Ronaldo ist 41, Messi wird 39. Ein Kölner Experte erklärt, warum die Karrieren von Fußballprofis immer länger werden.
Die ewigen SuperstarsKölner Experte erklärt den Alterstrend bei Fußball-Stars

Ronaldo plant den großen WM-Abschied. (Archivbild)
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Cristiano Ronaldo ist 41, Lionel Messi wird 39. Im Spitzenfußball gibt es einen klaren Trend zu älteren Spielern. Ein Kölner Experte erklärt die Gründe für die Langlebigkeit der Karrieren.
Für ihre Rekorde bei Weltmeisterschaften werden Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gewürdigt. Die erfahrenen Top-Spieler stehen, wie auch Manuel Neuer oder Luka Modric, sinnbildlich für eine bemerkenswerte Altersentwicklung im Profifußball. Während Fußballer früher mit Anfang 30 als überholt galten, bestimmt heute eine große Gruppe wesentlich älterer Nationalspieler das Geschehen bei Turnieren. Daraus leitet sich umgangssprachlich eine neue Erkenntnis ab: Vierzig ist die neue Dreißig.
Der aus Portugal stammende Ronaldo ist bereits 41 Jahre alt, während der Argentinier Messi im Turnierverlauf seinen 39. Geburtstag feiert. Gemeinsam mit Mexikos Torwart Guillermo Ochoa (40) nehmen die zwei mehrfachen Weltfußballer an ihrer sechsten Weltmeisterschaft teil. Als diese langlebige Spielergeneration im Jahr 2006 zum ersten Mal im WM-Rampenlicht stand, waren der spanische Star Lamine Yamal und Deutschlands Hoffnungsträger Lennart Karl noch nicht geboren.

Wird Messi nochmal Weltmeister? (Archivbild)
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«Die beiden Spieler sind außergewöhnlich. Sie haben den Fußball so geprägt wie die letzten 20, 30 Jahre niemand. So viele Titel, so viele Erfolge, so einen Ehrgeiz. Das ist außerordentlich phänomenal», äußerte sich der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw zu Messi und Ronaldo. «Allerdings sind beide auch schon ein bisschen über ihren Höhepunkt hinweg.»
Dennoch sind Messi und Ronaldo, ebenso wie DFB-Torhüter Neuer (40) als letzter verbliebener Weltmeister im deutschen Team, Kroatiens Stratege Modric (40) oder die bosnische Ikone Edin Dzeko (40), weiterhin bestimmende Figuren.

Neuer (l) soll der Rückhalt der deutschen Mannschaft werden. (Archivbild)
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«Vor 20 Jahren galt ein Feldspieler mit Mitte 30 fast automatisch als 'alt'. Heute sehen wir mit Messi, Ronaldo oder Neuer Athleten, die biologisch deutlich jünger wirken als ihr Passalter», erklärte Sportmediziner Professor Hans-Georg Predel der Deutschen Presse-Agentur. Eine «große Generation von Weltstars» habe die Karriere «weit über das hinaus verlängert hat, was früher im Spitzenfußball möglich war.»

Die kroatische Mannschaft ohne Modric? Schwer vorstellbar. (Archivbild)
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Alter bleibt ein Faktor bei Verletzungen
Das Alter stellt jedoch einen Risikofaktor für Verletzungen dar. «Alter und Vorverletzung - und beides hängt miteinander zusammen», sagte der langjährige DFB-Arzt Tim Meyer dem «Spiegel». Nach jahrelanger Beanspruchung stoßen Gelenke, Sehnen und Bänder an ihre Belastungsgrenzen. «Insofern ist ein immer größerer Teil der Verletzungen bei älteren Athleten zumindest als Überlastung einzuordnen», konstatierte der frühere Mannschaftsarzt des Nationalteams. Ob es tatsächlich einen tiefgreifenden Wandel im Karriereverlauf gibt? Für eine endgültige Einschätzung fehlen Professor Meyer laut eigener Aussage «belastbare Zahlen».
«Wie ein Formel-1-Projekt»
Der professionelle Fußball ist heutzutage fundamental anders organisiert als in der Vergangenheit. Ernährung, Belastungsmanagement, Prävention, Schlaf und datengestütztes Vorgehen sind nur einige Bereiche mit enormen Fortschritten. «Früher trainierten Mannschaften kollektiv. Heute wird jeder Spieler fast wie ein Formel-1-Projekt individuell gemanagt», sagte Predel von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Der frühere Bundestrainer Joachim Löw feierte große Siege gegen Messi und Ronaldo. (Archivbild)
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Die verlängerten Laufbahnen haben ihre Ursache auch im System, zum Beispiel in den Nachwuchsleistungszentren. «Wer mit 12 oder 13 Jahren lernt, sich richtig zu ernähren und zu regenerieren, nimmt das mit. Das ist eine strukturelle Professionalisierung und kein biologisches Wunder», erklärte Meyer.
Die WM-Methusalems: Milla - und mehrere Torhüter
Das Alter der WM-Veteranen ist in jedem Fall beeindruckend. Als ältester Feldspieler gilt weiterhin der legendäre Roger Milla, der 1994 in den USA mit 42 Jahren für Kamerun auflief. Zwei Torhüter waren sogar noch älter: Der Ägypter Essam El Hadary (45 Jahre, WM 2018) und der Kolumbianer Faryd Mondragón (43, WM 2014). In diese Liste könnte bei der WM 2026 auch Schottlands Torwart Craig Gordon (43) aufsteigen.
Die Zahlen untermauern die Entwicklung: Waren bei der WM 1982 um die italienische Torwartlegende Dino Zoff weniger als ein Dutzend Spieler über 35 in den Aufgeboten, so wuchs diese Zahl tendenziell von Wettbewerb zu Wettbewerb. Mehr als 36 solcher erfahrenen Stars im WM-Teilnehmerfeld, wie für 2026, gab es bislang nicht.
Biologische Grenzen können jedoch auch von Ausnahmesportlern bei aller Professionalität und Einstellung nicht überwunden werden. «Die maximale Sprintfähigkeit, Explosivität und Regenerationsgeschwindigkeit nehmen biologisch ab etwa dem 30. Lebensjahr langsam ab. Was Spitzenspieler heute schaffen, ist vor allem eine Verzögerung dieses Prozesses», sagte Predel. Für Messi und Ronaldo ist es zudem vorteilhaft, dass sie in sportlich weniger anspruchsvollen Ligen in den USA und Saudi-Arabien aktiv sein können.

Sportmediziner Professor Hans-Georg Predel sieht mehrere Faktoren für längere Karrieren.
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Ist das Spiel intelligenter geworden
Zusätzlich ist Erfahrung unersetzlich, denn gerade WM-Wettbewerbe honorieren Routine und Führungsqualitäten. «Erfahrung und Spielintelligenz sind im modernen Fußball immer wertvoller geworden. Ein Spieler wie Messi kompensiert altersbedingte Verluste teilweise durch überragende Technik, Antizipation und Effizienz. Das Spiel ist dadurch in gewisser Weise intelligenter geworden», analysierte Predel.
Messi hat als WM-Rekordteilnehmer die Chance, seine bisherigen 26 Einsätze weiter zu steigern. Ihm fehlen zudem drei Treffer, um die Marke von 16 Toren des deutschen Rekordhalters Miroslav Klose zu erreichen. Ronaldo geht als Inhaber des Länderspiel-Rekords mit 226 Partien in den WM-Countdown. «Ich drücke diesen genialen Titanen des Fußballsports alle Daumen», sagte Predel. (dpa/red)
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