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„Ins Wanken bringen“Kloses Nürnberg will Bayer 04 im Pokal ein Bein stellen

Im DFB-Pokal bekommt Blaswich den Vorzug, Culbreath steht vor der Rückkehr. Nach dem 0:3 in Hoffenheim braucht Bayer 04 eine Antwort.

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24.10.2026, Bayern, Nürnberg: Fußball, Männer: 2. Bundesliga, 1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern, 9. Spieltag im Max-Morlock-Stadion. Trainer Miroslav Klose (1. FC Nürnberg). (zu dpa: «Klose vor DFB-Pokal in Leverkusen: «Brutales Highlightspiel»») Foto: Daniel Karmann/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der Bundesliga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Nürnbergs Trainer Miroslav Klose nach dem Flutlichtspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Samstag (0:1).

Mark Flekken hütet das Tor in der Bundesliga, Janis Blaswich im Pokal. Carles Martínez hat diese Arbeitsteilung vor dem Saisonstart festgelegt, und sie gilt auch am Mittwoch gegen den 1. FC Nürnberg in der zweiten Runde des DFB-Pokals (20.45 Uhr, Sky und RTL+). Aus der Vertretung des Frühjahrs, als Blaswich den verletzten Flekken ersetzte und dabei überzeugte, ist eine feste Rolle geworden. In der vergangenen Woche stand der 35-Jährige dann auch beim 2:0 auf Kreta in der Europa League im Tor. „Ja, er spielt. Ich bin sehr zufrieden mit ihm, er spielt gut“, betonte Martínez. Blaswich selbst hielt sich zuletzt mit Ansprüchen zurück: „Ich bin bereit, wenn ich gebraucht werde.“

Die zweite Personalie vor dem Pokalduell wiegt leichter und hat doch mehr Strahlkraft. Montrell Culbreath, der 19 Jahre alte Shootingstar der Vorsaison, fehlt seit dem Testspiel gegen Sevilla im August, bei dem er sich am Fuß verletzte. Die Diagnose fiel zwar milder aus als befürchtet, dennoch sind es mittlerweile mehr als zwei Monate Pause. Nun steht er vor seinem Comeback. „Es geht besser, er trainiert gut, und wenn alles normal läuft, ist er im Kader“, sagte Martínez. „Wenn ich kann, werde ich ihm ein paar Minuten geben.“

Es ist wichtig, Spieler schnell zurückzubringen, denn die Ausfallliste wächst. Kenneth Eichhorn, Martin Terrier, Guéla Doué, Christian Kofane und Eliesse Ben Seghir fehlen schon länger. In Hoffenheim kamen Moussa Diaby mit einer Muskelverletzung und Loïc Badé nach einem Kopfzusammenprall mit Max Moerstedt hinzu. Zählt man den noch angeschlagenen Culbreath mit, sind es acht Spieler, die ausfallen oder nicht bei vollen Kräften sind.

Der Pokal gibt Martínez die Möglichkeit, Kräfte zu verteilen. Er muss dabei aufpassen, dass die Mannschaft nicht an Substanz verliert. Zu Kofane, Ben Seghir und Doué sagte der Spanier: „Sie sind nah dran, aber ich sage nicht gern, wann sie vermutlich zurück sind. Wir versuchen, mit ihnen die richtigen Schritte zu gehen, damit sie so schnell wie möglich bereit sind. Vielleicht am Wochenende, vielleicht erst nächste Woche, oder es ist besser, alles komplett auszukurieren und nach der Länderspielpause einzusteigen.“

Bayer 04 will sich für 0:3 in Hoffenheim rehabilitieren

Martínez‘ Mannschaft sucht nach dem 0:3 in Hoffenheim ihren Rhythmus wieder. Sechs Pflichtspielsiege in Folge waren vorausgegangen, dann kippte das Spiel nach Edmond Tapsobas unnötigem Foul im Strafraum. „Heute war nicht unser bester Tag“, sagte Martínez am Sonntag. Die Partie sei lange ausgeglichen gewesen. Bayer fand Positionen für Abschlüsse, nutzte sie aber nicht, und im Luftduell gewann die TSG 64 Prozent der Zweikämpfe. Was fehlte, war weniger Spielkunst als Konsequenz. „Ich wünsche mir, dass wir jeden Tag perfekt sind, aber wir müssen akzeptieren, dass das nicht immer möglich ist. In manchen Spielen fühlt man sich nicht so, wie man möchte, oder der Gegner ist besser“, betonte Martínez am Dienstag. „Wir haben heute viel analysiert und diskutiert, was wir besser machen müssen. Das wollen wir gegen Nürnberg zeigen.“

Mit Konsequenz kennt sich Miroslav Klose als ehemaliger Weltklassestürmer aus, auch wenn er als Trainer mittlerweile eine andere Rolle hat. Der 48-Jährige kommt mit Nürnberg als Außenseiter in die BayArena und weiß, wie tückisch der Pokal sein kann. „Die K.o.-Spiele im Pokal haben schon oft genug gezeigt, dass da immer so ein Kandidat straucheln kann“, sagte er. Sein Ziel sei es, Leverkusen „ins Wanken zu bringen“. Für seine Mannschaft, die als Tabellenzweiter am Samstag zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:1 verloren hatte, sei die Partie ein „brutales Highlightspiel“. Der „Glubb“, der womöglich die ansehnlichste Spielanlage in der Zweiten Liga hat, hat zuletzt dreimal nicht gewonnen. Ihm fehlt zudem der beste Torjäger, der im September für die italienische Nationalmannschaft debütiert hatte: Mohamed Ali Zoma (sieben Tore in acht Spielen, Marktwert rund 20 Millionen Euro) wurde an der Schulter operiert.

Dennoch glauben die Leverkusener an eine große Offensivpower der Nürnberger. „Ich habe Miroslav Klose natürlich immer genau beobachtet. Seine Mannschaft spielt gut und ist in einer guten Form. Man sieht die Qualität, vor allem im Angriff: wie sie Bälle halten, wie sie in den Strafraum kommen“, erklärt Martínez. „Ich hoffe, dass es morgen schwer für sie wird, aber ich wünsche ihm, dass seine Karriere als Trainer gut verläuft. Als Spieler war er großartig. Ich werde morgen erstmals das Vergnügen haben, mit ihm zu sprechen.“

Bayer geht von einer unbequemen Aufgabe aus. Der Favorit muss neben Klasse auch Haltung zeigen. Dessen ist man sich bewusst. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie sie besitzt. Nun muss sie beweisen, dass ein schwacher Tag in Hoffenheim nur ein Ausrutscher war.

Leverkusen: Blaswich - Vázquez, Tapsoba, Medina, Gutiérrez – Andrich, Fernández – Hofmann, Tillman, Moreira – Schick; Nürnberg: Reichert - Janisch, Kalogeropoulos, St. Mkrtchyan, Porstner - Markhiev, Fernandez - Justvan - Ghrieb, Scobel, Lubach; Schiedsrichter: Zwayer (Berlin).