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FC-Profi Eric MartelDer Zweikampfspezialist aus Bayern will Spielzeit

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Eric Martel im Spiel bei Union Berlin gegen Josip Juranovic

Eric Martel im Spiel bei Union Berlin gegen Josip Juranovic

Im Sommer kam Eric Martel von Austria Wien nach Köln und entwickelt sich auffallend gut.

Eric Martel wird die Gegneranalyse des Kölner Trainerstabs abwarten, bevor er sich selbst den Kopf darüber zerbricht, ob er am Freitagabend (20.30 Uhr) gegen den VfL Bochum zum Einsatz kommen wird. Dabei könnte er aus den jüngsten taktischen Formationen der Bochumer durchaus ableiten, ob der 1. FC Köln mit zwei defensiven Mittelfeldspielern auflaufen wird oder nur mit einem. Das hat einige Bedeutung für Eric Martel, denn an dieser Frage entscheidet sich regelmäßig, ob er in der Kölner Startelf steht. „Mal schauen, was der Trainer macht. Ich hoffe natürlich, dass ich spiele“, antwortet der 20-Jährige auf die Frage nach seinen Einsatzchancen und muss ein wenig schmunzeln.

Wenn Köln mit nur einem Mann vor der Abwehrkette spielt, kommt Martel derzeit nicht am tunesischen Nationalspieler Ellyes Skhiri vorbei. „Er ist vor mir, er macht es ja auch nicht ganz schlecht“, kommentiert Martel. Allerdings erwiesen sich Martel und Skhiri nicht zuletzt gegen Union als hervorragendes Duo. Grundsätzlich schreit das nach einer Neuauflage.

„Am liebsten hätte er mich im Bayrischen Wald verbuddelt“

Martel gilt beim 1. FC Köln seit der vergangenen Woche etwas überraschend als Mann, den man fürchten sollte. Sein Trainer jedenfalls hält den Spieler zu vielem fähig. Martel hätte ihn „am liebsten im Bayrischen Wald verbuddelt“, hatte Baumgart über den gebürtigen Straubinger gesagt, nachdem er beim 0:2 gegen Wolfsburg auf den Nachwuchsmann verzichtet hatte. Doch hatte Martel wohl missmutiger ausgesehen, als er letztlich gewesen war. „Ich weiß nicht, wie es rübergekommen ist. Glücklich war ich nicht. Aber ganz so hart bin ich auch wieder nicht“, räumte er ein. Martel müsse manchmal aufpassen, dass er „das Lächeln nicht vergisst“, kommentierte Baumgart wiederum nach dem 0:0 am Samstag bei Union Berlin, als Martel an der Alten Försterei einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt hatte. Das Lob des Trainers war verdient. „Ich habe von Eric noch kein schlechtes Spiel gesehen“, kommentierte Baumgart.

Auch Martel ist grundsätzlich zufrieden. Im vergangenen Sommer kam er von RB Leipzig zum FC, zuvor hatte er als Leihspieler anderthalb Jahre bei Austria Wien verbracht und einigen Eindruck hinterlassen: Als bester Zweikämpfer der österreichischen Bundesliga verließ er die Austria nach insgesamt 56 Pflichtspielen. Und weil er als Jugendlicher bei RB Leipzig in einem Fußball ausgebildet worden war, der dem Kölner ähnelt, war er eine gute Ergänzung für den Kölner Kader, der im Sommer zudem Salih Özcan verloren hatte.

In 19 von 23 Bundesligaspielen stand Martel bislang auf dem Platz, fünf von sechs Partien in der Conference League absolvierte er über die volle Distanz. „Bisher bin ich zufrieden. Ich bekomme meine Spielzeit. Aber ich muss hart an mir arbeiten“, sagt Martel.

Eigentlich bin ich schon kopfballstark. Das ist nur noch nicht so rübergekommen
Eric Martel

Sein Spiel nach vorn müsse besser werden, sagt er, mutiger wolle er spielen. Und ein Tor darf auch mal fallen. Am Samstag war er nah dran, doch Frederik Rönnow im Berliner Tor hatte einen herausragenden Tag und hielt auch Martels Schuss. Im Standard ist Eric Martel bislang ebenfalls noch ohne Tor, obgleich er beim Training am Kopfballpendeln zu den auffälligsten FC-Profis zählt. „Eigentlich bin ich schon kopfballstark. Das ist nur noch nicht so rübergekommen“, sagt er.

Der Blick in die Statistiken unterstreicht das. Aktionen, die Torschüsse einleiten oder gar Torvorlagen, sind in Martels Aufzeichnungen der laufenden Saison noch nicht zu finden. Dafür ist er außerordentlich defensivstark. Ballgewinne, Zweikämpfe, erfolgreich Defensiv-Kopfbälle – in diesen Feldern zählt der Jungprofi zu den besten Mittelfeldspielern der Liga.

Am Freitag empfangen die Kölner den Tabellen-Letzten VfL Bochum im Rhein-Energie-Stadion. Bochum hat zuletzt vier Spiele in Folge verloren und dabei kein Tor geschossen. „Wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir einen ordentlichen Abstand nach unten. Entsprechend werden wir das Spiel angehen, mit voller Konzentration“, sagt Martel.

Beim 1:1 in der Hinrunde stellte Steffen Baumgart seine Kölner mit einer Doppel-Sechs vor der Abwehr auf, allerdings verzichtete er am siebten Spieltag trotzdem auf Eric Martel. Dazu dürfte es am Freitag wohl nicht kommen. Martel hat beste Aussichten, dass sich Baumgart wieder für eine Formation entscheidet, in der Platz ist für ihn. Sonst muss sich sein Trainer wieder sorgen, dass Martel zu Beginn der neuen Woche einmal mehr vorübergehend das Lächeln vergisst.