Das rheinische Derby zwischen Aufsteiger Krefeld Pinguine und den Kölner Haien, das am Freitag (19.30 Uhr) in der Yayla-Arena stattfindet, wird eine Art Veteranentreffen. Kölns Kapitän Moritz Müller, der am 19. November 40 Jahre alt wird, begegnet seinen alten Weggefährten Marcel Müller (38), genannt Malla, und Philip Gogulla (39).
Beide sind ehemalige Haie-Profis, die für die Pinguine aufs Eis gehen und mit ihnen in der vorigen Spielzeit den Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) schafften. Und weiter das Tor treffen: Gogulla bisher dreimal, Marcel Müller fünfmal. Letzterer steuerte zwei Treffer zum 6:0 bei, das die Pinguine am Mittwoch gegen die Schwenninger Wild Wings feierten – nach zuvor fünf Niederlagen in Serie.
„Ich freue mich riesig drauf“, sagte Marcel Müller über das Derby. „Das ist ein besonderes Spiel.“ Der Stürmer stand in drei Etappen insgesamt gut acht Jahre bei den Kölner Haien unter Vertrag; sein Sohn Theo spielt bei den Junghaien. Gogulla war sogar 13 Spielzeiten für Köln aktiv.
„Mit jedem Wiedersehen kommt viel gemeinsame Vergangenheit hoch“, meinte Moritz Müller. „Wir sind weiterhin in Kontakt, aber gemeinsam in der DEL nochmal auf dem Eis zu stehen, ist schon etwas Besonderes.“ Und weiter: „Wir haben zusammen viel erlebt – und Malla und ich wohnen sogar so nah beieinander, dass wir gemeinsam zum Spiel fahren könnten.“ Beide leben im Westen von Köln.
Die Pinguine waren vor ihrem Aufstieg in die DEL in diesem Frühjahr vier Jahre lang zweitklassig. Unter Trainer Thomas Popiesch, der 2024 von den Fischtown Pinguins Bremerhaven gekommen war, gewannen sie alle zwölf Playoffspiele der DEL2. Beim entscheidenden 5:2 der Pinguine im vierten Finalspiel in Kassel erzielte Gogulla drei Tore, Marcel Müller eines.
Zunächst war allerdings unklar, ob die Krefelder die für die DEL-Zulassung erforderlichen 1,4 Millionen Euro würden aufbringen können. Erst durch das Engagement alter und neuer Gesellschafter wurden die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt. Am 3. Juni erhielten die Pinguine schließlich die Lizenz.
Das letzte DEL-Derby gegen die Haie liegt gut viereinhalb Jahre zurück: Am 8. März 2022 besiegte der KEC die Krefelder in Köln mit 4:2. Marcel Müller gehörte damals noch zum Kölner Team, war aber nicht im Spielkader.
Die Haie stehen nun am Freitag unter einigem Druck, denn sie haben in bisher 13 Hauptrundenbegegnungen trotz eines verstärkten Kaders mit ihrem neuen Trainer Thomas Berglund keine Konstanz gefunden. Das zeigte sich auch am Dienstag, als sie ihr Heimspiel gegen Mannheim nach einem starken ersten Drittel und einer 3:1-Führung noch mit 5:6 n. V. verloren – die sechste Heimniederlage im neunten DEL-Saisonspiel in der Lanxess-Arena. Auswärts sieht ihre Bilanz erfreulicher aus: Drei ihrer vier bisherigen Ligapartien in fremden Hallen gewannen sie, zuletzt am vergangenen Freitag mit 5:3 in Straubing.
„Krefeld hat am Mittwoch ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben gegen Mannheim phasenweise ebenfalls sehr gut gespielt“, sagte Moritz Müller. „Wir müssen bereit sein, 60 Minuten als Mannschaft zu verteidigen und uns in den Dienst des Teams zu stellen.“ Mit einem Erfolg in der regulären Spielzeit könnten die Pinguine bis auf einen Punkt an die Haie heranrücken. Kölns Kapitän erwartet entsprechend selbstbewusste Gastgeber: „Krefeld wird mit viel Euphorie und Selbstbewusstsein aus der Kabine kommen. Diesen Schwung müssen wir aufnehmen und über die gesamte Spielzeit konzentriert bleiben.“
Nach dem Derby treffen die Haie am Sonntag (19 Uhr) in der Lanxess-Arena noch auf Iserlohn. Dann beginnt die Deutschland-Cup-Pause, die für die Kölner am 11. November mit dem CHL-Achtelfinalhinspiel in der Lanxess-Arena gegen Liberec endet.
Für das Länderspielturnier, bei dem die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft in Düsseldorf auf Österreich (5. November), Lettland (7. November) und die Slowakei (8. November) trifft, nominierte der neue Bundestrainer André Rankel aus dem KEC-Kader ausschließlich Stürmer Dominik Bokk.
