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Bundesliga-KolumneLeipzig und Gladbach: Zwei ambitionierte Klubs und ihre Probleme

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Begeisterung sieht anders aus: Gladbachs Trainer Adi Hütter beim Spiel in Augsburg

KölnAm Wochenende fiel ein Satz, der könnte bei den Verfolgern des FC Bayern, sofern man sie als solche noch bezeichnen kann, bereits Resignation aufkommen lassen.

„Die Gier ist ungebrochen“, sagte Münchens Trainer Julian Nagelsmann. Nach neun Meisterschaften in Folge droht der Bundesliga in der Spitze mal wieder die große Langeweile. Sie hat allerdings auch etwas Pech. Denn bei den Bayern sitzt seit Saisonbeginn einer auf der Trainerbank, der hat in puncto Titel noch gewaltigen Nachholbedarf. Wenn wir jetzt mal den jüngst mit den Bayern gewonnenen DFL-Supercup ausklammern, dann steht bei Nagelsmann – zumindest was Titel angeht – der Gewinn der A-Jugend-Meisterschaft 2014 mit der TSG Hoffenheim als größter Erfolg. Jetzt will der erst 34-Jährige, aber durchaus schon erfahrene Trainer auch im Senioren-Bereich den Trophäen-Schrank füllen. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, sollte er dies mit dem Rekordmeister nicht schaffen.

Nagelsmann ist nicht nur Bayern-Fan von Kindheit an, sondern ganz sicher auch ein Gewinn für die Münchener.

Seine Spielidee scheint perfekt zum Rekordmeister zu passen, dessen Stars  trotz der  vielen Erfolge immer noch hungrig sind. Eindrucksvoll zu sehen  beim 3:0 in der Königsklasse in Barcelona und  beim 7:0 gegen einen heillos unterlegenen VfL Bochum. Der sagenhafte Robert Lewandowski stellte  erneut einen Liga-Rekord auf: Er traf im 13. Heimspiel in Folge.  Das Team scheint  kaum aufzuhalten. „Ich bin neu hier bei Bayern und würde gerne da weitermachen, wo die vielen Vorgänger aufgehört haben“, sagte Nagelsmann am Samstag. Noch so ein Satz, der wie eine Drohung  klingt.

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RB Leipzig, das zeigt sich jetzt bereits, tut der Weggang von Nagelsmann so richtig weh.

Mit Jesse Marsch setzen die ambitionierten Sachsen jetzt auf einen Trainer aus dem RB-Imperium. Doch der ist vom Typ und der Herangehensweise ganz anders als  Nagelsmann. Offenbar erreicht der US-Amerikaner seine Spieler auch noch nicht, denn Leipzigs Fußball wirkt bisher wie ein gewaltiges Durcheinander. Rastlos und unausgeglichen. Der Fehlstart mit nur vier Punkten und dem 3:6 bei Manchester City ist perfekt  und der Rückstand auf die Bayern mit neun Punkten schon immens. Vielleicht ist der Aderlass beim Brause-Klub doch zu groß gewesen, Dayot Upamecano, Ibrahima Konaté und Marcel Sabitzer sind kaum zu ersetzen. Koloss Upamecano war nicht zu halten, er wechselte dank einer Ausstiegsklausel zu den Bayern. Um Sabitzer dagegen kämpften die Leipziger gar nicht mehr. Mit einer Ablöse von 15 Millionen Euro war er für die Bayern fast ein Schnäppchen – und der Konkurrent wurde weiter geschwächt.

Was der Spieltag noch brachte? Neben dem Scheibenschießen in München und dem offenen Schlagabtausch in Köln am Samstag langweilige Spiele. Und ein Stotterstart der Gladbacher, der Fragen aufwirft.

Die Fohlen, die den Bayern am ersten Spieltag noch ein 1:1 abtrotzten, befinden sich nach schon drei Niederlagen  in einer gefährlichen Situation. Beim 0:1 in Augsburg gelang in der Offensive erneut wenig bis nichts, es fehlt an Kreativität. Der neue Trainer Adi Hütter, für 7,5 Millionen Euro Ablöse aus Frankfurt als Nachfolger von Marco Rose geholt, gilt als Wunschlösung. Denn der Österreicher hatte mit der Eintracht begeisternden Offensivfußball spielen lassen. Der bleibt in Gladbach bisher aus. Nun wartet als nächster Gegner der BVB mit Rose auf der Trainerbank, dann steht die Reise nach Wolfsburg an. Es wird nicht einfacher für Hütter & Co.