Kölns neuem Top-Talent Moore fehlt noch die Arbeitsgenehmigung. Linksverteidiger soll noch kommen. Pauli vor Weggang, Kristal nach Thun.
Kölner am Deadline DayFC-Warten auf Erlaubnis für Moore und einen neuen Linksverteidiger

Der FC hat sich die Dienste von Mikey Moore gesichert. Der 19-jährige Offensivspieler kommt für ein Jahr auf Leihbasis von Tottenham Hotspur nach Köln.
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Während seine neuen Teamkollegen am Dienstagvormittag auf dem Rasen des Franz-Kremer-Stadions trainierten, musste der hochveranlagte Neuzugang von außen zuschauen. Mikey Moore von Tottenham Hotspur war zwar am Geißbockheim, doch statt im Trainingsdress erschien der 19-Jährige in Zivil. Sein erster Einsatz für den 1. FC Köln lässt noch auf sich warten.
Der Grund ist nach Informationen dieser Zeitung eine noch fehlende Arbeitserlaubnis für den englischen Offensivspieler. Als Brite erhält Moore nicht automatisch eine Arbeitserlaubnis für die Europäische Union. Dem Brexit sei Dank. Erst wenn die notwendigen Dokumente vorliegen, darf er mit der Mannschaft trainieren. Bis dahin bleibt dem FC nichts anderes übrig, als abzuwarten.
Der Brexit und seine Folgen für den 1. FC Köln
Vergleichbare Probleme hatten sich im Januar bereits bei Innenverteidiger Jahmai Simpson-Pusey hingezogen. Auch bei Reigan Heskey hatte die Genehmigung in diesem Sommer mehrere Tage auf sich warten lassen. Der 18-Jährige hatte am 17. Juli am Geißbockheim einen Vertrag bis 2031 unterschrieben, konnte zunächst aber nicht mit der Mannschaft trainieren. Als Nicht-EU-Ausländer benötigte der Sohn des früheren englischen Nationalstürmers Emile Heskey ein Arbeitsvisum. Erst am 24. Juli – und damit rechtzeitig vor der Abreise der Kölner ins Trainingslager – lag die Arbeitserlaubnis vor.
Bei Moore hatte der FC am Montag zunächst Vollzug melden können. Der 19-Jährige war in Köln eingetroffen, hatte den Medizincheck absolviert und anschließend am Geißbockheim einen Leihvertrag bis 2027 unterschrieben. Eine Kaufoption ist nicht Bestandteil des Deals. Beim FC sind die Verantwortlichen überzeugt, dass Moore kurzfristig helfen kann. Der Offensivspieler ist fit, kam zuletzt dreimal für die Spurs zum Einsatz und erzielte im Pokal ein sehenswertes Tor. In Köln soll er vor allem die rechte Offensivseite beleben. „Wir freuen uns sehr, dass Mikey jetzt beim FC ist“, sagte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler. „Wir stehen bereits seit längerer Zeit im engen Austausch mit ihm, seinen Interessenvertretern sowie Tottenham und haben sehr gute Gespräche über seine sportliche Perspektive geführt. In all den Wochen haben wir immer wieder gespürt, dass er es kaum erwarten kann, endlich bei uns zu starten.“
Kessler verspricht sich vom Neuzugang zusätzliche Kreativität im letzten Drittel. „Trotz seines jungen Alters hat Mikey bereits eine bemerkenswerte Reife. Er verfügt über eine hohe technische Qualität, ist kreativ und mutig im Eins-gegen-Eins und sorgt mit seiner Dynamik und Unbekümmertheit immer wieder für Gefahr in der Offensive“, sagte der Sportchef. „Mit seinem Profil erweitert er unsere Möglichkeiten im letzten Drittel und wird uns zusätzliche Variabilität verleihen.“
Der FC hat von Anfang an großes Interesse gezeigt. Die Perspektive, hier Bundesliga zu spielen, und die Art, wie der FC spielen möchte, haben mir die Entscheidung leicht gemacht.
Moore selbst lobte die Gespräche mit den Kölner Verantwortlichen. „Der FC hat von Anfang an großes Interesse gezeigt. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren top. Die Perspektive, hier Bundesliga zu spielen, und die Art, wie der FC spielen möchte, haben mir die Entscheidung leicht gemacht“, sagte der Engländer. Die ersten Spiele der Kölner hat Moore bereits verfolgt. „Das Team ist super gestartet. Die beiden Spiele im Pokal und gegen Hoffenheim habe ich mir angeschaut. Es freut mich, dass ich jetzt hier bin – und ich möchte der Mannschaft mit möglichst vielen Toren und Vorlagen helfen, damit es so weitergeht und wir eine gute Saison spielen.“
Moore hatte bereits im Alter von 16 Jahren für Tottenham debütiert. In der vergangenen Saison war der variable Rechtsfuß an die Glasgow Rangers ausgeliehen. Nach einer starken Spielzeit in Schottland kehrte er nach London zurück. Tottenham-Trainer Roberto De Zerbi hält große Stücke auf den Offensivspieler, doch mehrere teure Neuzugänge schmälerten Moores Perspektive auf regelmäßige Einsätze. Wann Moore erstmals mit seinen neuen Teamkollegen trainieren darf, hängt nun von den Behörden ab. Die Kölner hoffen, dass die Unterlagen spätestens am Donnerstag vorliegen und das Talent doch noch zum Spiel am Freitag (20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart mitreisen und einen Kaderplatz einnehmen kann.
Suche nach einem Linksverteidiger: Sosa und de Wit gehandelt
Zudem will der FC bis zur Schließung des Transferfensters um 20 Uhr noch einen Linksverteidiger verpflichten. Gehandelt wird der frühere Stuttgarter Borna Sosa (28). In der vergangenen Spielzeit sammelte der 28-Jährige bei seinem bisherigen Klub Crystal Palace allerdings nur 100 Einsatzminuten. Auch in dieser Saison spielt der kroatische Nationalspieler beim Premier-League-Klub noch keine Rolle. Die Kölner sollen sich allerdings weiterhin mit anderen Spielern beschäftigen. Laut „Sky“ soll der FC Gespräche mit Mees de Wit (28) und dessen Klub AZ Alkmaar geführt haben. Zuletzt war auch der Franzose Eric Bocat (27) ein Thema, der bei Stoke City noch bis 2028 unter Vertrag steht.
Auch auf der Abgabeseite könnte sich beim FC am Deadline Day noch weiter etwas bewegen. Innenverteidiger Julian Pauli ist vom Training freigestellt worden, um einen Wechsel in diesem Transferfenster zu ermöglichen. Eine Ausleihe zum Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus, über die spekuliert wurde, ist nach Informationen dieser Zeitung allerdings kein Thema. Paulis Vertrag in Köln läuft noch bis 2028. Eine einjährige Leihe wäre damit grundsätzlich möglich, aber auch ein Verkauf ist nicht ausgeschlossen. In der Vorbereitung hatte der Defensivspieler auch aufgrund der großen Konkurrenz einen schweren Stand. Auf seiner Position plant der FC offenbar auch perspektivisch mit anderen Lösungen.
Kristal zum FC Thun – Klub hat nach eigenen Angaben eine Kaufoption
Perfekt ist dagegen der Wechsel von Patrik Kristal. Der 18-Jährige schließt sich für ein Jahr auf Leihbasis dem FC Thun an. Der Schweizer Meister will dem estnischen Nationalspieler dort regelmäßige Spielpraxis ermöglichen. Nach Angaben des FC Thun sicherte sich der Verein zudem eine Kaufoption. „Patrik hat sich in der Vorbereitung bei den Profis stark präsentiert und damit die Chance erarbeitet, sich in dieser Saison beim aktuellen Schweizer Meister unter Beweis zu stellen“, sagte Lukas Berg, Technischer Direktor des FC. „Beim FC Thun findet er großartige Rahmenbedingungen vor, um sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln und Spielpraxis zu sammeln. Dafür wünschen wir ihm viel Erfolg.“ Kristal sieht den Wechsel als wichtigen Schritt in seiner Entwicklung. „Es war sehr gut für mich, dass ich die komplette Vorbereitung bei den Profis absolvieren durfte. Das hat mich noch einmal einen großen Schritt weitergebracht. Um mich auf diesem Niveau zu etablieren, ist es aber wichtig für mich, dass ich viel spiele. Deshalb freue ich mich sehr, mit dieser Perspektive zum FC Thun zu wechseln.“
Der Este war im Juli 2024 nach Köln gekommen. Damals war Kristal erst 16 Jahre alt und zunächst für die U21 eingeplant. Im September 2024 wurde er im Nations-League-Spiel gegen Schweden eingewechselt. Mit 16 Jahren, neun Monaten und 27 Tagen war er damit Estlands jüngster A-Nationalspieler aller Zeiten. In Thun erhält er nun die Möglichkeit, sich im Profifußball auf hohem Niveau weiterzuentwickeln.
Für den beim FC aussortierten Mittelstürmer Imad Rondic (27, Vertrag bis 2029) zeichnet sich hingegen weiterhin keine Lösung ab, sodass der Bosnier wohl noch in Köln bleiben wird.


