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Derby-AusschreitungenSchlägereien im Block, Böller und Leuchtraketen

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Ausschreitungen während des Derbys in der Nordost-Ecke des Rhein-Energie-Stadions, wo eine trennende Glasscheibe zu Bruch ging.

Ausschreitungen während des Derbys in der Nordost-Ecke des Rhein-Energie-Stadions, wo eine trennende Glasscheibe zu Bruch ging.

Nach Böllerwürfen zu Spielbeginn kam es in der zweiten Halbzeit zu schweren Ausschreitungen und einer Spielunterbrechung.

Die Anreise beider Fanlager war bis auf ein paar Provokationen in sonntäglicher Ruhe verlaufen. Allerdings hatten sich die Mönchengladbacher, als sie knapp zwei Stunden vor dem Anpfiff das Stadion betreten hatten, mit einem ersten Böller angemeldet. Die Detonation erschütterte die Arena, es sollte nicht die einzige dieses Tages bleiben.

Die Kölner Fans etwa schließen in ihrem Verbundbrief Böller explizit aus, Feuerwerk darf nicht die Hand verlassen. Das ändert zwar nichts daran, dass Pyrotechnik im Stadion verboten ist. Die Gefahr, die von einer mit einer gewissen Handhabungskompetenz abgebrannten Fackel ausgeht, ist jedoch ungleich geringer, als wenn ein Böller in der Nähe von Menschen gezündet wird.

Zuschauerin und Ordnerin beim Derby durch Pyrotechnik verletzt

Mehrfach warfen die Mönchengladbacher die geächteten Böller in den Innenraum, wo Sicherheitspersonal und Medienvertreter ihrer Arbeit nachgingen. Noch vor dem Spiel musste eine Ordnerin nach dem Zünden von Böllern aufgrund der Knallgeräusche behandelt werden.

Laut Polizeiangaben wurde auch eine Frau verletzt, nachdem Pyrotechnik während der zweiten Halbzeit auf die Nordtribüne geschossen wurde. Auch sie muss ärztlich behandelt werden.

In der zweiten Halbzeit verschärfte sich nach der Kölner 2:1-Führung die Lage im Stadion. Als die Scheibe, die im östlichen Drittel der Nordtribüne Gäste- und Heimfans trennt, zu Bruch ging, kam es zur direkten Konfrontation der Fangruppen. Wieder flogen Böller aus dem Unterrang, außerdem schossen Gladbacher Fans Leuchtraketen unters Stadiondach und in die Zuschauer. Auch von der Südkurve flogen in diesen Momenten Leuchtkugeln, allerdings nicht in benachbarte Blöcke, sondern in hohem Bogen in Richtung Rasen, wo sie Spieler und Schiedsrichter gefährdeten. „Leuchtraketen in Zuschauerblöcke zu schießen oder Böller in die Zuschauer zu schmeißen, hat beim Fußball nichts zu suchen“, sagte der Stadionsprecher.

Kurz nach dem Spiel ist noch nicht der Moment, zu bilanzieren. Wir haben uns in der Vorbereitung viele Gedanken gemacht. Heute haben wir Dinge gesehen, die mit individuellen Störungen zu tun haben. Der erste Eindruck wäre, dass hier nicht das Sicherheitskonzept als Ganzes anders geartet funktioniert hat als vorher
FC-Geschäftsführer Philipp Türoff

Nach Minuten heftiger Auseinandersetzungen an der geborstenen Scheibe betrat die Polizei die Szene und sorgte für Ruhe. Nach einer Spielunterbrechung durch den Schiedsrichter konnten die restlichen 20 Spielminuten ohne weitere Störungen zu Ende gespielt werden.

„Kurz nach dem Spiel ist noch nicht der Moment, zu bilanzieren. Wir haben uns in der Vorbereitung viele Gedanken gemacht. Heute haben wir Dinge gesehen, die mit individuellen Störungen zu tun haben. Der erste Eindruck wäre, dass hier nicht das Sicherheitskonzept als Ganzes anders geartet funktioniert hat als vorher“, sagte FC-Geschäftsführer Philipp Türoff.

Dass die Polizei erst spät am Tatort eintraf, habe ebenfalls nichts mit dem Konzept zu tun gehabt, weniger Polizei im Stadion zu haben als zuvor. „Es ist eine Illusion, dass man jeden unter Kontrolle hätte. Ich denke, die Tatsache, dass wir heute individuelle Themen gesehen haben, spricht dafür, dass der große Kontext gut gemacht worden ist“, sagte Türoff. Es sei kein Anlass, „die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Jeder einzelne Böller, jede Rakete sind zu viel“. Er wolle nichts relativieren und hoffe, es habe keine Verletzten gegeben. Das seien Szenen gewesen, die man im Stadion nicht haben wolle. Er verurteile die Ausschreitungen aufs Schärfste, ergänzte Türoff. Man werde die Vorgänge aufarbeiten.