Frederik Storm (37) hat bei den Kölner Haien einiges erlebt. Der Däne mit deutschem Pass spielt seit 2023 für den KEC und hat unter drei verschiedenen Coaches trainiert: erst Uwe Krupp, dann Kari Jalonen – und nun seit Beginn der DEL-Saison 2026/27 Thomas Berglund. Der Wechsel vom stabilen System des Finnen zum aggressiveren Spielstil des Schweden hat für die Mannschaft deutliche Veränderungen mit sich gebracht, an deren Umsetzung sie noch arbeitet. „Defensiv spielen wir unter Thomas Berglund ein anderes System als unter Kari Jalonen. Es gibt einige Unterschiede, ein paar Dinge machen wir ganz anders“, erklärt Storm. „Aber wir haben eine erfahrene Mannschaft, die mit einer solchen Umstellung umgehen kann.“
Anfangs holperte es dabei erheblich. Zuletzt allerdings deutete sich an, dass sich die Haie auf dem Weg der Besserung befinden. Jedenfalls haben sie die Zahl ihrer Gegentore nach einem wilden Saisonstart mit bis zu acht Treffern gegen sie pro Partie auf zuletzt zwei bis drei reduziert, beispielsweise beim 5:3 in Straubing am vergangenen Freitag. Storm, der einen Treffer zum Erfolg bei den Tigers beisteuerte, ist ein offensiver Allrounder. Er ist in verschiedenen Angriffsreihen einsetzbar, sowohl auf dem Flügel als auch auf der Centerposition. Und er hat einen Blick für das große Ganze.
Man habe es inzwischen geschafft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, meint er: „Es ist wichtig, der Defensive viel Priorität einzuräumen. Wenn der Gegner nur zwei oder drei Tore schießt, haben wir bessere Chancen, ein Spiel zu gewinnen.“ Und weiter: „Wir haben eine Mannschaft mit vielen Spielern, die Punkte machen und Tore schießen können. Vielleicht haben wir in den ersten Spielen zu oft versucht, offensiv etwas zu kreieren, und hatten dabei zu wenig Fokus auf die Defensive.“
Die Umstellung von Jalonen auf Berglund betraf vorwiegend die Arbeit gegen die Scheibe. Während der Finne auf ein kontrolliertes, gut organisiertes Abwehrspiel setzte, verlangt sein schwedischer Nachfolger eine aggressivere Spielweise, bei der die Haie den Gegner früher unter Druck setzen und den Puck möglichst schnell zurückerobern sollen.
Das erfordert andere Laufwege und eine veränderte Abstimmung innerhalb der Mannschaft. Inzwischen kommt das Team mit den neuen Anforderungen besser zurecht, wie Storm berichtet: „Wir lernen das neue System immer besser. Wir müssen auf dem Eis nicht mehr viel darüber nachdenken, was wir machen wollen. Ich glaube, dass wir insgesamt ein immer besseres Gefühl dafür bekommen.“
Im nächsten Spiel, der DEL-Heimpartie am Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Adler Mannheim mit ihrem teuer besetzten Kader, wird sich zeigen, wie gut Berglunds Profis das neue System tatsächlich verinnerlicht haben – und ob sie ihre bislang bescheidene Heimbilanz verbessern können. Nur drei der bisherigen acht Saisonpartien in der Lanxess-Arena gewann der KEC.
Der stärkste Kader der Liga
Storm sieht es so: „Mannheim hat eine sehr starke Mannschaft mit vielen talentierten Spielern und viel Qualität im Kader. Darauf müssen wir vorbereitet sein und von Anfang an den richtigen Fokus haben.“ Ob Mannheim, wie viele meinen, sogar den stärksten Kader der Liga habe, könne er schwer beurteilen. „Aber ich weiß, dass auch wir eine richtig starke Mannschaft haben.“
Wichtig sei auch: „Wir haben darüber gesprochen, dass wir den Raum vor unserem Tor besser verteidigen müssen. Wir haben zuletzt auch viele Schüsse geblockt, standen auf der richtigen Seite des Gegners und haben weniger Überzahlsituationen zugelassen. Wir müssen unserem Torhüter helfen, ihm möglichst einfache Schüsse geben und vor dem Tor stark bleiben.“
Und wie ist es zu erklären, dass die Kölner Mannschaft in der Champions Hockey League, in der sie unter anderem den schwedischen Titelverteidiger Frölunda Göteborg und den finnischen Meister Tappara Tampere bezwang, bislang so viel mehr von all diesen Dingen aufs Eis brachte als in der DEL?
Storm hat keine wirkliche Erklärung dafür. Es habe einfach funktioniert, sagt er: „In der CHL, zum Beispiel gegen Tappara und Frölunda, hatten wir eine gute Mischung aus Defensive und Offensive. Wir haben zuerst gut verteidigt und dann die Möglichkeiten genutzt, die uns der Gegner gegeben hat. Das hat sehr gut funktioniert.“
Was gegen zwei der stärksten europäischen Mannschaften gelang, sollte auch in der DEL möglich sein. Zum Beispiel am Dienstag im Spiel gegen die Adler.
