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Sechs Monate nach FreistellungLukas Kwasniok zieht gegen den 1. FC Köln vor Gericht

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29.11.2025 - Fußball, 2025/2026, 1. Bundesliga, 12. Spieltag, SV Werder Bremen - 1. FC Köln: L-R Lukas Kwasniok Trainer - Köln, Hannes Dold Co-Trainer - Köln DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Bremen Bremen Deutschland Weserstadion *** 29 11 2025 Soccer, 2025 2026, 1 Bundesliga, Matchday 12, SV Werder Bremen 1 FC Köln L R Lukas Kwasniok Coach Cologne , Hannes Dold Co Coach Cologne DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Bremen Bremen Bremen Germany Weserstadion

Ex-FC-Chefcoach Lukas Kwasniok (l.) und sein damaliger Co-Trainer Hannes Dold

Früherer FC-Chefcoach ist nur beurlaubt und pocht trotz Klausel auf Weiterzahlung seines kompletten Gehalts. Auch Ex-Co-Trainer Dold wehrt sich gegen Freistellung.

Nach seinem Aus beim 1. FC Köln am 22. März ist es ruhig geworden um Lukas Kwasniok. Im Frühjahr war der 45-Jährige beim Karlsruher SC als möglicher Nachfolger von Christian Eichner im Gespräch. Zudem kursierte angeblich eine Spur zum Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg. Doch all das blieb sehr vage; eine neue Aufgabe hat Kwasniok bislang jedenfalls nicht übernommen.

Das mag nach seinem nur neunmonatigen, turbulenten Wirken am Geißbockheim insbesondere Insider nicht überraschen. Doch Kwasniok, der zuvor beim SC Paderborn immerhin mehrere Jahre erfolgreich gearbeitet hatte, steht dem Trainermarkt grundsätzlich zur Verfügung – dachte man jedenfalls. Es ist ein Profigeschäft, in dem nach einer Trennung gewöhnlich schnell Bewegung kommt und die nächste Beschäftigung oft nicht weit entfernt ist, wenn man im Trainerkarussell einmal ziemlich weit oben sitzt.

Nun beschäftigt sich der frühere FC-Trainer allerdings zunächst mit seinem ehemaligen Arbeitgeber: Kwasniok zieht nach Informationen dieser Zeitung gegen den 1. FC Köln vor das Arbeitsgericht. Ob er sich und seiner Reputation damit einen Gefallen tut, steht auf einem anderen Papier.

Die Vorgeschichte: Vielfach war berichtet worden, dass der bis zum 30. Juni 2028 laufende Vertrag von Kwasniok nach dessen Aus beim FC aufgelöst worden sei. Zu den vertraglichen Details und zur Höhe einer möglichen Abfindung äußerte sich die FC-Führung – wie im Profifußball bei solchen Vereinbarungen üblich – allerdings bis heute nicht öffentlich. Unwidersprochen blieben auch Berichte, wonach Kwasniok eine Abfindung erhalten haben soll. Als mögliche Summe wurde knapp über eine Million Euro genannt.

1. FC Köln: Kwasniok steht beim FC trotz Freistellung noch unter Vertrag

Doch vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Nach Informationen dieser Zeitung steht Kwasniok beim FC sehr wohl noch unter Vertrag und wird weiterhin bezahlt. Das könnte auch erklären, warum der Coach bei der Jobsuche keine Eile sieht. Vertraglich soll geregelt gewesen sein, dass Kwasniok im Fall einer vorzeitigen Trennung noch bis zum Ende der Saison 2025/26 seine vollen Bezüge (jährliches Grundgehalt eine Million Euro plus Prämien) erhält, danach aber „nur“ noch die Hälfte, die der Trainer auch weiterhin beziehen soll.

Doch Kwasniok und seine Vertreter sehen die Vertragsklausel mittlerweile offenbar als unwirksam an: Sie pochen auf die Zahlung der vollständigen Bezüge.

Kammertermin am 16. Februar 2027

Das Kölner Arbeitsgericht bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass bereits im August ein Gütetermin zwischen Kwasniok und dem FC stattgefunden hat. Eine Einigung kam dabei nicht zustande. Kwasniok selbst war bei dem Termin nicht anwesend. Das Gericht setzte daraufhin einen Kammertermin an. Dieser ist für Dienstag, den 16. Februar 2027, um 10.45 Uhr angesetzt. Es ist davon auszugehen, dass Kwasniok persönlich geladen wird. Zur Streithöhe machte das Arbeitsgericht zunächst keine Angaben. Kwasniok und sein Management waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der Trainer war im Sommer 2025 vom SC Paderborn nach Köln gewechselt, wofür der FC damals eine Ablösesumme von rund einer Million Euro plus Boni an den SC Paderborn zahlen musste. Eine teure Nummer für die Kölner.

Auch Ex-Co-Trainer Hannes Dold geht juristisch gegen den FC vor. Der 33-Jährige war in verschiedenen Funktionen für den Klub tätig, unter anderem lange als Chefanalytiker. Bis Mitte Februar arbeitete er als Assistent von Kwasniok. Nach der vergangenen Saison wurde Dold freigestellt. In seinem Fall steht der Gütetermin aus. Er ist für den kommenden Dienstag um 14.15 Uhr in Saal 3 des Kölner Arbeitsgerichts angesetzt. Worum es in den Verfahren im Detail geht, blieb zunächst unklar. Das Arbeitsgericht bestätigte gegenüber dieser Zeitung lediglich „Verfahren im Zusammenhang mit Freistellungen“.

Wir bestätigen, dass in den Personalien Lukas Kwasniok und Hannes Dold Termine vor dem Arbeitsgericht anstehen. Der 1. FC Köln hat sich in beiden Fällen vertragsgemäß verhalten.
Philipp Türoff, Sprecher der Geschäftsführung des 1. FC Köln

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Philipp Türoff, Sprecher der Geschäftsführung des 1. FC Köln: „Wir bestätigen, dass in den Personalien Lukas Kwasniok und Hannes Dold Termine vor dem Arbeitsgericht anstehen. Der 1. FC Köln hat sich in beiden Fällen vertragsgemäß verhalten. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Details laufender gerichtlicher Verfahren nicht weiter äußern.“

Pikant ist bei Dold die Vorgeschichte: Bei seiner Degradierung im Februar soll ausgerechnet Kwasniok die treibende Kraft gewesen sein. Der Cheftrainer soll Dold, der vor allem für das Standardtraining zuständig war, für die vielen Gegentore des FC nach ruhenden Bällen verantwortlich gemacht haben. Etwas merkwürdig erscheint in diesem Zusammenhang, dass sich beide jetzt von derselben Kanzlei, den Schickhardt Rechtsanwälten, vertreten lassen.

Dolds Aus nach zwölf Jahren beim FC

Bis zum Saisonende war der 33-Jährige noch als „Betreuer Leihspieler“ angestellt gewesen. Im Sommer war dann Schluss; der FC hatte ihm zwar eine andere Beschäftigung angeboten, doch mit der war der soeben Vater gewordene Dold nicht einverstanden.

Sein Vertrag war über die Jahre mehrfach verlängert worden. Für den Mitarbeiter, der Teil des unter Ex-Chefcoach Steffen Baumgart bekannt gewordenen Trainer-„Callcenters“ war, endete die Tätigkeit am Geißbockheim nach zwölf Jahren. Ende August gab der FC bekannt, die Position des Leihspieler-Managers neu besetzt zu haben. Der frühere Zweitliga-Profi Tim Kister (39) übernahm die Aufgabe und damit eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der FC-Talente. Und auch das Trainerteam von Chefcoach Reńe Wagner war schon komplett.

Mit Verfahren vor dem Arbeitsgericht hat der FC in der jüngeren Vergangenheit Erfahrungen gesammelt – positive waren es nicht. Unter anderem waren der langjährige Marketingchef Frank Sahler, der frühere Teammanager Denis Lapaczinski, Ex-Mediendirektor Tobias Kaufmann oder die frühere Stiftungsleiterin Nicole Fischer gegen ihre Freistellungen vor Gericht gezogen. Ihre Kündigungsschutzklagen waren erfolgreich oder endeten mit Vergleichen, in deren Folge der FC Abfindungen zahlen musste. Nun drohen dem Klub zwei weitere arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen. Beide Fälle könnten den FC noch länger beschäftigen.