Nach vier Länderspielen unter Jürgen Klopp zieht Bayers Sportchef Simon Rolfes eine freundliche Zwischenbilanz. Besonders freut ihn die Rolle von Florian Wirtz.
„Wirtz muss man diesen Raum geben“Simon Rolfes lobt DFB-Neustart unter Jürgen Klopp

Simon Rolfes, Sport-Geschäftsführer bei Bayer 04 Leverkusen.
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Ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage: Die Bilanz der ersten vier Spiele von Jürgen Klopp als Bundestrainer ist ausgeglichen. Fünf Punkte stehen nach dem 0:0 in Thessaloniki zu Buche, in der Gruppe der Nations League liegt die Nationalmannschaft auf Rang drei. Das Viertelfinale im März ist noch erreichbar, aber nicht gesichert. Simon Rolfes, Geschäftsführer Sport von Bayer 04 Leverkusen, hat die Länderspiele verfolgt und fällt im Gespräch mit unserer Redaktion ein freundliches Urteil.
Der Start war ungewöhnlich angelegt. Klopp berief 44 Spieler in zwei Kader, 16 davon ohne Länderspiel. „Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen und so viele Eindrücke wie möglich von ihnen bekommen“, hatte der Bundestrainer die Größe des Aufgebots erklärt. Auf das 1:1 in Amsterdam folgte das 0:1 gegen Griechenland in Augsburg. Erst im dritten Spiel gelang gegen Serbien ein 2:0, der erste Sieg unter Klopp. Am Sonntag blieb das Rückspiel in Thessaloniki torlos.
Rolfes schaut weniger auf die Tabelle als auf den Eindruck, den die Mannschaft hinterlässt. „Das dritte und vierte Spiel haben mir gefallen. In Thessaloniki war die zweite Halbzeit nicht mehr so stark, aber ansonsten hatte man schon das Gefühl: Für alle, die da spielen, ist es wieder etwas Besonderes, für die deutsche Nationalmannschaft aufzulaufen. Das hat mir gefallen.“
Er mahnt zugleich zur Geduld. „Wir dürfen bei so einem Prozess nicht vergessen: Wir kommen ja nicht daher, dass wir die vergangenen Turniere alle gewonnen haben. Wenn wir sagen, wir wollen eine Mannschaft und eine Kultur dieser Mannschaft aufbauen, dann hat mir dieser Eindruck gefallen.“
Florian Wirtz im Mittelpunkt
Besonders freut Rolfes die Rolle von Florian Wirtz, den er aus gemeinsamen Leverkusener Jahren kennt. Der 23-Jährige, inzwischen beim FC Liverpool, war ursprünglich für den zweiten Kader vorgesehen und rückte nach den Verletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz früher nach. Gegen Serbien traf er und übernahm in der zweiten Halbzeit die Binde von Serge Gnabry. In Thessaloniki führte er die Mannschaft in seinem 48. Länderspiel erstmals von Beginn an als Kapitän aufs Feld.
„Diese kurzen Doppelpässe, diese kurzen Kombinationen, bei denen er Nähe zu den Mitspielern hat und dann im Sechzehner gefährlich wird – das kann er wahnsinnig gut. Ihm muss man diese Möglichkeiten, diesen Raum und dieses Umfeld geben. Ich finde, das gab es in Spiel drei und vier“, sagt Rolfes.
Auch die Binde bewertet er positiv. „Die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft zu tragen, ist besonders. Es freut mich sehr für ihn, dass er sie tragen darf. Das gibt ihm sicher nochmal einen Push.“
Wirtz selbst nahm das Remis in Griechenland mit Gelassenheit. „Es ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben. Es war sehr, sehr viel Gutes dabei“, sagte er. Zur Kapitänsrolle meinte er: „Es war etwas Besonderes, Kapitän der Nationalmannschaft zu sein.“ Klopp zeigte sich ebenfalls angetan von der Mannschaft und „der Art und Weise, wie wir es gemacht haben“.
Die Ergebnisse müssen besser werden, das bestreitet auch Rolfes nicht. Die nächste Gelegenheit bietet sich im November: Zuerst geht es nach Serbien, am 16. November zum Abschluss der Gruppenphase in Berlin gegen die Niederlande. Die beiden Gruppenbesten erreichen das Viertelfinale.
