Der 1. FC Köln steht vor einer Woche, die mehr entscheidet als bis dato jede andere in der Saison. Endgültige Klarheit wird sie kaum bringen. Drei Spiele binnen acht Tagen verdichten die Lage jedoch so, dass sie sich nicht wegmoderieren lässt. Der Verein sucht Ruhe, und für eine Mannschaft ohne erkennbare Idee ist das zunächst eine plausible Wahl. Doch Spieler und Trainer René Wagner stehen unter Beobachtung, und die Außenwelt deutet jede Entscheidung.
Die Rückendeckung der Verantwortlichen besitzt Wagner, die der Öffentlichkeit bislang nicht. Schon die kommenden Tage wirken auf die Stimmung im Klub. Lapidare Ausreden zählen nicht mehr. Jetzt gilt es.
Gegen Schalke klingt die Aufgabe nach Pflicht. Die Gelsenkirchener sind als Aufsteiger personell stark geschwächt und kämpfen jeden Punkt herbei. Ein Sieg hinge mehr an Konzentration als an Klasse, und genau die fehlte zuletzt. Im Pokal, wieder daheim, trifft der FC auf Union. Die Kölner müssen mutig auftreten, zumal die Berliner auswärts verwundbar sind.
Es gibt viel zu gewinnen – und viel zu verlieren
Die Krux: Einerseits wäre das Weiterkommen die Chance, im Pokal endlich mal etwas Größeres zu erreichen. Andererseits droht ein frühes Aus, das die Krisendebatte neu entfacht. Erst recht, wenn schon Schalke verloren geht. Zwei Heimerfolge würden die Lage verändern. Dann könnte der FC mit Selbstvertrauen nach Berlin reisen. Das Spiel wäre leichter, und womöglich könnte sich auch Wagner dann freischwimmen.
Für die kommenden Aufgaben braucht das Team jedoch eine erkennbare Linie, die auch dann trägt, wenn der Spielverlauf sie infrage stellt. Ob der Trainer reagiert oder starr bei seiner Linie bleibt, wird genau zu beobachten sein. Hier zeigt sich auch der Kurs der Rationalität: Sie hilft nur, wenn sie im Spiel Emotion zulässt.
Diese Woche entscheidet nicht über eine Ära, wohl aber über den Ton, mit dem der FC in den Winter geht.


