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„Vielleicht gab es eine Regeländerung“Gladbach-Trainer Blessin hadert nach der Derby-Niederlage

3 min
Alexander Blessin steht mit seinen Spielern vor dem Gästeblock.

Alexander Blessin war nach der Derby-Niederlage mit einer Schiedsrichter-Entscheidung überhaupt nicht einverstanden.

Gladbach-Trainer Blessin war nach dem Derby in Köln verärgert: Das Siegtor von El Mala hätte für ihn nicht zählen dürfen.

Beim 1. FC Köln feiern die Derbysieger ausgelassen, bei Borussia Mönchengladbach herrscht Enttäuschung. Mit dem 2:1-Sieg am Sonntagabend hat sich der FC in der Tabelle vorerst klar von den Fohlen abgesetzt. Die Kölner haben nun bereits sieben Punkte mehr als das Tabellenschlusslicht, das weiterhin ohne Punkt dasteht.

FC-Trainer René Wagner konnte nach dem wichtigen Dreier durchatmen. Für Alexander Blessin dagegen, der auf der anderen Seite als neuer Trainer der Gladbacher an der Linie stand, verlief der Einstand nicht wie erhofft.

„Wahrscheinlich bin ich wieder ein schlechter Verlierer“

Nach dem Abpfiff war Blessin entsprechend verärgert. Hinzu kam, dass er sich durch eine Entscheidung des Schiedsrichters im Nachteil sah. Bevor Said El Mala den Siegtreffer erzielte, hatten sich abseits des Balles Tom Krauß und Daiki Hashioka einen Zweikampf geliefert. Blessin war der Ansicht, dass sich der Kölner dabei auf unerlaubte Weise einen Vorteil verschafft hatte.

„Ich war drei Monate raus, vielleicht gab es eine Regeländerung“, sagte der Gladbacher Trainer mit spöttischem Unterton. Und weiter: „Es ist für mich kein Blocken. Er läuft aktiv in ihn rein und das ist für mich ein klares Foul.“

Auch im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von Express und Kölner Stadtanzeiger ging es nach dem Derby um die Situation zwischen Krauß und Hashioka. „Ich habe die Zeitlupe gesehen und habe mir gedacht, das wird sich noch mal angeguckt. Da wird es sicher Leute geben, die zur Überzeugung kommen: Das war eher ein Foul“, sagte Express-Reporter Jürgen Kemper. Der Videoassistent überprüfte die Situation. Er gelangte jedoch recht zügig zu dem Schluss, dass der Einsatz von Krauß nicht genügte, um den Treffer abzuerkennen.

„Da hat sich ja Blessin auch ultra aufgeregt auf der PK“, schilderte Kemper. Als guter Verlierer zeigte sich der neue Gladbacher Trainer damit eher nicht – und das nicht zum ersten Mal. Schon in der vergangenen Saison, damals noch als Coach des FC St. Pauli, hatte er nach beiden Partien gegen den FC, die jeweils unentschieden endeten, Kritik geübt. In Köln bemängelte er das Verhalten der Balljungen, nach dem Rückspiel in Hamburg beklagte er sich heftig über einen Elfmeter für die Kölner, den er für unberechtigt hielt.

Die Podcast-Folge zum Derby gibt es hier zum Anhören:

Kemper zog ein deutliches Fazit: „Ich habe ihn jetzt dreimal live erlebt und immer war es jemand anderes schuld.“ In eine ähnliche Richtung ging die Einschätzung von KStA-Sportchef Christian Löer: „Auf der Pressekonferenz hat er dann gesagt: ‚Wahrscheinlich bin ich wieder ein schlechter Verlierer.‘ Und ich habe mir gedacht: ‚Ja genau, bist du.‘“

Viel Anerkennung von den Reportern bekam dagegen Krauß, der an dem umstrittenen Zweikampf beteiligt war. Der defensive Mittelfeldspieler war erst zur zweiten Halbzeit für den schwer verletzten Ellyes Skhiri eingewechselt worden. Kemper lobte: „Er war einer der wenigen, der Derby-Intensität mitgebracht hat. Von daher kann ich sagen: Viel besser kannst du so einen Joker-Auftrag nicht erfüllen, meiner Meinung nach.“ (red)