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Hitzetote in KölnRechtsmedizin will für Krisen mehr Kühlräume schaffen

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Blick auf den Friedhof Melaten

Blick auf den Friedhof Melaten

Die Stadtverwaltung und die Rechtsmedizin haben auf die Kritik des Kölner Bestatterverbandes reagiert. 

Über mangelnde Koordination am Hitzewochenende Ende Juni und überlastete Kühlkapazitäten für Leichen hatte der Kölner Bestatterverband öffentlich geklagt und an die Stadt appelliert, wegen drohender weiterer Hitzewellen einen Krisenplan zu entwerfen (wir berichteten). An dem Wochenende mit Rekordtemperaturen waren in Köln 120 Menschen verstorben, normalerweise sind es im Durchschnitt 30.

In einer Stellungnahme der Stadt heißt es nun: „Die Bestattungen auf den Friedhöfen der Stadt Köln konnten und können ohne Einschränkungen durchgeführt werden. Es kam weder zu Überlastungen der Friedhofsverwaltung noch des Friedhofsbetriebes. Die Kühlkapazitäten der Friedhöfe waren für den normalen Bestattungsbetrieb zu keinem Zeitpunkt in der Nähe einer Überlastung.“

Stadt: Fehlende Plätze in der Rechtsmedizin

Allerdings habe es bei der Rechtsmedizin Probleme gegeben. „Die Friedhofsverwaltung der Stadt Köln hat in Amtshilfe Kühlkapazitäten für die Polizei Köln als Ersatz für mangelnde Kühlkapazitäten der Rechtsmedizin zur Verfügung gestellt. In der Bewirtschaftung dieser Kapazitäten und der Koordination und Durchführung der Lagerungen hatten sich dort Defizite gezeigt.“ Zum Hintergrund: Bei vielen der Verstorbenen konnte vor Ort keine eindeutige Todesursache festgestellt werden, so dass sie zumeist von der Polizei zunächst in die Rechtsmedizin der Uniklinik Köln am Melatengürtel gebracht werden mussten. Für ihre fachgerechte Lagerung ist die Rechtsmedizin zuständig.

Markus Rothschild, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin, sagte auf Anfrage dieser Redaktion: „Klar ist, dass wir mit der großen Zahl an Toten wirklich alle sehr beansprucht waren, unsere Lagerungskapazitäten waren ausgeschöpft.“ Man sei deshalb auch in Absprache mit der Polizei in sehr konkreten Planungen dazu, mehr Kühlplätze in der Rechtsmedizin zu schaffen. „Nicht nur für Hitzekrisen, sondern auch für andere Notfälle und Großlagen.“

Die höhere Sterberate durch die Hitze hat auch Auswirkungen auf das Standesamt, wie die Stadt bestätigte. „Eine Auswertung des Zeitraumes 15. Juni bis 15. Juli für die Jahre 2025 und 2026 hat ergeben, dass in diesem Jahr 351 mehr Sterbefälle beurkundet wurden als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.“ Durch die „hohe Einsatzbereitschaft“ der Standesbeamtinnen und Standesbeamten habe man den üblichen 24-Stunden-Service für die Bestatter aufrechterhalten können. „Im Einzelfall kann es aufgrund des höheren Andrangs zu etwas längerer Verweildauer im Wartebereich kommen, insbesondere bei den Fällen, die sofort beurkundet werden, beispielsweise für auswärtige Bestatter.“