Bayers Flügelstürmer will nach einer von Verletzungen geprägten Saison unter dem neuen Trainer Carles Martínez wieder angreifen.
„Die letzte Spielzeit war frustrierend“Neuer Anlauf für Leverkusens Nathan Tella

Nathan Tella (l.) freut sich auf die neue Saison mit Bayer 04 und dem neuen Trainer Carles Martínez.
Copyright: Federico Gambarini/dpa
Als Carles Martínez an diesem Dienstag auf dem Trainingsplatz nahe der Bay-Arena lautstark seine Anweisungen dirigierte, war schnell klar, womit man es bei dem neuen Trainer der Werkself zu tun hat: einem detailversessenen Coach, alles – Pässe, Übungen, Schüsse – musste in der ersten Einheit stimmen. 28 Profis versammelten sich unter dem neuen Coach — darunter auch Nathan Tella, der nach einer von Verletzungen geprägten Saison wieder auf dem Platz steht.
Der nigerianische Flügelstürmer, seit fast drei Jahren in Leverkusen – im März verlängerte er seinen Vertrag bis 2031 – hat guten Grund, das vergangene Jahr schnell hinter sich zu lassen. Verletzung reihte sich an Verletzung, am Ende standen nur 1045 Einsatzminuten auf dem Papier — in der Spielzeit 2024/25 waren es noch 2004 gewesen, fast doppelt so viele. Dabei war es gerade Tella, der dem Leverkusener Spiel unter Ex-Trainer Kasper Hjulmand in manchen Phasen jene Tiefe verlieh, die dem Team sonst fehlte: sein Tempo, seine Direktheit, seine Läufe hinter die gegnerische Abwehrkette. Dass Bayer 04 am Ende die Champions League verpasste, schmerzte ihn und den gesamten Klub entsprechend. „Wir haben die Konzentration und den Fokus verloren. Die ganze Mannschaft war enttäuscht“, sagt er.
Nun soll Martínez den Neustart bringen — für den Klub und für Tella. Den ersten Kontakt knüpfte der Spanier noch im Urlaub. „Er hat mich auf Ibiza angerufen und mir vorher schon eine Nachricht geschickt, ob wir reden könnten“, erzählt der 27-Jährige. „Es war ein sehr gutes Gespräch. Ich habe ihm meine letzte Saison erklärt — die war natürlich frustrierend.“ Der gebürtige Katalane scheint mit seiner kommunikativen Art früh Vertrauen geschaffen zu haben: „Er freut sich darauf, mit mir und dem Team zu arbeiten und das Beste rauszuholen. Das ist als Spieler das Wichtigste — ein Trainer, der aus jedem das Maximum herausholen will.“
Tella will wieder in Nigerias Kader
Vergleiche mit Erfolgstrainer Xabi Alonso, der Leverkusen zum historischen Double führte, blockt Tella freundlich ab. „Jeder Trainer hat seine eigenen Ideen und Interpretationen. Er ist sehr kommunikativ und sagt klar, was er von uns erwartet.“ Martínez war für viele zunächst kein naheliegender Name — der gebürtige Katalane hatte zuvor den französischen Erstligisten FC Toulouse trainiert. Tella aber hatte ihn bereits auf dem Radar: „Ich erinnere mich an ein Europa-League-Spiel, wo Toulouse gegen Liverpool gewonnen hatte, 3:2. Da erlebte ich ihn das erste Mal bewusst.“
Die Ziele für die neue Saison hat Tella klar formuliert: Champions-League-Qualifikation mit Leverkusen, und persönlich vor allem eines — Gesundheit. „Ich fühle mich gut. Es gibt eben Saisons wie die vergangene, wo das Momentum wegfällt. Wir haben geschaut, warum ich die Verletzungen hatte, was schief lief und was besser werden kann. Ich will mehrere Spiele am Stück absolvieren.“ Dazu kommt ein weiterer Antrieb: die Rückkehr in die nigerianische Nationalmannschaft. „Das ist ein weiteres Ziel — ich will wieder zum Kader gehören.“ Der Anlauf hat nun begonnen.
