Nach dem Jubel im Mai 2017 über die Qualifikation zur Europa League stürzte der 1. FC Köln in eine tiefe Krise – wegen einer Verletzung, die nun auch Ellyes Skhiri stoppt.
Dunkle ErinnerungenAls der FC ohne Jonas Hector kollabierte

Jonas Hector beim Auftakt der Kölner Europa-League-Saison im September 2017; im Hintergrund Arsenal-Verteidiger Per Mertesacker.
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Der 1. FC Köln muss derzeit personell improvisieren. Nach Thijs Dallingas Kreuzbandriss erwischte es am Sonntag beim 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach Ellyes Skhiri. Der Tunesier erlitt bei einem unglücklichen Zusammenprall mit Gladbachs Florian Neuhaus einen Syndesmoseriss, der ihn für den Rest des Kalenderjahres aus dem Spielbetrieb nehmen dürfte. Ulf Sobek erlebte die Verletzung im Stadion. „Ich habe die Bilder gesehen und war wirklich schockiert. Gerade weil ich nicht nur den Spieler sehe, sondern auch den Menschen dahinter: Was das bedeutet – du kommst hierher, willst angreifen, bist auf einem guten Weg – das ist ein herber Schlag für den Spieler“, sagte der FC-Vizepräsident.
Die Verletzung der bandhaften Struktur mit dem sperrigen Namen erinnert an ein dunkles Kapitel der Kölner Klubgeschichte. In der Saison 2017/18 spielte der FC erstmals nach 25 Jahren wieder in der Europa League. Nach Platz 5 in der Vorsaison missglückte allerdings trotz großer Investitionen in den Kader der Start in die Folgesaison gründlich.
Nach drei Bundesliga-Niederlagen und 1:7 Toren reiste der FC zum Spiel beim FC Arsenal nach London. Rund 20.000 mitgereiste Fans sahen, wie Jhon Córdoba die Führung erzielte. Nach der Pause drehte der Premier-League-Klub jedoch auf und gewann noch 3:1. Jonas Hector war in der 35. Minute verletzt vom Platz gegangen – der Mittelfeldspieler hatte einen Syndesmoseriss im rechten Sprunggelenk erlitten.

Tom Krauß (r.) feiert mit seinen Kollegen den Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach.
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Die Euphorie der Europacup-Rückkehr wich rasch der Erkenntnis, dass der FC in schwere Abstiegsnot geriet. Allein 14 Bundesligaspiele verpasste der Nationalspieler, von denen der FC zehn verlor. Erst am 17. Spieltag gelang der erste Saisonsieg – mit den drei Punkten aus dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg verdoppelten die Kölner im letzten Spiel vor der Winterpause ihren Punktestand. Insgesamt 21 Partien verpasste Hector damals. Als er zur Rückrunde zurückkehrte, waren die Kölner aus Europa League und DFB-Pokal ausgeschieden und standen mit elf Zählern Rückstand auf Platz 15 auf dem letzten Platz der Bundesliga. Am Ende stand der Abstieg.
Bei Rückkehr Kapitän
Manager Jörg Schmadtke hatte sich bereits im Herbst verabschiedet, Trainer Peter Stöger war seit Dezember Geschichte. Stefan Ruthenbeck hatte übernommen – und gab Jonas Hector die Kapitänsbinde, die er bis zu seinem Karriereende im Frühjahr 2023 behielt. Damals fehlte dem FC zeitweise eine ganze Mannschaft. Die Doppelbelastung durch Europa und Bundesliga hatte den Trainerstab überfordert. Zumindest in dieser Hinsicht sind die Kölner nun weitaus besser aufgestellt.
Dass Tom Krauß in der zweiten Halbzeit einen bemerkenswerten Auftritt auf Skhiris Position zeigte, sorgte bei Sobek für ein wenig Erleichterung. „Sportlich haben wir den Kader aktuell in einer Situation, dass ein so herber Verlust zwar nicht eins zu eins aufgefangen werden kann, wir aber viele Spieler haben, die bereit sind, diese Rolle einzunehmen.“ (chl)

