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Krauß und Engstler überzeugen im ZentrumDie neue Mitte des 1. FC Köln

Mittelfeldakteur Tom Krauß glänzt in einer Hybridrolle und stabilisiert das Mittelfeldspiel mit „Stratege“ Paul Okon-Engstler

Tom Krauß überragte gegen Union auf einer neuen Position.

Tom Krauß überragte gegen Union auf einer neuen Position.

Die entscheidende taktische Weichenstellung beim 5:0-Pokalerfolg über Union Berlin fand in der Kölner Defensive statt, als Trainer René Wagner die Berliner mit einer hochflexiblen Dreierkette überraschte. Die Schlüsselrolle in diesem beweglichen Geflecht übernahm Tom Krauß, der formell die halblinke Position bekleidete, sich bei eigenem Ballbesitz jedoch immer wieder als zusätzlicher Stratege ins Mittelfeldzentrum einschaltete. Dort harmonierte er hervorragend mit Paul Okon-Engstler, der vor der Kette die Fäden zog und ein gewaltiges Laufvolumen präsentierte.

Durch das geschickte Herausrücken fing der FC die Angriffe der Köpenicker frühzeitig ab und erzwang schnelle Ballgewinne. Wagner lobt die taktische Reife, die Krauß auf der ungewohnten Position an den Tag legte, da sie dem Trainerteam wertvolle Optionen für die Zukunft verleiht.

René Wagner skizzierte den Wert dieser personellen Flexibilität im Detail: „Ja, das sind personelle Entscheidungen. Ich glaube, an sich hat sich die Art und Weise, Fußball zu spielen, wie wir trainieren, welchen Weg wir gehen wollen, nicht verändert. Personal wird sich immer verändern. Das heißt, da haben wir Tom natürlich eine etwas veränderte Rolle gegeben. Wir haben Paul zum ersten Mal so in seiner Paradedisziplin gesehen als Mittelfeldstratege, was er überragend gemacht hat", beschrieb der Trainer am Freitag.

Wir haben Jungs offensiv gesehen, die weiterhin performen, die weiterhin Gas geben. Und das ist das Wichtigste für uns
FC-Trainer René Wagner

Die aggressive Spielweise werde die Mannschaft auch beim Bundesliga-Auftritt am Sonntag (15.30 Uhr) in Köpenick präsentieren – in allen Mannschaftsteilen. „Wir haben Jungs offensiv gesehen, die weiterhin performen, die weiterhin Gas geben. Und das ist das Wichtigste für uns. Am Ende müssen wir in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen, natürlich auch mal personelle Veränderungen vornehmen. Das werden wir jetzt auch in Berlin machen müssen. Der Weg darf sich aber nicht verändern. Das heißt, jeder Spieler muss wissen, was er zu tun hat. Ich glaube, Tom wusste in einer anderen Position trotzdem genau, was seine Aufgabe ist. Das ist mir wichtig – ein Spieler, der in einer anderen Position spielt und trotzdem weiß, was zu tun ist. Bei Tom ist das natürlich ein besonderes Beispiel, weil er einfach so eine Gabe hat, sich schnell reinzudenken.“

Besonders der Einsatzwille der Offensivkräfte im Defensivverhalten stimmte den Kölner Fußballlehrer für das anstehende Auswärtsspiel positiv. Wagner hebt die mannschaftliche Geschlossenheit hervor, die beim Kantersieg den Unterschied ausmachte: „Wenn ich da an Linton und Mikey denke, die defensiv in einer Achterrolle verteidigen mussten, die haben es beide mit ganz viel Leidenschaft getan. Beide sind oft auch defensiv in der Box angekommen und haben Bälle geklärt. Das sind die Momente, die wir brauchen", findet der Coach.

Paul Okon-Engstler zeigte gegen Union seine bislang beste Leistung im FC-Trikot.

Paul Okon-Engstler zeigte gegen Union seine bislang beste Leistung im FC-Trikot.

Herausragend geriet die Partie von Nationalspieler Said El Mala: „Er war genauso wie Marius Bülter gegen den Ball massiv, immer dabei, Zweikämpfe zu gewinnen, und alle, die reingekommen sind, haben Gas geben. Das ist wichtig, dass die Jungs, die vielleicht nach Schalke vom Platz gehen mussten, die jetzt nicht gestartet haben, reinkommen und Gas geben – Isak belohnt sich mit dem Tor, Jan Thielmann mit einer Vorvorlage. Ich glaube, ohne seine Aktion fällt das Tor auch nicht. So hat jeder in dem Spiel eine tolle Leistung gebracht.“ (red)