde auch nicht müde, das zu betonen, auch nicht vor der Mannschaft: Es wird ein komplett anderes Spiel. Wir dürfen jetzt nicht glauben, weil wir zu Hause 5:0 gewonnen haben, dass wir jetzt dahinfahren und denen nochmal fünf Stück einschenken. So einfach wird es nicht gehen. Deswegen tun wir, glaube ich, gut daran, mit Ruhe und ganz viel Leidenschaft in das Spiel zu gehen, zu versuchen, wieder jedes Duell zu gewinnen, aber dabei auch so zu bleiben, dass wir das Spiel als das nehmen, was es ist: ein schweres Auswärtsspiel. Und am Ende wollen wir natürlich den Sieg mitnehmen. Ein Assist oder ein Tor von Mikes würde auf meiner persönlichen Bingo-Karte noch stehen.“

Um die psychologische Balance zwischen Euphorie und Fokus zu wahren, setzt das Trainerteam auf eine klare, analytische Ansprache im Kreis der Mannschaft. Wagner umreißt die anstehende Führungsaufgabe vor dem Anpfiff in Köpenick: „Eine Serie starten wollen wir. Ich glaube, die Balance zu finden – den Jungs Sicherheit zu geben, Mut zuzusprechen, sie ein bisschen auf der Welle mitzunehmen, aber nicht zu vergessen, dass es ein anderes Spiel wird – das müssen die Jungs schon verstehen", erklärt er.

Dass die Kölner von nun an nie wieder einen Rückschlag erleiden werden, verspricht Wagner dennoch nicht. „Wir werden jetzt nicht mit einer Selbstverständlichkeit hinfahren können und davon ausgehen, dass wir da wieder 5:0 gewinnen. Den Mix zu finden zwischen den richtigen Dingen immer wieder ansprechen und bestärken, aber auch auf das aufmerksam machen, was vielleicht nicht so gut war – das ist, glaube ich, genau die Mitte, die wir finden müssen.“ (red)