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Kölner 2:1-DerbysiegEl Mala entscheidet die Partie und trauert Chancen nach

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Said El Mala und sein Stürmerkollege Imad Rondic feiern den Kölner Sieg und die damit verbundenen drei Punkte für den FC.

Said El Mala und sein Stürmerkollege Imad Rondic feiern den Kölner Sieg und die damit verbundenen drei Punkte für den FC.

Ein spielerisch ereignisarmes Derby endet nach Ausschreitungen, viel Pyrotechnik und zwei sehenswerten Toren 2:1 für Köln.

Said El Mala wollte nicht drumherumreden. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde schlecht“, antwortete er auf die Frage nach seinem Befinden unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Derbys, das der 1. FC Köln am Sonntagnachmittag 2:1 (1:1) im Rhein-Energie-Stadion gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen hatte – mit ihm als entscheidendem Torschützen.

Nach Isak Johannessons Führungstor in der 26. Minute hatten die Kölner durch Scally (39.) den Ausgleich kassiert. El Mala, in der zurückliegenden Länderspielphase mit zwei Einsätzen für Deutschland zum A-Nationalspieler geworden, hatte nach der Pause zahlreiche Chancen vergeben, dann aber mit einer klassischen El-Mala-Aktion, einem Dribbling von links ins Zentrum und einem Traumschuss ins entfernte Eck, zum 2:1-Sieg getroffen. In gewisser Weise ein Tor mit Ansage: Ein Freund habe ihm am Vortag gesagt, er werde im Derby einen Hattrick erzielen, solle locker bleiben. „Weil ich tatsächlich die Chancen zum Hattrick hatte, ärgere ich mich ein bisschen“, resümierte El Mala, „aber wir haben gewonnen, ich konnte mich trotzdem belohnen.“

Seine vergebenen Gelegenheiten habe er beiseitegeschoben. „Das zeichnet mich aus, dass ich nicht den Kopf in den Sand stecke“, sagte er, räumte aber auch ein, dass es schwierig gewesen sei, „damit umzugehen“. Umso schöner der Jubel. „Unglaublich, wie die mich alle angeschrien haben, dafür spielt man Fußball“, sagte El Mala, der seinen ausgiebigen Jubel auch als „Quittung“ verstanden haben wollte: „Der Gladbacher hatte nach dem Ausgleich vor unserer Kurve gejubelt, das gehört sich nicht.“

René Wagner blieb gefasst, nur die unruhige Schlussphase mit Ausschreitungen auf den Rängen und schlecht gespielten Kontern seiner Mannschaft hatte ihn gestört. „Wenn wir das dritte Tor machen, haben wir am Ende nicht so viel Stress“, beschrieb der Trainer: „In den letzten Minuten kam das Stadion, das war brutal und hat den Unterschied ausgemacht für uns. Wir brauchen solche Spiele, am Anfang des Weges tun Erfolgserlebnisse gut. Mit jedem Sieg kriegt man mehr Überzeugung, solche Momente schweißen zusammen, daraus können wir Kraft ziehen.“

Chaoten auf der Nordtribüne lieferten sich Schlägereien, eine Trennscheibe zwischen den Blöcken war zuvor zu Bruch gegangen.

Chaoten auf der Nordtribüne lieferten sich Schlägereien, eine Trennscheibe zwischen den Blöcken war zuvor zu Bruch gegangen.

Mönchengladbach bleibt punktlos am Tabellenende, bereits sieben Punkte hinter dem Rivalen aus Köln, der sich am fünften Spieltag im Mittelfeld stabilisierte. „Es war ein intensives Spiel mit dem falschen Ergebnis“, sagte Borussias neuer Trainer Alexander Blessin, der sich am Kölner Siegtreffer störte, als Tom Krauß Said El Malas Weg zum Tor freigeblockt hatte. „Das 1:2 darf nie fallen, weil es ein klares Foul von Krauß ist. Über die Qualität von El Mala müssen wir nicht reden, aber das ist bitter“, sagte der Coach – und wies dabei selbst auf die Gefahr hin, nun als „schlechter Verlierer“ nach Hause zu fahren.

Die Kölner interessierten sich nach der Partie nicht mehr für den unterlegenen Gegner, stattdessen tanzten sie vor der lodernden Südtribüne. Ein großer Sieg nach zuletzt schwierigen Tagen. Der Nachmittag hatte für die Gastgeber mit einem Rückschlag begonnen. Dem FC fehlte Maskottchen Hennes; der Geißbock durfte den Zoo wegen einer Quarantänemaßnahme nicht verlassen, die Vogelgrippe grassiert. Stadionsprecher Michael Trippel richtete Grüße des Tieres aus; Hennes „drückt unserer Mannschaft die Hufe“, berichtete Trippel.

Feuerwerk auf den Tribünen

„Wat uns aandriev, brennt wie Füer“ – die Fans auf der Südtribüne brannten zum Anpfiff ein Feuerwerk ab, auch im Gästeblock stieg Rauch auf. Die Partie begann nervös, beide Mannschaften hatten wenig Struktur am Ball zu bieten. Nach einer knappen halben Stunde schlug Borna Sosa einen Freistoß von der rechten Seite vor das Tor der Gäste. Lidberg köpfte den Ball zentral an den Strafraum, wo Johannesson mit der linken Innenseite Maß nahm und in den Winkel traf – womöglich leicht unterstützt von Moritz Nicolas im Gladbacher Tor, der deutlich am Ball war, jedoch nicht mehr abwehren konnte. René Wagner nahm den Treffer mit den Händen in den Taschen zur Kenntnis, griff kurz darauf zur Wasserflasche, blieb ganz bei sich.

Die Partie blieb auf bescheidenem Niveau, spielerisch sowieso, aber zeitweise auch kämpferisch. Köln hatte etwas mehr Ballbesitz und ein paar Ideen in der Offensive, bot aber ein Zweikampfverhalten, besonders auf der linken Seite, das weder der Liga noch dem Gegner angemessen war.

Der Ausgleich war daher keine Überraschung. Sanders etwas überraschenden Abschluss wehrte Schwäbe noch ab, doch Mönchengladbach blieb am Ball. Von links flankte schließlich Ullrich gegen Bülter. Simpson-Pusey verlängerte noch unglücklich per Kopf zu Scally, der völlig alleingelassen zum 1:1 traf.

Kurz vor der Pause traf Neuhaus im Rutschen Kölns Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri mit dem Knie am Unterschenkel. Der Tunesier blieb schwer getroffen liegen, wurde später mit einer Trage vom Platz gebracht. Ein bitterer Moment dieses Derbys, begleitet von „Auf Wiedersehen“-Rufen aus dem Gästeblock. Nach dem Schlusspfiff schickte die Mannschaft dem Mittelfeldmann ein Kabinenfoto ins Krankenhaus, mit den besten Wünschen.

Tom Krauß wurde nach seiner Einwechslung zur zweiten Hälfte Kölns wichtigster Mann.

Tom Krauß wurde nach seiner Einwechslung zur zweiten Hälfte Kölns wichtigster Mann.

Zur zweiten Halbzeit kam Krauß für Skhiri, Köln versuchte sein Glück in Aktionen über Mikey Moore, doch der war in seiner Klasse ziemlich allein im Kölner Angriff. Vor allem El Mala reihte eine unglückliche Aktion an die andere. Zunächst hatte er Pech, als er mit einem verunglückten Schuss Simpson-Pusey traf, von dem der Ball ins Tor geprallt wäre, hätte Leszczynski nicht gerettet (52.). Minuten später sprintete El Mala in einen Gladbacher Rückpass und raste scheinbar unbedrängt auf Nicolas zu, verpasste aber den Moment zum Abschluss.

Es war ein intensives Spiel mit dem falschen Ergebnis. Das 1:2 darf nie fallen, weil es ein klares Foul von Krauß ist. Über die Qualität von El Mala müssen wir nicht reden, aber das ist bitter
Mönchengladbachs Trainer Alexander Blessin

Doch dieser Nachmittag sollte aus Kölner Sicht ein gutes Ende nehmen. Nach Johannessons Balleroberung kam der Ball über Krauß und Maina zu El Mala, der eines seiner Markenzeichendribblings anzog und unhaltbar zum 2:1 traf. Der VAR prüfte die Situation noch, weil Krauß zuvor Hashioka umgerempelt hatte. Doch die Schiedsrichter beurteilten die Tat als nicht strafbaren Block.

Nach der Unterbrechung und Ausschreitungen auf der Nordtribüne hatte El Mala eine weitere Chance (72.), doch erneut brachte er den Ball nicht im Tor unter. Aus dem Hattrick wurde damit nichts. Aber der Derbysieg reichte dem Nationalspieler und den Kölner Fans an diesem Nachmittag.